Corona-Virus: Spielbetrieb der Handballer wird schon beeinträchtigt

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Das Corona-Virus hat auch Auswirkungen auf die lokale Sportszene. Bei den Handballern wurde unter anderem ein Mini-Spielfest abgesagt.

Kreis Unna

, 09.03.2020, 12:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das war nicht anders zu erwarten: Das Coronavirus beeinträchtigt auch das lokale Sportgeschehen. So wurde im Handballkreis Hellweg am Wochenende das geplante Mini-Spielfest in Bergkamen abgesagt und fiel das Spiel des Verbandsligisten OSC Dortmund, Konkurrent des SuS Oberaden, gegen Eintracht Hagen II am Freitag aus, weil sich ein Dortmunder Akteur mit Coronaverdacht in ärztliche Behandlung begab.

Gegen genau diesen OSC müssen die Oberadener „Cobras“ bereits am 20. März in einem für den Klassenerhalt sehr wichtigen Spiel antreten. „Wir müssen die weitere Entwicklung abwarten. Ich kann die aktuelle Lage nicht richtig einschätzen. Wir werden uns aber auf jeden Fall schlaumachen“, sagt SuS-Spielertrainer Mats-Yannick Roth.

Sebastian Elberg hat die Lage im Blick.

Sebastian Elberg hat die Lage im Blick. © Friehs

Sebastian Elberg, Vorsitzender des Handballkreises Hellweg, ist bei dem Thema natürlich auch auf dem Laufenden. Es mahnt aber zur Ruhe und der Einhaltung der Hygiene-Regeln, die der DHB den Verbänden und Vereinen als Gegenmaßnahme für eine Verbreitung des Virus empfohlen hat. „Und das ist in erster Linie das Händewaschen. Ich hoffe, dass wir die Situation noch händeln können, wenn sich jeder aufmerksam an die Vorgaben hält“, sagt Elberg. Der berichtet auch von Corona-Verdachtsfällen bei drei jungen Spielerinnen aus Ahlen. Auch dort wurden die angesetzten Spiele nicht ausgetragen. Rigoros alle Begegnungen generell abzusagen, bis sich die Situation entspannt hat, sei indes keine Lösung. „Den Spielplan, schon gar nicht bei der Jugend, können wir nicht nach hinten verschieben. Bis zum geplanten Saisonende müssen alle Spiele gespielt werden“, sagt der Kreis-Chef.

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In der Konsequenz würde dies wohl bedeuten, dass es auch sogenannte Geisterspiele, also Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit, gibt. „Doch da müssten die Vereine zunächst einen Weg finden, wie das zu händeln ist. Einfach die Türen abzuschließen, geht sicher nicht. Da würde uns die Feuerwehr wegen der versperrten Rettungswege etwas anders erzählen“, meint Elberg.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bekanntlich gefordert, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern abzusagen.

Dieser Forderung schließt sich das Land NRW an. Im Kreis Unna würde dies nur sehr wenige Sport-Events treffen. „Denn im Kreis Hellweg gibt es ja kaum Spiele mit einer derart großen Kulisse“, sagt Sebastian Elberg.

Wilhelm Barnhusen: „Nur keine Panik“

Bei den Fällen in Ahlen, Dortmund und Bergkamen ist es aber nicht geblieben. In Senden ist der Corona-Verdacht bei drei Jugendspielern bereits bestätigt worden. Abgesagt wurden am Wochenende auch alle Heimspiele der SG Menden-Sauerland. Der Verdachtsfall hat sich glücklicherweise nicht bestätigt, seit heute läuft dort der Trainings- und Spielbetrieb wieder ganz normal.

Wilhelm Barnhusen rät dazu, die Ruhe zu bewahren.

Wilhelm Barnhusen rät dazu, die Ruhe zu bewahren. © Friehs

Der Westfälische Handballverband verhält bezüglich des Corona-Virus sich ähnlich wie der Kreis Hellweg. „Wir nehmen das Thema wie alle anderen sehr ernst. Es besteht indes kein Grund zur Panik. In NRW gibt es zwar die meisten Krankheitsfälle, doch wir sind auch das einwohnerstärkste Bundesland. Das relativiert die Zahlen. Wichtig ist, dass sich alle an die Hygiene-Vorschriften halten. Kommt es zu einem Verdacht, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Wir als Verband verweisen auf die örtlichen Gesundheitsämter“, sagt Wilhelm Barnhusen, Präsident des Westfälischen Handballverbandes.

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