Corona-Pause für die Reserve des SuS Oberaden. Trainer Sascha Rau glaubt nicht mehr daran, dass die Spiele überhaupt noch einmal aufgenommen werden und spricht von einer „Leerlauf-Saison“.

von Mats-Yannick Roth

Oberaden

, 30.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die massiven Einschränkungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens zur Eindämmung der Corona-Pandemie machen auch vor dem Sport keinen Halt.

Die heimischen Handballer müssen mindestens bis zum 19. April pausieren. Der Handball-Verband Westfalen hat bis dahin den gesamten Spielbetrieb ausgesetzt. Wie es danach weitergehen wird, ist noch völlig offen.

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Unsere Sportredaktion sucht in der ebenso unfreiwilligen wie unumgänglichen Pause den Draht zu den Protagonisten der heimischen Handball-Szene. Diesmal im Gespräch: Sascha Rau, Trainer des SuS Oberaden II.

Herr Rau, wie gehen Sie mit Ihrer Mannschaft mit der langen Unterbrechung um, die bis mindestens bis Mitte April anhalten wird?

Aufgrund der Situation und der Entwicklung in den letzten Wochen war die Entscheidung natürlich vernünftig, alles zu unterbrechen. Wir sehen ja auch alle im Berufsleben, was die Coronakrise für Auswirkungen für alle hat. Ich glaube, viele meiner Jungs hätten sich gerne noch einmal zu einer letzten Einheit getroffen. Klar ist, dass in solchen Situationen der Handball zur reinen Nebensache wird. Es überwiegt die Sorge um die Gesamtsituation.

„Der Wald hat immer geöffnet.“
Sascha Rau, SuS Oberaden II

In welchem Rahmen können Sie derzeit noch mit Ihrer Mannschaft trainieren?

Frei nach dem Motto: „Der Wald hat immer geöffnet“ sollen die Jungs, soweit es möglich ist, ein bisschen Laufen gehen. Wir haben auch in der Halle viele Stabilitätsübungen mit dem eigenen Körpergewicht gemacht, die auch ohne Weiteres zu Hause durchgeführt werden können. An mehr ist derzeit nicht zu denken.

In der ersten Landesliga-Saison nach dem Aufstieg lief es bisher in 2019/2020 hervorragend. Platz 5 und 23:15 Punkte stehen zu Buche. Wie fällt Ihr persönliches Fazit?

In der Hinrunde waren wir am Anfang noch sehr nervös. Da haben wir noch nicht gewusst beziehungsweise mussten erst lernen, wie gut wir in der Landesliga mithalten können. Nach vier, fünf Spielen bekam die Mannschaft dann immer mehr Selbstvertrauen. Wir sind ohne Druck und ohne große Verpflichtungen in die Spiele gegangen. Diese Leichtigkeit hat sich häufig ausgezahlt und wir haben gepaart mit dem Glück des Tüchtigen viele Punkte holen können. Zum jetzigen Zeitpunkt hat sich der hohe Verschleiß der letzten Monate aber immer mehr bemerkbar gemacht. Wir hatten einige angeschlagene Spieler. Die können sich jetzt erst einmal auskurieren, sodass die Pause für unsere momentane Situation vielleicht gar nicht so schlecht ist.

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Welche Entwicklung haben Sie im Laufe der Saison ausgemacht?

In der Bezirksliga hatten wir in der letzten Saison einige Spiele dabei, in denen wir zum Ende hin noch mal richtig nervös geworden sind, was uns auch Punkte gekostet hat. In dieser Saison spielen wir einfach abgeklärter. Alle haben mittlerweile verstanden, dass es nur als Mannschaft vernünftig geht und wir im Zusammenspiel gut vorbereitet in die Aktionen gehen. Auch hinten haben wir uns richtig gut gefunden, haben mit Jan Weber natürlich einen super Deckungsspieler dazubekommen. Unser Innenblock kann sich denke ich schon gut sehen lassen.

Das Derby beim RSV Altenbögge verlor der SuS Oberaden II mit 25:29.

Das Derby beim RSV Altenbögge verlor der SuS Oberaden II mit 25:29. © Thorsten Teimann

Was glauben Sie, wird dieses Spieljahr noch einmal angepfiffen?

Ich glaube nicht daran, dass noch einmal gespielt wird! Andere Verbände haben es ja schon vorgemacht und die Saison abgebrochen. Es würde dann wohl auf eine Art Leerlauf-Saison ohne Auf- und Absteiger hinauslaufen. Das wäre für den ein oder anderen natürlich sehr bitter, aber eine andere Möglichkeit gibt es vielleicht nicht. Warten wir mal ab.

„In Brechten hat hat keiner mehr einen Pfifferling auf uns gesetzt.“
Sascha Rau, SuS Oberaden II

Was war in der Saison 2019/2020 das beste Erlebnis mit Ihrer Mannschaft?

Der knappe 28:27-Auswärtssieg in Brechten ist noch sehr gut in Erinnerung geblieben. Wir haben da schon mit drei Toren hinten gelegen und zwei Rote Karten kassiert. Mit zwei Mann weniger haben wir dann zwei Tore aufgeholt und am Ende tatsächlich noch gewonnen. In diesem Spiel hat keiner mehr einen Pfifferling auf uns gesetzt und wir hatten auch einfach richtig viel Glück dabei. Für die Stimmung und den weiteren Saisonverlauf war das ein super Spiel!

Was war in der Saison 2019/2020 das bitterste Erlebnis?

Die Heimniederlage gegen Oespel-Kley war sehr ärgerlich, weil wir den ziemlich ersatzgeschwächten Gegner an diesem Tag nicht ernst genug genommen hatten. Das 25:31 in Gladbeck nach der Weihnachtspause war ebenfalls frustrierend. Das war eigentlich das einzige Spiel, in dem wir von Minute 1 bis 60 hinterhergelaufen sind.

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Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie bewerten Sie die bislang gespielte Saison?

Mit einer 8,5.

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