Es war ein hitziges Spiel von Gurbet Spor beim FC Hamm. Ein Spieler musste sogar in die Uniklinik nach Münster. Schuld wollte aber irgendwie keiner haben.

Bergkamen

, 13.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Meisterschaftsspiel in der Fußball-Kreisliga D (1) zwischen dem FC Hamm und Gurbet Spor Bergkamen (4:2) endete am Sonntagnachmittag dann doch etwas ruppig. Abgebrochen wurde es durch Schiedsrichter Godehard Lange dennoch nicht, wenngleich sich am Ende nicht nur Spieler auf dem Fußballfeld befanden.

Der FC Hamm - Tabellenachter der untersten Kreisliga - hatte es zuvor mit dem favorisierten Team und Liga-Neuling Gurbet Spor mit den bekannten Stürmern Sercan Dereli und Erkan Genc zu tun. „Ja, unser Ziel ist schon der Aufstieg, aber nicht vorrangig“, erklärt der zweite Vorsitzende Taner Aksoy, der der Mannschaft betreuend zur Seite steht.

So lief die Partie aus Bergkamener Sicht zunächst auch planmäßig: Einem Hammer Eigentor folgte das 2:0 durch Ekan Genc. Dem FC Hamm gelang aber noch vor der Pause der Anschlusstreffer. Als die Gastgeber nach Wiederanpfiff sogar den Ausgleich markierte, wurde es auf dem Feld ruppiger. „Das war so etwas wie eine Jagd auf meine Spieler. Der Hammer Trainer hat am Ende auch noch unseren Torwart Robin Hölscher gewürgt“, sagt Taner Aksoy aufgeregt. „Das geht doch nicht, das gehört nicht auf den Sportplatz.“

Jetzt lesen

In der 67. Minute sah Bergkamens Ömer Genc dann den totalen Platzverweis wegen eines Foulspiels an Hamms Sven Meinke. Taner Aksoy: „Der war gar nicht in der Nähe.“ FC-Vorsitzender Olaf Richter sieht das anders: „Der Bergkamener hat unserem Spieler mit den Stollen an den Kopf getreten. Meinke musste in der Uni-Klinik Münster an einer Risswunde genäht werden.“

Der FC Hamm blieb nun am Drücker, markierte das 3:2 und schließlich das 4:2 gegen den Topfavoriten - per Elfmeter. Da war urplötzlich Stimmung auf dem Platz. Betreuer, Trainer und auch Zuschauer seien auf das Feld gestürmt, hieß es von beiden Seiten. Schiedsrichter Godehard blieb cool, ließ den Elfmeter ausführen und beendet das Match.

Jetzt lesen

Taner Aksoy, der sich in Bergkamen stark in der Integrationsarbeit engagiert, war außer sich: „Der Schiedsrichter ging gar nicht. Mit dem war gar nicht zu reden.“

Beim FC Hamm und Vorsitzendem Olaf Richter herrschte eine andere Meinung: „Der Schiedsrichter hat das Spiel nicht verpfiffen, da war nichts Auffälliges. Gurbet Spor hat schlichtweg hohe Ansprüche an sich selbst. Nachdem es nicht mehr so gut für die lief, sind die brutal in die Zweikämpfe gegangen. Nach dem Elfmeter eskalierte die Situation ein wenig, aber unser Trainer ist dem Torhüter nicht an die Gurgel gegangen. Das geht gar nicht. Der Coach hat einen Handgelenksbruch und trägt eine Schiene. Ich denke, dass Gurbet Spor eine eingefahrene Meinung hat. So hat das jedenfalls keinen Spaß gemacht.“

Auf der Facebook-Seite postete Gurbet Spor Bergkamen am Sonntagabend jedenfalls: „Heute war ein schwarzer Tag für den Kreisfußball.“

In der Kreisliga D (1) rangiert das Team auf Platz vier, zehn Zähler hinter Spitzenreiter SG Bockum-Hövel IV.

Staffelleiter Friedhelm Wittwer sieht übrigens keinen Handlungsbedarf: „Der Schiedsrichter hat außer dem Platzverweis nichts in den Spielbericht eingetragen.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Fußball-Kreisliga
Trainer Tuncay Sönmez vom TSC Kamen im Interview: „Ich traue uns alles zu“
Meistgelesen