Basketballer stimmen dem vorzeitigen Saisonende zu

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Viel Zustimmung erhält der Westfälische Basketballverband für die Entscheidung, die Saison sofort zu beenden, von den heimischen Vereinen.

von Christoph Golombek

Kreis Unna

, 24.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der WBV hat als einer der ersten Sportverbände der Region die Saison aufgrund der Corona-Krise für beendet erklärt (wir berichteten). Sowohl diese Entscheidung als auch die Reglung für die kommende Saison kommen bei den heimischen Vereinen gut an.

Die Herren des TV Unna feierten so die Meisterschaft in der Bezirksliga auf der heimischen Couch. Die Unnaer führten die Tabelle mit 18 Siegen aus 18 Meisterschaftsspielen ungeschlagen an und hätten die Meisterschaft wohl auch für sich entschieden, wenn die Saison regulär beendet worden wäre. „Ein solches Saisonende trübt natürlich ein wenig den fantastischen Erfolg. Wir wollten im Rückspiel gegen den Zweitplatzierten aus Soest noch einmal ein Ausrufezeichen setzen. Das spielt aber aufgrund der momentanen Situation natürlich eine absolute Nebenrolle“, erklärt TVU-Coach Alex Lanza. „Gerade, weil ein Ende der Corona-Krise momentan noch nicht abzusehen ist, kann ich die Entscheidung des WBV aber absolut nachvollziehen“, führt Lanza weiter aus.

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Fröndenbergs Timo Ahrendt stößt ins gleiche Horn: „Das ist natürlich die vollkommen richtige Entscheidung. Wir spielen alle gerne Basketball, aber das ist nur unser Hobby. Das nun in der nächsten Zeit zurückzustellen, ist wohl das geringste Übel. Selbst wenn man demnächst irgendwann hätte weiterspielen können, stünden Nachholtermine irgendwann unter der Woche für mich in keiner Relation“, erklärt Ahrendt seine Sicht der Dinge. Sportlich kann der GSV mit dem dritten Tabellenplatz sehr gut leben. „Mein Glückwunsch geht nach Unna. Der TVU war in diesem Jahr überragend und war für uns, genauso wie der Zweitplatzierte aus Soest sportlich eine Nummer zu groß“, beglückwünscht Ahrendt den diesjährigen Meister.

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Auch Kaiseraus Nobert Mühlmann sieht die Entscheidung des WBV als unabdingbar. „Wir Basketballer haben sicherlich den Vorteil, dass es nur noch vier Spieltage sind, die jetzt nicht mehr ausgetragen werden können. So waren viele Entscheidungen bezüglich des Auf- und Abstiegs bereits geklärt. Da niemand gewährleisten kann, dass im Mai wieder gespielt werden kann, finde ich es gut, dass nun alle planen können. Ich denke, dass die Hand- und Fußballer noch deutlich mehr Spiele auszutragen haben und da sicherlich andere Lösungen von Nöten sein werden“, blickt Mühlmann auch auf die anderen Sportarten.

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Kaiseraus Damen-Trainer Felix Engelskind hätte aufgrund der sportlichen Weiterentwicklung gerne weitergespielt. „Wir befanden uns in einer guten Entwicklung, zuletzt konnte man endlich das Potenzial meiner Mannschaft sehen. Klammert man das Sportliche aus, war die Entscheidung natürlich trotzdem alternativlos“, erklärt Engelskind.

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TVG-Herren-Coach Markus Jochimsen sieht dies genauso und sieht den Saisonabbruch als einzig mögliche Entscheidung.

Zustimmung auch für die Vergabe von „Wildcards“

Um möglichen Benachteiligungen vorzubeugen hat sich der WBV dazu entschieden, Mannschaften, die noch auf die Aufstiegsränge oder ans rettende Ufer springen können, mit sogenannten „Wildcards“ für kommende Saison auszustatten. Die Vereine können diese bis zum 6. Mai beantragen. „Es gibt für die Entscheidung, die Saison vorzeitig zu beenden, keine Rechtsgrundlage. Deshalb ist die Regelung mit den Wildcards in meinen Augen unumgänglich. Ansonsten hätte eine Klagewelle den Spielbetrieb auch in der kommenden Saison gefährdet“, erklärt Kaiseraus Norbert Mühlmann.

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Die Kaiserauer Teams stehen jenseits von Gut und Böse und kommen für eine Wildcard demnach nicht infrage. „Ich weiß allerdings aus sicherer Quelle von einem Team, welches auf dem Abstiegsplatz steht, dass es die Wildcard beantragen wird. Das wird sicherlich nicht das einzige sein. Vielleicht ist diese Regelung nun auch eine Chance dafür, die Ligenreform, die schon seit längerem im Gespräch ist, nun endlich anzugehen“, meint TVG-Coach Markus Jochimsen.

Norbert Mühlhausen hat die Hoffnung, dass nun die Ligenreform durchgeführt wird.

Norbert Mühlhausen hat die Hoffnung, dass nun die Ligenreform durchgeführt wird. © Wagner

Auch beim GSV Fröndenberg kommt eine Wildcard nicht in Frage. „Ich hoffe allerdings, dass der BSC Kamen diese Chance nutzen wird, und wir uns im nächsten Jahr wieder in der Bezirksliga duellieren können. Ich finde diese Idee des Verbandes wirklich sehr gut. Ambitionierte Teams werden so nicht benachteiligt und die Teams im Abstiegskampf können durchatmen. Vielleicht ist diese Regelung auch eine gute Lösung für andere Sportarten“, blickt Fröndenbergs Timo Ahrendt über den Tellerrand.

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TVU-Coach Alex Lanza hat kleinere Bedenken, was Schiedsrichteransetzungen und Terminprobleme in der kommenden Saison angeht, empfindet die Wildcard-Lösung insgesamt aber auch als gut.gol

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