Eintracht Braunschweig ist wieder in der 2. Liga. Als Drittliga-Zweite geht die Eintracht wieder eine Etage höher. Trainer Marco Antwerpen aus Unna macht´s möglich.

von Dirk Berkemeyer

Unna

, 05.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Durch ein 3:2 gegen Waldhof Mannheim hat Trainer Marco Antwerpen mit Eintracht Braunschweig in der dritten Liga vorzeitig die Rückkehr in die zweite Liga perfekt gemacht. Für den gebürtigen Unnaer und langjährigen Aktiven unter anderem beim Königsborner SV und beim TuS Hemmerde der bis dato größte Erfolg seiner Trainerlaufbahn.

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Im aktuellen Interview mit unserer Redaktion spricht der ehemalige Topstürmer von Preußen Münster, Rot-Weiß Essen und Schalke 04 II über die Sekunden nach dem Schlusspfiff, seine noch vorhandenen Kontakte in die Heimat und einen unsäglichen Nestbeschmutzer.


Wie fühlt man sich nach dem Aufstieg und vor allem, wie waren die letzten Sekunden am vergangenen Mittwoch?

Die Szenen waren natürlich unbeschreiblich. Unser Spiel war deutlich früher zu Ende, als die Partie der Bayern gegen Duisburg. Wir haben die letzten Minuten auf der Videowand gesehen. Als Bayern II dann noch das 2:2 gemacht hat, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Da waren wir durch. Einfach unbeschreiblich....


Wie ordnen Sie diesen Triumph für sich persönlich ein?

Für mich ist das natürlich der größte Moment meiner Karriere. Ich bin mit Ahlen in die Regionalliga aufgestiegen und mit Viktoria Köln Regionalliga-Meister geworden. Aber das hier toppt natürlich alles.

„Die ganze Stadt, nein die ganze Region hat diesen Aufstieg herbeigesehnt.“
Marco Antwerpen

Eintracht Braunschweig ist ein Traditionsverein, der 2017 sogar noch ans Tor der Bundesliga geklopft hat. Was ist dort anders, als bei „normalen“ Klubs?

Du hast es gemerkt. Die ganze Stadt, nein die ganze Region hat diesen Aufstieg herbeigesehnt. Die leben alle hier für diesen Klub. Toll, dass es nun geklappt hat.


Danach sah es im November 2019 bei Ihrem Amtsantritt und auch vor dem Corona-Stopp nicht wirklich aus?

Naja. Im November hinkte die Mannschaft den Zielen schon hinterher. Vor der Corona-Pause im März waren wir zwar nur Neunter, hatten aber auch nur drei Punkte Rückstand auf den Aufstiegsrang.


Nach Wiederaufnahme der Liga haben Sie sieben von zehn Spielen gewonnen und damit den Aufstieg klar gemacht. Die Mannschaft war also bestens vorbereitet. Wie ist das gelungen?

Ganz einfach. Als wir im November übernommen haben, konnten wir nicht viel tun. Da war direkt Wettkampfbetrieb. Durch Corona hatten wir jetzt eine etwa sechswöchige Vorbereitung, in der wir den Jungs unsere Philosophie näherbringen konnten. Das hat super funktioniert, die Mannschaft hat das verinnerlicht und sich selbst belohnt.

Braunschweigs Benjamin Kessel (vorn) feiert mit seinen Mitspielern den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die Eintracht wird von Marco Antwerpen gecoacht.

Braunschweigs Benjamin Kessel (vorn) feiert mit seinen Mitspielern den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die Eintracht wird von Marco Antwerpen gecoacht. © picture alliance/dpa


Vor allem der Kampfeswille und die Moral haben gestimmt. Viele Spiele wurden erst in der Schlussphase gewonnen. Etwas, was das Trainerteam der Mannschaft eingehaucht hat?

Du lebst es dem Team natürlich vor, was du auf dem Platz sehen willst. Aber umsetzen muss es am Ende doch immer die Mannschaft.


Trotz des Aufstiegs steht noch nicht fest, ob Marco Antwerpen auch in der zweiten Liga der Chefcoach in Braunschweig sein wird?

Wir genießen jetzt erstmal das, was wir geschafft haben. Danach wird es Gespräche geben. Der Verein hat seine Vorstellungen und auch wir haben uns schon Gedanken gemacht. Man wird sehen.

„Um die Zukunft von mir und meinem Team mache ich mir keine Sorgen.“
Marco Antwerpen

Und wenn man dann zu keiner Übereinstimmung kommt?

Dann ist das eben so. Das ist ziemlich normal im Profifußball. Wir können aber einige Erfolge vorweisen in den letzten Jahren. Um die Zukunft von mir und meinem Team mache ich mir keine Sorgen.


Gibt es eigentlich noch Kontakt in die Heimat?

Ja klar, natürlich. Neben meinem Vater, der in Hemmerde wohnt, auch zu meinem Patenonkel „Kalla“ Korte. Aber auch ehemalige Weggefährten vom KSV wie Bronco Griesdorn oder Jörg Mose haben mir zum Aufstieg gratuliert.

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Das klingt gut. Nur einer wird sich nicht so gefreut haben. Joachim Hopp vom MSV Duisburg. Der hatte im Februar behauptet, dass Braunschweig und Magdeburg durch ihre Trainerverpflichtungen sich selbst um alle Aufstiegschancen gebracht haben!

Die Nummer war unglaublich. Ich kenne ihn überhaupt nicht und auch er kennt mich kein Stück. Keine Ahnung, warum er mich und „Pele“ Wollitz so durch den Dreck zieht. Fakt ist, wir sind aufgestiegen und Duisburg kann es aus eigener Kraft nicht mehr direkt nach oben schaffen. Das sagt dann alles.

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