Anschieber Jannis Bäcker hat im Schlitten von Francesco Friedrich eine erfolgreiche Rückkehr in den Bobweltcup gefeiert und kündigt nun eine positive Überraschung an.

von Dirk Berkemeyer

Unna

, 16.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Jannis Bäcker hat eine erfolgreiche Rückkehr in den Bobweltcup gefeiert. Auf seiner Heimbahn in Winterberg landete der Weltmeister mit seinem Piloten Francesco Friedrich in der Vierer-Konkurrenz am Samstag auf einem starken zweiten Rang. Im Interview mit unserer Redaktion hat der gebürtige Unnaer zudem noch eine weitere positive Überraschung parat.

? Jannis, wo erreichen wir Sie gerade?

Ich bin schon zurück bei meiner Familie in Pirna, denn am 19. Dezember steht die Geburt unseres ersten Kindes an. Diesen Termin will ich natürlich nicht verpassen. Das ist alles sehr aufregend und genau so sind auch die letzten Tage verlaufen.

? Trotz des Trubels ist der Einstieg in den Weltcup für Sie und das Team mit einem zweiten Rang sehr gut gelaufen...

Wenn man rein auf die Platzierung blickt, könnte man ganz zufrieden sein. Allerdings haben wir am Start sicher nicht unsere stärkste Leistung abgeliefert. Da waren einige schneller als wir, die wir eigentlich sonst schon im Sack haben. Aber mit Alexander Schüller hatten wir auch einen Neuling im Weltcup erstmals auf der Position vier an Bord. Da waren die Abläufe noch nicht so im Flow wie gewünscht. Der Junge hat seine Sache aber sehr gut gemacht.

Anschieber Jannis Bäcker meldet sich wieder im Weltcup in Winterberg zurück

Der gebürtige Unnaer Jannis Bäcker sprang jetzt in Winterberg wieder in den Schlitten. © Berkemeyer

? Apropos Besatzung. Ihr Team ist auch in diesem Winter wieder sehr stark aufgestellt. Wie sehen Sioe ihre Position?

Ich bin so gut wie verletzungsfrei durch den Sommer gekommen. Das war natürlich schon mal sehr positiv. Trotzdem ist es natürlich extrem schwer, einen Platz im Bob zu bekommen. Immerhin sind die Jungs in der letzten Saison Olympiasieger geworden und haben dadurch verdientermaßen einen Bonus. Mit Alexander ist jetzt noch ein richtig guter Nachwuchsathlet hinzugekommen. Wir haben am kommenden Samstag nochmal ein Ausschieben und dann werden wir sehen, wie es weitergeht. Ich bin aber in jedem Fall noch konkurrenzfähig.

„Der Zug im Zweierbob ist für mich wohl abgefahren.“
Jannis Bäcker, Anschieber im Welt-Cup

? Das heißt, Sie wissen heute noch nicht, ob Sie auch in den kommenden Weltcups mit dabei sein wirst?

Ich denke, dass ich den Weltcup in Altenberg nicht mitmachen werde. Da wird nochmal das Augenmerk auf die Familie und den Nachwuchs gelegt.. Im weiteren Verlauf des Januars stehen dann noch die Rennen am Königssee, in Innsbruck und in St. Moritz auf dem Programm. Da werde ich wohl dabei sein. Ob als Ersatzmann oder aber in der Crew, dass ist noch offen.

? Wir sprechen aber aktuell nur von einem Platz im Viererbob, oder?

Ja, der Zug im Zweierbob ist für mich wohl abgefahren. Das muss ich neidlos anerkennen. Da haben die anderen Jungs im Team die Nase vorn. Ich weiß nicht, ob die Bobs in den letzten Jahren irgendwie ergonomischer geworden sind. Aber ich komme einfach nicht mehr so gut rein, wie es sein sollte. Vielleicht passt bei meinen Teamkollegen die Konstellation auch nur besser. Aber ich bin entspannt dabei.

? Das heißt....

In den letzten Jahren habe ich immer alles mit absolutem Ehrgeiz angepackt und war sehr besessen. Jetzt bin ich viel entspannter und lockerer bei der Sache. Das liegt wohl auch daran, dass man im Alter ruhiger und routinierter wird (lacht).

Lesen Sie jetzt