Amateurfußball: Fans und Spieler bringen Saisonstart in Gefahr

dzFußball

In gut zwei Wochen soll die Saison 20/21 beginnen. Machen Spieler und Zuschauer so weiter wie bisher, gibt es daran allerdings erhebliche Zweifel.

Kreis Unna

, 20.08.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Saisonstart der Amateurfußballer am 6. September rückt näher - und gleichzeitig wächst die Angst, dass der wegen des Coronavirus eben doch noch platzt. „Das Land hat genau im Blick, was derzeit auf den Sportplätzen passiert“, sagt Manfred Schnieders, Vize-Präsident des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen (FLVW).

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Gemeint ist, dass sich trotz der Bemühungen der meisten Vereine längst nicht alle Spieler und Zuschauer an die Coronaschutzverordnung halten. Vor allem der Abstand und die allgemeinen Hygienevorschriften werden nicht überall eingehalten. „Wir können als Verband zunächst nichts anderes tun, als alle inständig zu bitten, sich der Lage entsprechend zu verhalten. Wenn ich mir die Situation auf den Sportplätzen ansehe, kann ich nur den Kopf schütteln. Falls wir nicht wie geplant loslegen können, haben Zuschauer und Aktive daran einen großen Anteil“, sagt Schnieders.

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Hätte der FLVW denn nicht die Möglichkeit, durch ein Bußgeld den Druck zu erhöhen? „Unsere Satzung sieht so einen Fall, den wir durch die Coronakrise derzeit erleben, doch gar nicht vor. Nicht wir sind für die Einhaltung der Regeln zuständig, sondern die Städte und Kommunen“, erklärt Schnieders.

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Sollte sich die Zahl der Neuinfektionen tatsächlich noch dramatischer entwickeln, wäre eine Verlegung des Saisonstarts sicher eine Option. Möglich wäre aber auch, regional zu entscheiden. „Etwa so wie damals im Fall Gütersloh, als die Regeln nur für diese Region verschärft wurden. Da muss man aber im Einzelfall entscheiden. Ist ein ganzer Kreis betroffen, oder nur einzelne Städte. Macht es Sinn, einzelne Spiele nachzuholen, oder gibt das die verbliebene Zeit bis zum geplanten Saisonende am 30. Juni 2021 gar nicht her. “

Manfred Schnieders appelliert an die Vernunft der Spieler und Zuschauer.

Manfred Schnieders appelliert an die Vernunft der Spieler und Zuschauer. © imago/foto2press

Die Situation ist ernst, das steht auf jeden Fall fest. Der Amateurfußball ist gegen das Virus natürlich nicht immun. Es gibt immer mehr Einschläge von Corona-Fällen. Betroffen waren zum Beispiel BSV Schüren, DJK TuS Körne, SV Herbern, Werner SC, SuS Oberaden, Viktoria Resse oder der Spielvereinigung Vreden. Einige Vorsitzende haben auch schon offen gefragt, ob der Saisonstart am 6. September aufgrund der aktuellen Situation überhaupt Sinn ergibt.

Schnieders betont noch einmal, dass nur die Vereine in Verbindung mit den Zuschauern und den Spielern es in der Hand haben, ob die Saison überhaupt gestartet wird.

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Zuvor hatte der FLVW sich schon Gedanken gemacht, falls die Saison unterbrochen werden muss, obwohl die Hinrunde noch nicht komplett absolviert wurde. Dann, so die Überlegungen, könnte die Spielzeit annullieren und abwartet werden, wie sich das Coronavirus entwickelt. Die Saison würde aber nur dann neu aufgenommen, wenn eine Chance besteht, die komplett bis zum 30. Juni durchziehen zu können.

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Sollte die Saison im Laufe der Rückrunde unterbrochen werden, könnte die aktuelle Tabelle zählen. Über Auf- und Abstieg wird mit der Quotientenregelung entscheiden.

An diesem Wochenende stehen weiterhin zahlreiche Testspiele auf dem Programm, am kommenden die erste Runde des Kreispokals. Alle Beteiligten haben die Chance, zu beweisen, dass sie den Ernst der Lage erkannt haben. Ändert sich nichts, ist der Fußball erster Verlierer.

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