Amateure live in Aktion verfolgen

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Schon bald bieten „soccerwatch.tv“ und der Hellweger Anzeiger Übertragungen von Spielen aus unteren Ligen an. Der Breitensport soll damit gefördert werden.

Kreis Unna

, 22.08.2019, 16:13 Uhr / Lesedauer: 3 min

Den Lieblingsfußballverein im TV verfolgen, auch wenn der nicht in den deutschen Eliteligen dem runden Leder hinterherjagt - bisher eine kaum vorstellbare Vision. Doch die wird nun Realität: „soccerwatch.tv“ und der Hellweger Anzeiger ermöglichen schon bald, dass Spiele der unteren Ligen verfolgt werden können, auch wenn der Besuch auf dem Sportplatz einmal nicht möglich ist.

Vertreter folgender Vereine folgten einer Einladung der Sparkasse UnnaKamen, um sich über die Chance einer Liveübertragung zu informieren: SV Langschede, SV Frömern, SSV Mühlhausen, SG massen, Königsborner SV, TSC Kamen, BSV Heeren, Holzwickeder SC, RW Unna, SV Bausenhagen, Kamener SC, VfL Kamen und SuS Kaiserau. Hinzu kamen Vertreter der Städte Kamen, Unna und Fröndenberg, denn die müssen letztlich ihr OK geben, damit auf den städtischen Anlagen entsprechende Kamerasysteme installiert werden können.

Das dürfte aber kein Problem sein, denn die Kosten für die Kameras übernimmt die Sparkasse UnnaKamen und baulich erfordert das Anbringen dieser Systeme kaum Veränderungen, wie Axel Fuchs und Stefan Wiesenberg, Vertreter von „soccerwatch.tv“ erklärten. „1,8 Millionen Fußball-Spiele gibt es in Deutschland pro Jahr. 99 Prozent davon werden nicht übertragen, obwohl das Interesse dafür durchaus vorhanden ist. Wir machen den Amateurfußball mittels künstlicher Intelligenz sichtbar und fördern damit den Breitensport“, sagte Stefan Wiesenberg bei seiner Präsentation.

Amateure live in Aktion verfolgen

Stefan Wiesenberg präsentierte die Kamera und das „soccerwatch.tv“. © Neumann

Bedenken einiger Vereinsvertreter, dass der ohnehin meist magere Zuschauerzuspruch dann noch weiter sinkt, wurden schnell ausgeräumt. „Das sieht man doch selbst an der Bundesliga. Da sind die Stadien voll, obwohl alles live im TV zu sehen ist. Es ist vielmehr so, dass die Amateurspiele deutlich mehr Zuschauer haben und das ist wiederum für die Sponsoren interessant, weil die Spiele sogar weltweit abgerufen werden können“, so noch einmal Wiesenberg.

Unter www.hellwegeranzeiger.de ist dies schon bald möglich. Dort können Interessenten dann wählen, ob sie das ganze Spiel sehen wollen, oder schon mit den Highlights der Partie zufrieden sind, die wenige Minuten nach dem Abpfiff angeboten werden.

Am Ende der Besprechung erhielt jeder Vereinsvertreter Unterlagen für eine Kooperations- und Nutzungsvereinbarung. Nach Eingang des unterschriebenen Vertrags wird von „soccerwatch.tv“ die Uploadgeschwindigkeit und der Sonnenverlauf auf dem Fußballplatz überprüft und danach entschieden, an welchem Flutlichtmast die Kamera installiert wird. Sobald dann die Stromleitung steht, wird sie auch schon in Betrieb genommen.

Die ersten Reaktionen waren auf jeden Fall positiv. „Wir werden da mitmachen“, sagte Daniel Krahn, Abteilungsleiter des Königsborner SV. „Das hörte sich alles sehr interessant an. Wir werden das im Vorstand besprechen. Es spricht aber wohl nichts dagegen“, so BSV Heerens Vorsitzender Ulrich Eckei.

Gute Bilder sind bei jedem Wetter garantiert

Die „soccerwatch.tv“ Hardware, besteht aus sechs Kameras, deren Bilder sich zu einem 180-Grad-Panorama zusammenfügen lassen. Die Software ist in der Lage, dem Spielgeschehen automatisch zu folgen und die Highlights zu erkennen - ganz ohne jeglichen Chip im Ball oder Trikot. Gute Bilder sollen auch bei schlechtem Wetter oder viel Sonnenschein garantiert sein. Idealer Standort für die Befestigung des Kamerasystems ist der Flutlichtmast an der Mittellinie in sieben Meter Höhe. Alternativen sind ein Tribünendach oder ein entsprechendes Gebäude. Wichtig zudem: Der Verein muss über fachmännisch verlegten Strom bis auf vier Meter in der Nähe der Kamera, in der natürlich auch über ein Mikrofon angebracht ist, verfügen.

Dem Nutzer bieten sich drei Möglichkeiten: Zunächst kann er das Spiel mit einer Verzögerung von etwa zwei Minuten live verfolgen. Die Partie wird zudem als „Konserve“, also wie in einer Mediathek, aufgenommen und steht dem Interessenten so auch deutlich später zur Verfügung. Möglichkeit drei der Spielbeobachtung ist die Zusammenfassung des Spiels, die zwischen zwei und fünf Minuten lang ist.

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Udo Speer, Vorsitzender des Holzwickeder SC, und Ulrich Eckei, „Chef“ des BSV Heeren, nehmen die soccerwatch-Kamera genau unter die Lupe. © Neumann

Aus datenrechtlichen Gründen müssen die Vereine auf den Sportanlagen gut sichtbar Schilder anbringen, durch die Spieler, Zuschauer und Offizielle darüber informieren, dass auf der Anlage Kameras installiert sind und Spiele damit aufgezeichnet werden.

In erster Linie für Trainer gedacht ist der „Coaching-Tool“. Ganz wie bei den Profis und oft im TV zu sehen besteht damit die Möglichkeit, Spielszenen zu zoomen, Zeitlupen anzufertigen oder Grafiken zu erstellen. Dieser „Coaching-Tool“ kostet allerdings 29,90 Euro im Monat und ist von dem Verein oder Trainer zu bezahlen.

Wichtig für die Vereinskassierer: Die Hardware ist für die dreijährige Laufzeit versichert.

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