Als Rolf Unnerstall „seinen“ HSV bezwang

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Vor genau 50 Jahren bezwang Westfalia Holzwickede den Ortsrivalen SV Holzwickede. Doppelter Torschütze zum 2:1-Sieg war Rolf Unnerstall, der später beim HSV seine sportliche Heimat fand.

von Werner Hahn

Holzwickede

, 02.08.2019, 15:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Sommer 1969 standen sich mit der damaligen Westfalia und dem HSV - bekanntlich beides Vorgängerklubs des heutigen Holzwickeder SC - zwei Teams aus der Emschergemeinde in einem ihrer letzten direkten Duelle gegenüber.

„Das waren damals schon Spiele mit einer entsprechenden Brisanz. Immerhin spielte der HSV seinerzeit in der Landesliga, während wir, die Westfalia, in der 1. Kreisklasse auflief“, erinnert sich Friedhelm Klemp, der seinerzeit das Tor der Westfalia hütete. „Ein Jahr zuvor haben wir bei einem Turnier in Opherdicke noch mit 1:4 verloren. Dieses Mal haben wir den Spieß umgedreht, sind als 2:1 Sieger vom Platz gegangen“, sagt der heute als Kommunalpolitiker in der Gemeinde aktive ehemalige Zerberus rückblickend.

Die Partie fand im Unnaer Ortsteil Alteheide statt, weil der dortige TuS aus Anlass eines Vereinsjubiläums ein Turnier ausrichtete. Mit dabei die beiden Teams aus der Emschergemeinde. Interessant zudem: Die Mannschaften standen sich im Finale gegenüber. Über eine Favoritenrolle wurde damals nicht viel diskutiert, die kam ganz klar dem Landesligisten HSV zu, während die Westfalia damals auf Meisterschaftsebene zwei Klassen tiefer um Punkte spielte.

Favorit ging in Führung

Es sollte anders kommen: Zwar ging der Favorit durch Erwin Hemmerich relativ früh in 1:0 Front, doch die Westfalia zeigte dem „großen HSV“ die Zähne. Die „Grünen“ hatte dazu mit Rolf Unnerstall, Gerd Kuhlhüser und Reiner Isenberg probate Gegenmittel. Die HSV-Abwehr bekam Rolf Unnerstall während der gesamten Spielzeit nie in den Griff. Es sollte allerdings bis fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit dauern, ehe die Westfalia den Führungstreffer der „Blauen“ durch eben Rolf Unnerstall zum 1:1-Ausgleich egalisierte. Also musste eine Verlängerung her. Erst zwei Minuten vor Ende dieser Extrazeit war es erneut Unnerstall, dem der entscheidenden Siegtreffer zum 2:1 gelang. Für den zweifachen Torschützen zugleich das letzte Spiel im Trikot der Westfalia, denn Rolf Unnerstall wechselte anschließend zusammen mit dem Königsborner „Kalla“ Korte als Profi zur DJK Gütersloh - damals immerhin frischgebackener Zweitligist.

„Wie ein Sechser im Lotto“

Dieser Erfolg des krassen Außenseiters kam seinerzeit schon einer Sensation gleich, immerhin waren im HSV-Team solch gestandene Akteure wie Heinz-Werner Lügger und der Ex-Fröndenberger Franz-Josef „Jupp“ Serges vertreten, die auch über die Kreisgrenzen hinaus ihren Namen hatten. Sei es drum: Der Flachs blüte nach dieser Partie: „Die sind nach dem Sieg drei Mal um ihre Kirche gelaufen“, war aus dem Mund vieler HSV-Sympathisanten zu hören. Auf den Punkt brachte es Rolf „Otto“ Weltmann, der damals im HSV-Kasten stand: „Für die Westfalia war der Sieg gegen uns wie ein Sechser im Lotto“, sagt der Keeper heute mit einem Lächeln im Gesicht.

„Dass es 46 Jahre später zur Fusion der beiden einstigen Erzrivalen kam, darüber sind wir alle sehr froh“, sagt Friedhelm Klemp wohl stellvertretend für alle, die dem heuer als Holzwickeder SC nachstehenden Club.

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