Der Verband geht schärfer gegen Beleidigungen auf Facebook vor. Im vorliegenden Fall hatte ein Spielertrainer einen Schiedsrichter nach einem Spiel im Netz angegangen.

Werne

, 08.08.2018, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Kreisliga-Fußballer aus dem Kreis Ahaus/Coesfeld ist vergangene Woche vom Kreissportgericht wegen einer Beleidigung in einem Facebook-Post zu einer Sperre und einer hohen Geldstrafe verurteilt worden. Der bereits 62-jährige Spieler und Trainer einer Mannschaft des FC Epe hatte nach einem Spiel im Mai einen Kommentar unter einem Video im sozialen Netzwerk Facebook verfasst. Auf der persönlichen Seite eines Schiedsrichters hatte er diesem vorgeworfen, Ausländer zu benachteiligen, wie der vorsitzende Richter des Kreissportgerichts Berni Langener auf Nachfrage erklärte.

Der Spieler wurde vergangene Woche wegen einer provokativ beleidigenden Äußerung in sozialen Netzwerken zu einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro verurteilt, wovon die Hälfte zur Bewährung ausgesetzt werde. Der Bewährungszeitraum soll ein Jahr betragen. Außerdem erhielt er eine sechswöchige Spielsperre.

Hohe Geldstrafe wegen Kommentar

Grund für die hohe Geldstrafe ist eine Änderung in der Rechts- und Verfahrensordnung. Demnach sollen diskriminierende und ehrabschneidende Beleidigungen nicht unter 500 Euro Geldstrafe geahndet werden, sagte Langener. „Der Verband duldet keine Anfeindungen mehr. Das sollten sich alle merken“, sagte Langener. Auch im Kreis Unna-Hamm geht man sensibel mit dem Thema Facebook um.

„Wenn da etwas passiert, was in Richtung Hass-Kommentare geht, verfolgen wir das und verhängen Strafen. Man muss natürlich den Einzelfall betrachten“, sagt Eberhard Petri, Vorsitzender der Kreisspruchkammer Unna-Hamm. Auch er hat in der vergangenen Saison Geldstrafen verhängt, die allerdings mit Kommentaren im Internet nichts zu tun hatten. Zum Beispiel bei einem Spiel im Unnaer Raum zwischen zwei A-Ligisten. „Da haben Trainer und Betreuer den Schiedsrichter in seiner Kabine eingeschlossen und Schläge angedroht“, erzählt Petri. Die Beteiligten mussten 150, 300 beziehungsweise 400 Euro Strafe zahlen.

Kommentar wurde gelöscht

Beim Fall im Kreis Ahaus/Coesfeld habe der Schiedsrichter den Kommentar an Facebook gemeldet, worauf dieser gelöscht worden sei. Er hatte aber auch ein Beweisfoto angefertigt, das er dem Kreisvorstand vorlegte.

Der Beschuldigte war in einer Partie, die der Schiedsrichter geleitet hat, mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. Er habe sich darüber geärgert, so habe er bei Gericht erklärt, dass der Schiedsrichter mitgeteilt habe, dass er auf dem Platz nur Deutsch und Englisch zulässt, weil er keine anderen Sprachen versteht.

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