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Bastel-Tipp

Wichteltüren fürs Kinderzimmer basteln: So geht’s Schritt für Schritt

In vielen Kinderzimmern sind auch kleine Wichtel zu Hause. Durch kleine Türen auf dem Fußleisten gehen sie ein und aus. Wie man diese Türchen bastelt, zeigen wir hier.

Ein echter Papagei, Frühstück am Bett und dass Wichtel bei ihr einziehen: Die Geburtstagswünsche von meinem Patenkind Leni (7) waren in diesem Jahr sehr spezifisch. Das mit den Wichteln hatte sie im Prinzip aber schon selbst in die Hand genommen. Es gibt da nämlich bestimmte Regeln (über die Leni mich aufgeklärt hat): Unter den Wichteln muss sich herumsprechen, dass es ein Kinderzimmer gibt, in dem sie willkommen sind. Wenn die Kinder Glück haben, ziehen sie dann ganz von selbst ein – sichtbar nur durch eine kleine Tür auf der Fußleiste, durch die sie in ihr Zuhause kommen. Leni hatte den Wichteln ihrer Freundin Ella durch den Briefkasten neben der kleinen Tür ausrichten lassen, dass sie sich freuen würde, wenn sie bei ihnen einziehen würden.

Vor allem in skandinavischen Ländern gibt es viele Wichteltüren in Kinderzimmern. Auch zu Weihnachten ist das eine schöne Idee. Statt eines Adventskalenders kann dann zum Beispiel der Wichtel immer in der Nacht eine kleine Überraschung für das Kind vor seiner Tür deponieren.

Wichtel sind nachtaktiv – auch das weiß ich von Leni. Deshalb sieht man sie in der Regel nicht. Über den Briefkasten kann man aber trotzdem gut mit ihnen kommunizieren.

Wie sie ihre Türchen bauen, das zeigen wir hier Schritt für Schritt

Ein Einblick in die Wichteltüren-Werkstatt

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Zum Bau von Wichteltüren brauchen Sie folgende Materialien:

  • Holzstäbchen wie man sie auch für Eis am Stiel verwendet
  • Doppelseitiges Klebeband
  • Holzleim
  • Acrylfarbe
  • Ziernägel – alternativ funktionieren auch Heftzwecken
  • Tonpapier

Schritt 1: Die lila Tür

Mit den Holzstäbchen kann man schnell und einfach Türen basteln. Für die hinterher lila gewordene Tür habe ich einfach sieben Stächen auf gleicher Höhe nebeneinander gelegt und mit einem weiteren Stäbchen eine gerade Line oben markiert.

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An dieser Linie kann man die Holzstäbchen dann jeweils abschneiden. Das geht ganz einfach mit einer Schere.

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Damit die Stäbchen gut zusammenhalten, legt man sie dann noch einmal ordentlich nebeneinander und fixiert sie auf der hinteren Seite quer mit zwei Streifen doppelseitigem Klebeband.

Für den angedeuteten Rahmen dann einfach drei Stäbchen entsprechend zuschneiden: Die Längen kann man ganz einfach direkt abmessen und mit dem Stift markieren. Damit das alles gut zusammenpasst am Ende, habe ich die Stäbchen sozusagen auf Gärung gesägt – also in einem Winkel von 45 Grad abgeschnitten.

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Das muss dann einfach mit Holzleim auf die Vorderseite der Tür geklebt werden. Genauso geht es mit den kleinen Querstreben: Einfach anhalten, Länge markieren, abschneiden und mit Holzleim aufkleben. Und dann alles ein bisschen trocknen lassen.

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Schritt 2: Die gelbe Tür

Die später gelb gewordene Tür funktioniert so ähnlich. Aber sie ist ja oben abgerundet. Ich habe dazu die Rolle vom Klebeband genommen und dicht an dieser Rundung zehn Holzstäbchen platziert. Das geht auch mit einem Glas oder einem Teller – Hauptsache rund. Damit die Stäbchen in Form bleiben, einfach wieder quer zwei Streifen Klebeband auf der Rückseite aufkleben.

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Mit einem Stift kann man dann auf der Rückseite oben wieder eine Linie einzeichnen, die man als Abschluss haben möchte und die Rundungen der Holzstäbchen abschneiden.

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Auf der Vorderseite dann einfach wieder drei Stäbchen anhalten, die man als Querstreben verwenden möchte, anhalten, markieren, zurechtschneiden und mit Holzleim aufkleben.

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Schritt 3: Farbe auftragen

Die Türen kann man natürlich auch einfach in der Holzoptik lassen. Aber Wichtel mögen es eigentlich gerne bunt. Ich habe die Türen einfach mit normaler Acrylfarbe angepinselt und dann trockenen lassen.


Schritt 4: Der Türknauf

Für den Türknauf kann man Ziernägel verwenden. Bei meinem waren die Pinne etwas lang, ich habe sie mit einer Zange gekürzt und dann einfach von Hand – also ohne Hammer oder so – in das Holz der Türen gedrückt. Alternativ würde das sicher auch mit Heftzwecken oder aber aufgeklebten kleinen Steinchen funktionieren.

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Schritt 5: Die Leiter

In der Regel sind die Haustüren der Wichtel nicht direkt auf dem Boden, sondern auf der Fußleiste. Um dorthin zu gelangen, brauchen sie eine kleine Leiter, die sich auch einfach aus dem Holzstäbchen basteln lässt.

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Schritt 6: Der Briefkasten

Für den Briefkasten habe ich Tonpapier genommen. Darauf habe ich erst ein etwa 5×5 cm großes Quadrat gezeichnet und es dann so erweitert, dass man es später gut zu einem Kästchen zusammenkleben kann. Das muss dann so aussehen:

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An den Linien wird das Tonpapier gefaltet.

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Die schmalen Seiten mit Kleber bestreichen und zusammenkleben, die obere Seite bleibt offen.

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Dann noch ein Schild mit der Aufschrift „Post“ draufkleben.

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Schritt 7: Der Einzug

Dann können die Wichtel kommen. Wie das für sie üblich ist, ziehen sie meistens nachts ein und sind als Überraschung dann morgens einfach da. Manche lassen ihre Schuhe vor der Tür stehen oder stellen sich ein paar Blumen oder eine kleine Bank, wie es sie auch in Puppenhäusern gibt, vor die Haustür. Zur Info für das Kind, bei dem sie eingezogen sind, ist meistens beim Einzug schon ein Brief in dem kleinen Briefkasten.

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Ich mag Geschichten. Lieber als die historischen und fiktionalen sind mir dabei noch die aktuellen und echten. Deshalb bin ich seit 2009 im Lokaljournalismus zu Hause.
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