Nach einem dringenden Appell der Landesregierung, Kinder möglichst zu Hause zu betreuen, sind die Kitas in Selm seit vergangenem Montag immer leerer geworden. © Arndt Brede
Kitas

Viele Kinder aus Selmer Kitas bleiben zu Hause – Lob an die Eltern

Im harten Lockdown sollen Eltern ihre Kinder möglichst zu Hause betreuen. In vielen Selmer Kitas ist es deutlich leerer geworden. Die Verantwortlichen loben besonders den Einsatz der Eltern.

„Wir erleben zum wiederholten Mal in diesem Jahr, dass die Eltern sehr verständnisvoll reagieren und zunehmend Lösungen suchen und finden“, so das Fazit von Pia Althoff, Verbundleiterin der sechs Kitas in der katholischen Großgemeinde St. Ludger.

Höchstens 25 Prozent der Kinder, die dort normalerweise betreut werden, seien am Mittwoch (16.12.) noch da. „Das ist wirklich wenig.“ Und die Tendenz sei weiter fallend.

Wer es organisieren kann, sollte seinen Nachwuchs nicht in die Kita bringen. So lautet die Empfehlung der NRW-Landesregierung vom vergangenen Freitag (11.12.).

Entlastung für die Mitarbeiter

Für die Mitarbeiter sei die Regelung eine Entlastung sagt Althoff weiter, auch mit Blick auf den Krankenstand unter den Mitarbeitern. Die vergangenen Monate waren für die Teams sehr anstrengend. Zusätzlich zum normalen Berufsalltag galt es auch die Hygienekonzepte umzusetzen.

„Montag war das noch ganz unterschiedlich. Jetzt liegen wir bei unter 50 Prozent“, sagt Jochen Schade-Homann, Fachbereichsleiter Jugend und Erziehung im evangelischen Kirchenkreis Dortmund, der auch Träger von zwei Kitas in Selm ist. Auch hier kommen seit Montag von Tag zu Tag weniger Kinder.

Ähnlich sieht es in der Kita Kleine-Strolche-Selm aus. Am Mittwoch waren noch 20 von 57 Kindern da. „Die Eltern sind sehr rücksichtsvoll“, sagt die Mandy Sieradzki, stellvertretende Leiterin der Kita.

Den Betreuern gehe es damit ganz gut, „wir sind natürlich trotzdem hier“. Denn das Betreuungsangebot steht weiter. Am Mittwoch wurden Plätzchen gebacken. Teigspenden gab es von den Eltern.

Abruptes Ende ist schade für die Kinder

Das abrupte Ende sei für viele Kinder allerdings schade und nicht leicht, meint Sieradzki. Um den Abschied über den Jahreswechsel etwas zu erleichtern, wird es für die Kinder noch Geschenktüten geben, als Weihnachten-to-go.

Klar sei aber auch, dass die Politik sich lange schwer getan habe mit einer Entscheidung. „Das kann man aber auch verstehen“, sagt Althoff. Etwa mit Blick auf berufstätige Eltern.

Der Appell der Landesregierung, betrifft viele Menschen: Eltern, Kinder, Erzieherteams und die Träger der Kitas. Claus Themann, Leitender Pfarrer der Gemeinde St. Ludger mit mehreren Kitas, sagte am vergangenen Freitag (11.12.), es klinge irgendwie verrückt, aber auf der anderen Seite „ist es vielleicht auch richtig. Für die, die es können und die entsprechend mithelfen wollen, dass die Fallzahlen weiter runtergehen, ist es sinnvoll zu sagen: Ich lasse mein Kind im Moment aus der Kita raus“.

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Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus
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