In Hessen und Niedersachsen dürfen Supermärkte selbst entscheiden, ob sie nur noch Kunden mit 2G-Nachweis reinlassen. © picture alliance/dpa/AP
2G in Supermärkten

Supermarkt-Inhaber zu 2G-Regel: „Diskriminierung von Impfgegnern“

In Hessen und Niedersachen können Supermarkt-Inhaber selbst entscheiden, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene hineinlassen. Würden sich das auch Selms Supermärkte wünschen?

Wer in Selm, so wie in ganz NRW, einkaufen geht, der muss Maske tragen und Abstände einhalten. In Hessen und Niedersachen setzt man im Einzelhandel, also auch in Supermärkten, mittlerweile auf die 2G-Regel. Die Entscheidung, ob Kunden nur noch geimpft oder genesen Zutritt in Supermärkte haben sollen, fällen die Inhaber selbst.

Setzt ein Supermarkt auf die 2G-Regel, dürfen Geimpfte und Genesene ohne Masken und Abstandsregelung einkaufen. Das Land NRW scheint diesen Weg erst einmal nicht gehen zu wollen. Verschiedene Medien berichten, dass seitens des Einzelhandels bislang keine Wünsche zur Einführung einer 2G-Regelung beim zuständigen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes Nordrhein-Westfalen von Minister Karl-Josef Laumann geäußert worden seien.

2G-Regel im Supermarkt ist „Quatsch“

Aber wie sieht es in Selm aus? Stimmt die Aussage, dass eine 2G-Regel von Supermärkten nicht gewollt ist? Zumindest wenn es nach Martin Humpert von Edeka Humpert in Selm geht.

Der Geschäftsführer einer Edeka-Filiale in Selm, Martin Humpert, ist von der Maskenpflicht beim Einkauf zum Schutz seiner Mitarbeitenden überzeugt.
Der Geschäftsführer einer Edeka-Filiale in Selm, Martin Humpert, ist von der Maskenpflicht beim Einkauf zum Schutz seiner Mitarbeitenden überzeugt. © Irina Höfken © Irina Höfken

„Für mich ist das Quatsch“, sagt der Supermarkt-Inhaber. Für ihn ist das Diskriminierung für alle, die absolute Impfgegner sind. „Die müssen doch von irgendetwas leben. Sonst hätten wir ja einen Impfzwang“, sagt Martin Humpert im Gespräch mit der Redaktion. Das Recht auf Grundversorgung gelte auch weiterhin, für jeden.

Rewe plant keine 2G-Regeln

Auch bei Rewe hält man offenbar nicht viel von einer 2G-Regel, denn Pressesprecher Raimund Esser schreibt auf Anfrage der Redaktion, dass selbst die Rewe-Märkte sowie die Penny-Filialen und toom-Baumärkte, die zur Rewe-Group gehören, in Hessen keine 2G-Regel einführen werden. „Die bisherigen Regelungen in unseren Märkten haben sich in der Praxis sehr gut bewährt“, so Esser. Also wird es in den Rewe-Filialen in Selm bald keine Bevorzugung von Geimpften und Genesenen geben.

Jimmy Gawdi wird auch den Rewe-Markt an der Kreisstraße, der derzeit noch gebaut wird, betreiben.
Jimmy Gawdi wird auch den Rewe-Markt an der Kreisstraße, der derzeit noch gebaut wird, betreiben. © Arndt Brede © Arndt Brede

Jimmy Gawdi, Inhaber von zwei Rewe-Filialen in Selm, antwortet auf eine Presseanfrage der Redaktion: „Da die 2G-Regel derzeit nicht für uns in NRW absehbar ist, habe ich mich damit nicht näher beschäftigt. Wir können unsere Aufgabe als Nahversorger mit der aktuellen Handhabung vollständig und sicher für Mitarbeitende, Kunden und Dienstleister wahrnehmen. Das ist mir wichtig.“ Weiter schließt er sich den Aussagen von Raimund Esser an.

Aldi: Zahlreiche bisherige Maßnahmen reichen

Auch Aldi Nord plant weder eine 2G-Regel noch eine 3G-Regel. „Wir sind davon überzeugt, dass die zahlreichen Maßnahmen, die in den vergangenen Monaten in allen Märkten von Aldi Nord umgesetzt wurden, sinnvoll dazu beitragen, unsere Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen“, heißt es auf Anfrage der Redaktion von Pressesprecher Dennis Boczek.

Einzelne Kundengruppen vom Einkauf auszuschließen, würde grundsätzlich dem Selbstverständnis des Unternehmens als zuverlässigem Grundversorger widersprechen. „Unser Anspruch ist es, weiterhin alle Kundinnen und Kunden jederzeit mit all dem zu versorgen, was sie für ihren täglichen Einkauf benötigen“, so Boczek weiter.

Trotzdem beobachte man bei Aldi Nord die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland sehr genau, um die Maßnahmen wo nötig weiter anzupassen. „Dazu stehen wir weiter im regelmäßigen und konstruktiven Austausch mit der Politik und den zuständigen Behörden und setzen deren Empfehlungen und Vorgaben schnellstmöglich um“, antwortet Dennis Boczek.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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