Gabriele Redemann treffen die Lieferprobleme bei der Kleidung nicht so stark. Sie arbeitet mit vielen Firmen zusammen, die in Deutschland fertigen. © Daniel Claeßen (A)
Lieferengpässe

Selmer Modegeschäfte müssen lange auf Nachbestellungen warten

Wer Jacken kaufen will, muss im Moment mit Verzögerungen rechnen. Auch die Selmer Kleidungsgeschäfte sind von den Lieferengpässen betroffen. Schwierig wird es vor allem bei gefragten Waren.

Viele Branchen haben derzeit Schwierigkeiten, weil sich Lieferungen auf der ganzen Welt verzögern. „Gerade wir im Textilbereich sind davon betroffen“, weiß Michael Böckenkemper vom gleichnamigen Modehaus an der Ludgeristraße. Eigentlich sah es zunächst gut aus, weil in der Textilbranche bekanntermaßen die Waren mit langem Vorlauf bestellt werden. Jetzt hakt es allerdings bei den Nachbestellungen. „Die Firmen haben die Waren einfach nicht mehr auf Lager“, bemerkt Böckenkemper. Vor allem bei Herbst- und Winterjacken werde es aktuell immer wieder knapp.

Vor der Pandemie seien Nachbestellungen in wenigen Tagen eingetroffen, jetzt könne es auch schon mal drei Wochen dauern. Die Kunden würden sich allerdings nicht beschweren. „Sie sehen ja, dass es im Moment überall schwierig ist“, meint der Sohn des Ladeninhabers. Wie es weitergehen wird, will Michael Böckenkemper nicht prognostizieren. Wer besondere Wünsche zu Weihnachten hat, sollte sich aber nicht unbedingt bis kurz vorher Zeit lassen. Sonst könne es passieren, dass der Artikel nicht mehr rechtzeitig geliefert werden kann.

Geschäft profitiert von langjähriger Zusammenarbeit

Gabriele Redemann, Inhaberin von „Pe-Ga Moden“, ist von den Lieferverzögerungen nach eigener Aussage nicht ganz so stark betroffen. „Viele der Firmen, bei denen wir kaufen, fertigen auch in Deutschland. Das ist in dieser Saison wirklich Glück, das merkt man deutlich.“ Hier zahle sich manch lang andauernde Partnerschaft über mehr als 30 Jahre aus.

„Ich klopfe auf Holz, im Moment sind wir sehr gut durchsortiert“, zeigt sich die Inhaberin vorsichtig optimistisch. Schwierigkeiten ergeben sich auch für Gabriele Redemann allerdings, wenn sie Waren nachbestellen muss: „Die Firmen haben nicht so viel auf Lager und können nicht nachliefern.“ Das zeige sich bei allen Kleidungsstücken, besonders bei Pullovern und Jacken.

Im Gespräch mit Kundinnen hat Gabriele Redemann bereits mehrfach Erstaunen gehört, dass in ihrem Laden vergleichsweise viele Waren vorhanden sind. „In anderen Orten muss das wohl noch problematischer sein“, stellt sie fest.

Hans-Georg Berken-Schirmeisen hält die Prognosen möglicher Lieferzeiten für Kaffeesatzleserei: „Es kann keiner genau sagen, wann was kommt.“ Das liege unter anderem am Transportweg. Weil viele Waren per Frachtschiff aus Fernost kämen, könne sich eine Lieferung leicht um mehrere Wochen verzögern.

Sporthaus hat sich frühzeitig vorbereitet

Der Chef des Kaufhauses Berken kann aber weitestgehend beruhigen: „Ich weiß von keinem Produkt, das nicht pünktlich zum Weihnachtsgeschäft kommt.“ Allerdings gebe es wegen der vorgezogenen Bestellfristen ein grundsätzliches Problem bei vielen Händlern: „Es ist schwierig, alles vorzufinanzieren, wenn die Ware erst im Dezember verkauft wird.“ Um das Weihnachtsgeschäft macht er sich dennoch keine Sorgen: „Ich glaube nicht, dass es unterm Weihnachtsbaum keine Geschenke gibt.“

Christian Angersbach hat in diesem Jahr frühzeitig mehr Waren bestellt.
Christian Angersbach hat in diesem Jahr frühzeitig mehr Waren bestellt. © Irina Höfken © Irina Höfken

Christian Angersbach vom gleichnamigen Sporthaus an der Kreisstraße hat ebenfalls Probleme: Ob Skibekleidung oder Regenjacken – die Engpässe ziehen sich durch nahezu die gesamte Produktpalette. Teilweise seien einzelne Produkte der Lieferanten erst wieder für Februar 2022 angekündigt, berichtet Angersbach.

Bereits im Frühjahr habe Angersbach die ersten Bestellungen für das Weihnachtsgeschäft getätigt. Denn: Es habe sich bereits vor über einem Jahr abgezeichnet, dass es zu Lieferproblemen kommen werde. Christian Angersbach hat sogar etwas mehr bestellt als sonst: „Wir haben das Warenvolumen um 20 Prozent erhöht.“

Trotz der frühzeitigen Maßnahmen kann Angersbach aber nicht ausschließen, dass im Weihnachtsgeschäft manche Artikel in seinem Geschäft ausverkauft oder gar nicht erst verfügbar sein werden: „Die eine oder andere Größe wird dann möglicherweise nicht vorrätig sein.“

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