Lippeverband

Schwimmbagger auf Lippe ist im Einsatz auch für den Artenschutz

Auf der Lippe bei Bork wühlt sich ein technisches Ungetüm durch den Uferrand: ein Schwimmbagger. Der Koloss zerstört nicht etwa Ufervegetation, sondern baggert im Auftrag des Artenschutzes.
Der Lippeverband ist zurzeit im Einsatz in Bork. Seine Mission: Ufersicherung. © Anne-Kathrin Lappe / EGLV

In Selm-Bork ist in der Nähe der Kläranlage an der Lippestraße ein Schwimmbagger im Einsatz. Im Auftrag des Lippeverbandes entfernt das außergewöhnliche Arbeitsgerät von der Wasserseite aus eine Unterspülung, wie der Lippeverband in einer Pressemitteilung schreibt. Als Nebeneffekt entstehe ein natürliches Flussufer, das Höhlenbrütern wie dem Eisvogel oder der Uferschwalbe Platz für die Nahrungssuche und die Aufzucht ihrer Jungen bietet. Auch Fische und Insekten würden neue Lebensräume an einem möglichst strukturreichen Ufer finden.

Die Unterspülung des Ufers war von der Landseite aus nicht zu sehen und hätte bei einem plötzlichen Abbruch gefährlich werden können. Aus Sicherheitsgründen muss der Lippeverband außerdem einen bruchgefährdeten Baum entfernen. Der Stamm bleibt vor Ort – er verrottet langsam und bietet Kleintieren so neue wertvolle Lebensräume.

Schwimmender Bagger bietet viele Vorteile

Der Schwimmbagger ist regelmäßig an der Lippe im Einsatz. Er bringt bei der Arbeit am Gewässer viele Vorteile mit sich, da er an geeigneter Stelle ins Wasser gelassen werden kann, ohne sensible Uferbereiche durchfahren zu müssen, wie der Lippeverband betont: „Durch die Arbeit von der Wasserseite aus kommt man mit einem kleineren Bagger aus, der weniger Energie verbraucht.“ Stünde der Bagger an Land, müsste statt eines 12- eher ein 30-Tonnen-Bagger zum Einsatz kommen, um die notwendige Standsicherheit zu gewährleisten.

In Selm betreibt der Lippeverband vier Kläranlagen und drei sogenannte Sonderbauwerke wie Hochwasser- oder Regenrückhaltebecken. Außerdem unterhält der Verband in Selm rund 2,8 Kilometer Wasserläufe.

Die Lippe in Bork ist naturbelasse
Die Lippe in Bork ist naturbelassen. © Anne-Kathrin Lappe/EGLV © Anne-Kathrin Lappe/EGLV

Der Lippeverband, dem zurzeit 155 Kommunen und Unternehmen als Mitglieder angehören, ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt, wie er selbst über sich schreibt. Als Leitidee des eigenen Handelns diene das Genossenschaftsprinzip. Seine Aufgaben sind in erster Linie die Abwasserentsorgung und -reinigung, Hochwasserschutz durch Deiche und Pumpwerke und die Gewässerunterhaltung und -entwicklung. Dazu gehört auch die ökologische Verbesserung technisch ausgebauter Nebenläufe.

Großes Projekt: Renaturierung der Lippe

Darüber hinaus kümmert sich der Lippeverband in enger Abstimmung mit dem Land NRW um die Renaturierung der Lippe. Das gemeinsame Ziel: Der längste Fluss Nordrhein-Westfalens soll in den kommenden Jahren wieder natürlicher – und dort, wo es geht, auch wilder werden.

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