Birgit Schemmel und Christian Kokesch von der Selmer Marktbuchhandlung: Noch gibt es keine Lieferschwierigkeiten im Buchhandel. © Arndt Brede (A)
Rechtzeitig Geschenke kaufen

Problem Papiermangel: Selmer Buchhändler für Weihnachtsgeschäft gerüstet

Autoren sind verunsichert, Leser auch: Angeblich macht Papiermangel derzeit den Verlagen zu schaffen. Bücher sind aber zu Weihnachten ein beliebtes Geschenk. Werden sie unter dem Baum liegen?

In gut zwei Monaten ist Weihnachten. Und nach wie vor gehören Bücher bei Kindern und Erwachsenen zu den beliebtesten Geschenken. Nun macht ein Gerücht die Runde – die Buchverlage hätten mit Papiermangel zu kämpfen, manche Bücher erscheinen deshalb später als geplant.

Das Thema beschäftigt auch auf der Frankfurter Buchmesse Autoren und Verlage. Der Papiermangel ist seit einigen Wochen ein Problem. Besonders für Sonderformate, aber auch Bücher, die besondere Farben benötigen, müsse man jetzt mehr Zeit einplanen, so eine Verlagssprecherin in Frankfurt.

Christian Kokesch von der Selmer Marktbuchhandlung sieht die Lage derzeit gelassen: „Prinzipielle Lieferschwierigkeiten gibt es im Buchhandel bislang nicht, auch nicht beim neuen Asterix, der jetzt erschienen ist. Weihnachten kann also stattfinden.“

Nachdrucke sind das Problem

Man müsse, so der erfahrene Buchhändler, allerdings differenzieren. „Nachdrucke sind im Augenblick nicht in der Geschwindigkeit möglich, die man gewohnt ist. Das heißt also: Sollte im Dezember – also im Weihnachtsgeschäft – ein Bestseller ab Verlag ausverkauft sein, wird ein Nachdruck nicht mehr rechtzeitig in die Läden gelangen, sondern beispielsweise erst im Januar oder Februar.“

Aber auch in solch einem Fall kann Kokesch die Kunden beruhigen. „Aufgrund der Vielfalt des Buchhandels und der entsprechenden Beratungsqualität werden sich aber immer sehr gute Alternativen finden lassen“, verspricht der Buchhändler.

Genügend Bücher vorhanden

Da alle Beteiligten mit der Problematik vertraut seien, disponiert der Buchhandel, auch die Selmer Marktbuchhandlung, entsprechend, so dass die Buchhandlungen im November/Dezember so gut gefüllt sein werden wie in den Jahren zuvor. Die Kunden haben also auf jeden Fall eine große Auswahl an möglichen Geschenken und können sich beraten lassen, falls ein gewünschter Bestseller nun tatsächlich nicht vorrätig sein sollte.

Kokesch: „Und was wir ohnehin (mit überschaubarem Erfolg) jedes Jahr empfehlen: Nicht erst zwei Tage vor Heiligabend sich um das Buchgeschenk zu kümmern.“ Dieser Tipp gilt übrigens auch für alle anderen Geschenke.

Gutscheine sind Alternative

Falls es aber doch ein spezielles, nicht lieferbares Buch sein sollte, „so stellen wir auch Gutscheine mit der entsprechenden Titelangabe aus. Aber auch das ist nichts Außergewöhnliches“, blickt Kokesch auf die vergangenen Jahre zurück.

Einige Kunden hätten aufgrund der Medienberichte schon interessiert nachgefragt. Kokesch: „Sie sehen das Ganze aber auch eher gelassen.“ Obwohl – so der Buchhändler mit Augenzwinkern – „jede Buchhandlung sicherlich gerne für Hamsterkäufe zur Verfügung steht.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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