Zum Besteck und zur Speisekarte sollten gastronomische Betriebe derzeit auch eine Liste für die Gäste-Registrierung an den Tisch liefern. Wer das nicht tut, dem drohen Bußgelder. © picture alliance/dpa
Corona-Schutzvorschriften

Ordnungsamt Selm kontrolliert Lokale auch abends und am Wochenende

Zur Speisekarte gibt es die Registrierungsliste dazu - zumindest sollte das so sein in Zeiten der Corona-Schutzmaßnahmen. Ob sich in Selm alle Gastronomen daran halten, wird kontrolliert.

Abends eben mal eine Pizza oder ein Schnitzel essen gehen – das ist in Zeiten der Corona-Pandemie mit etwas mehr Aufwand verbunden. Spontan sein, könnte zu Schwierigkeiten führen, denn in den Restaurants und Cafés stehen nicht so viele Plätze zur Verfügung wie vor der Pandemie.

Am besten reserviert man rechtzeitig einen Tisch im Restaurant, denn die Platzkapazität ist aufgrund von Corona-Vorschriften eingeschränkt. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Und bevor die Servicekraft Bestellungen aufnimmt, müssen die Gäste erst einmal eine Liste mit Namen, Adresse, Telefonnummer, Datum und Uhrzeit ihres Besuchs ausfüllen. Zumindest sollte das so sein, damit im Falle einer Infektion schnell geprüft werden kann, wer sich möglicherweise angesteckt haben könnte.

Aber offenbar nehmen nicht alle Gastronomen diese Verpflichtung ernst, wie ein Beispiel aus der Nachbarstadt Lünen zeigt. Dort war ein Paar in einem Restaurant und bekam weder selbst eine Liste vorgelegt, noch – wie die Lüner beobachteten – die anderen Gäste.

Außendienst ist unterwegs

Dabei wird natürlich kontrolliert. ob sich die Betreiber von Restaurants, Cafés oder auch Bäckereien mit Café-Betrieb an die Regeln der Corona-Schutzverordnung halten. In Selm finden diese Kontrollen „innerhalb der regulären Streifen des ordnungsbehördlichen Außendienstes auch am Wochenende und abends“ statt, wie Stadt-Pressesprecher Malte Woesmann auf Anfrage erklärt.

Die Listen mit Namen, Adressen und Telefonnummern der Gäste müssen für vier Wochen vor Ort in den gastronomischen Betrieben vorgehalten werden. Woesmann: „Im Falle einer Infektion ist das Kreisgesundheitsamt Unna zuständig.“ Dort wird dann die Infektionskette verfolgt und die Betroffenen werden informiert. Gab es keine Infektionen sind die Listen nach vier Wochen vom Inhaber des Restaurants oder Cafés zu vernichten.

Die Regelungen der jeweils geltenden Corona-Schutzverordnung sind, so der Selmer Stadtsprecher, den Gastronomen bekannt und müssen eingehalten werden. Das betrifft beispielsweise auch, dass den Gästen Desinfektionsmittel für die Hände zur Verfügung gestellt werden, dass das Servicepersonal Mund-Nasen-Schutz trägt und die Gäste zum Tisch führt, um unnötige Wege und Begegnungen ohne ausreichend Abstand mit anderen Gästen zu vermeiden.

Die Betriebe seien informiert worden und auf die geltenden Bestimmungen hingewiesen worden, sagt Woemann.

Beratungsbedarf nach Lockerungen

Bei Rückfragen der Betriebsinhaber gebe es ebenfalls die entsprechenden Informationen. Es habe sich gezeigt, dass dort im Zuge der stufenweisen Lockerungen Beratungsbedarf bestanden habe. Wird ein Betriebsinhaber ertappt – beispielsweise weil er bei Kontrollen auffiel oder sich Gäste bei der Stadt gemeldet haben – muss er mit Verhängung von Bußgeldern rechnen. Woesmann: „Bußgelder können bis zu einer Höhe von 2500 Euro ausgesprochen werden.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt
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