Im Herbst 2018 ist ein 73-jährigen Selmer überfallen überfallen worden. Damals war auch ein Hubschrauber zur Fahndung eingesetzt worden. © Sylvia vom Hofe (Archiv)
Raub

Mann in Selm geschlagen und gefesselt: 34-Jähriger steht vor Gericht

Ein 34-jähriger Mann steht ab Donnerstag (28.1.) vor dem Dortmunder Landgericht. Ihm wird vorgeworfen, im Herbst 2018 einen 73-Jährigen in Selm in dessen Haus überfallen zu haben.

Zwei Männer sollen gemeinsam in ein Haus in Selm eingedrungen sein, um dort Beute zu machen. Einer von ihnen steht nun ab Donnerstag (28.1.) vor dem Dortmunder Landgericht, um sich für die Tat zu verantworten.

Dem Mann, der kurz vor Jahresende 2020 34 Jahre alt geworden ist, wirft die Staatsanwaltschaft vor, am 18. Oktober 2018 an der Langen Straße in Selm mit einem Komplizen einen gemeinschaftlichen Raub begangen zu haben. Außerdem soll er sich wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung vor Gericht verantworten.

An dem Herbsttag vor mehr als zwei Jahren sollen die beiden Männer kurz vor 10 Uhr vormittags durch den Garten in ein Reihenhaus an der Langen Straße in Selm eingebrochen sein. Das Haus wurde von einem 73-Jährigen alleine bewohnt.

Opfer öffnete Tür nicht

Zunächst hätten die beiden Täter an der Haustür geklingelt, doch der Hausbewohner öffnete ihnen nicht. Danach verschafften sich die Männer über eine auf Kipp stehende Terrassentür Zugang zur Wohnung.

Als die Männer in der Wohnung auf den 73-Jährigen trafen, sollen sie ihn überwältigt haben, indem ihm einer der Täter einen Schlag versetzte. Dann fesselten sie ihn, als er auf dem Boden lag. Als der Mann so wehrlos war, begann einer der Täter, die Wohnung zu durchsuchen. Dabei erbeutete er 2800 Euro Bargeld und eine Herrenarmbanduhr. Währenddessen bewachte der zweite Täter das Opfer.

Männer flüchteten aus dem Haus

Nach Angaben des Opfers haben die beiden Männer sich in einer Sprache unterhalten, die er nicht identifizieren konnte. Mit ihm sprachen die Männer Deutsch mit Akzent.

Nach der Tat flüchteten die Männer aus dem Haus. Sie ließen den 73-Jährigen gefesselt am Boden liegen. Zudem verschlossen sie die Innentür des Hauses, bevor sie es verließen und in unbekannte Richtung verschwanden.

Dem Hausbewohner gelang es, sich von den Fesseln zu befreien und eine Nachbarin zu verständigen. Laut Polizeibericht vom Oktober 2018 habe er selbst erklärt, unverletzt geblieben zu sein.

Zeugen hielten Täter für Schrottsammler

Zeugen hatten die beiden Männer schon kurz vor der Tat in der Langen Straße gesehen, die beiden allerdings für Schrottsammler gehalten. Die Fahndung nach den Männern verlief zunächst erfolglos. Auch ein Polizeihubschrauber war dabei im Einsatz.

Dass einer der Täter nun vor Gericht steht, erlebt das Opfer des Überfalls nicht mehr mit. Der 73-Jährige ist nur wenige Wochen nach dem Raub, im Dezember 2018 gestorben.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt
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