In Selm hat es sieben neue Coronafälle gegeben. © dpa
Coronavirus

Inzidenz-Höchstwert in Deutschland: Wie ist die Lage in Selm, Olfen und Nordkirchen?

Die Coronazahlen in Deutschland erreichen gerade täglich neue Rekorde. Während die Inzidenz im Kreis Coesfeld vergleichsweise niedrig ist, steigt die im Kreis Unna seit einer Woche rasant an.

Den siebten Tag in Folge meldet das Robert Koch-Institut am Sonntag (14. November) Inzidenz-Höchstwerte für Deutschland: 289 Neuinfektionen hat es in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner in Deutschland gegeben. So viele wie noch nie in der Krise – die vierte Welle, vor der Experten schon lange gewarnt hatten, ist unweigerlich längst da.

Auch in den Kreisen Unna und Coesfeld sind die Coronazahlen in den vergangenen Wochen und Tagen wieder stetig nach oben geklettert. Die Inzidenz im Kreis Unna liegt aktuell laut RKI bei 152,2. Das liegt deutlich zwar unter dem bundesweiten Wert – der vor allem durch die vielen Fälle in Sachsen (Inzidenz von 670,9), Thüringen (527,4) und Bayern (496,4) stark in die Höhe geschnellt ist. In Nordrhein-Westfalen gab es in den vergangenen sieben Tagen laut RKI 162,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Aber: Innerhalb einer Woche ist die Inzidenz im Kreis rasant gestiegen. Samstag lag er noch bei 136,4 – eine Woche voher am 6. November sogar bei 84,9.

Wie eigentlich immer im Verlauf der Pandemie ist die größte Stadt im Kreis diejenige, in der es die meisten aktuellen Fälle gibt. Laut Angaben des Gesundheitsamtes von Freitag sind derzeit 228 Menschen mit Wohnsitz in Lünen aktiv erkrankt. 60 sind es in der deutlich kleineren Nachbarstadt Selm – die damit im Kreisvergleich im unteren Mittelfeld liegt.

Kreis Coesfeld mit niedrigstem Wert in ganz NRW

Mit gerade 39 aktiven Fällen (Stand: 12. November) führt die Gemeinde Nordkirchen die Liste der Kommunen mit den meisten Fällen im Kreis Coesfeld seit einigen Tagen an. In Olfen sind gerade 15 Menschen aktiv mit Corona infiziert. Insgesamt ist die Inzidenz im Kreis Coesfeld, der zwar flächenmäßig größer ist als der Kreis Unna, in dem aber weniger Menschen leben, weniger alarmierend als in anderem Regionen. 69,8 Menschen haben sich hier in den vergangen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner mit Corona infiziert. Im Vergleich zu Samstag ist dieser Wert am Sonntag sogar etwas gesunken. Etwas, das aber auch mit dem Wochenende und dadurch verlangsamte Prozesse in den Behörden zu tun haben kann.

Der Kreis Coesfeld ist mit diesem Wert aber auch jeden Fall weiterhin der Landkreis in NRW mit der geringsten Inzidenz.

Weniger die Inzidenz spielt bei der Frage, ob es in Zukunft wieder zu einer Verschärfung der Coronaregeln kommen wird, eine Rolle. Sondern mehr die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz. Dieser Wert beschreibt die Zahl der Corona-Patienten im Krankenhaus pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Am Freitag lag die Hospitalisierungsinzidenz in Deutschland bei 4,70. Am Wochenende wird dieser Wert nicht ermittelt.

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Marie Rademacher

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