Das Ordnungsamt hat am schönen, sonnigen Wochenende in Selm kontrolliert, ob sich alle an die Corona-Regeln gehalten haben. © Jürgen Weitzel (Archiv)
Coronavirus

Illegale Friseurtätigkeit und ohne Maske auf dem Spielplatz: Corona-Verstöße in Selm

Mehrmals ist die Polizei am sonnigen Wochenende nach Selm ausgerückt - immer ging es um die Einhaltung der Coronaregeln. In einem Fall besteht der Verdacht auf „illegale Friseurtätigkeit“.

Blauer Himmel und Sonnenschein hat am Wochenende die Menschen ins Freie getrieben – auch in Selm. Inmitten der Corona-Krise ist das unter Umständen gar nicht so unproblematisch: Laut aktueller Corona-Schutzverordnung ist es so, dass sich nur Angehörige eines Haushaltes mit einer weiteren Person und gegebenenfalls deren Kindern im öffentlichen Raum zusammen aufhalten dürfen. Ein Problem in Park und auf Spielplätzen, wie verschiedene Einsätze am Wochenende zum Beispiel am Phoenix-See in Dortmund gezeigt haben.

Wie war das in Selm? Das Ordnungsamt war in normaler Stärke unterwegs, wie die Stadt auf Anfrage der Redaktion erklärt. „Verstöße wurden nicht vom Ordnungsamt festgestellt. Lediglich in einem Fall musste auf das Masketragen auf einem Spielplatz hingewiesen werden. Dies wurde anstandslos befolgt“, sagt Stadt-Sprecher Malte Woesmann. Bußgelder habe man entsprechend auch nicht aussprechen müssen.

„Die Polizei wurde jedoch zu Einsätzen am Minispielfeld in Bork gerufen. Dort soll es zu Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung gekommen sein“, sagt er weiter.

Stuhl und Spiegel in der Garage, aber keine Haare auf dem Boden

Nicht der einzige Einsatz, den die Polizei am Wochenende in Selm wegen Corona-Verstößen hatte. Vier findet Polizeisprecherin Vera Howanietz in ihrer Liste. In einem Fall habe es keine Feststellung gegeben, in einem anderen Fall doch keinen Verstoß, beim dritten Fall seien die mutmaßlichen Täter schon weggelaufen gewesen, als die Polizei vor Ort war. Beim vierten Einsatz wird es aber spannend: Da ging es um eine „illlegale Friseurtätigkeit“, wie sie sagt.

In einer Garage auf der Kreisstraße in Selm solle es dazu gekommen sein, wie ein Anrufer der Polizei mitgeteilt hatte. Vor Ort sahen die Polizeibeamten in der Garage auch einen Stuhl und einen Spiegel. „Aber es waren keine Kunden vor Ort und es lagen auch keine Haare auf dem Boden“, so Vera Howanietz. Es bleibe in dem Fall also erst mal bei dem Verdacht. Und den hat die Polizei an das Ordnungsamt der Stadt Selm weitergegeben, das hier eigentlich zuständig ist.

Das bestätigte der Stadtsprecher auf Nachfrage. Der Hinweis liege aber erst mal nur mündlich vor, jetzt müsse man erst mal prüfen, wie man da weiter vorgehe, sagte er.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte das teuer werden. Einer Friseurin aus Dortmund, die ihren Salon während des Lockdowns weiter betrieben haben soll, droht laut Angaben der Stadt Dortmund ein Bußgeld in vierstelliger Höhe. Ein anderes Beispiel aus Schwerte: Hier soll es eine regelrechte „Friseur-Party“ mit 20 Personen in einem Keller gegeben haben: ohne Masken. Außerdem habe man, so erklärte es die Polizei, die in diese Party hineingeplatzt war, später, neben Friseurbedarf und abgeschnittenen Haaren auch diverse Drogen gefunden.

Ordnungsamt kontrollierte auch das Hygienekonzept am Baumarkt

Bei dem Fall in Selm besteht hingegen erst mal ein Verdacht. Was genau da dran ist, klärt das Ordnungsamt in den nächsten Tagen.

Die Kontrollen der Stadt-Mitarbeiter in Bezug auf das schöne Wetter werden auch in den nächsten Tagen noch anhalten. Dabei liegt besonderer Fokus auf Bereichen, wo verstärkt Menschen zusammenkommen. Den Auenpark nennt Malte Woesmann als Beispiel. Des Weiteren wurde das Hygienekonzept am Hellweg-Baumarkt (Öffnung des Gartencenters) kontrolliert. Auch dort gab es keine Beanstandungen“, sagt er weiter.

Über die Autorin
Redakteurin
Ich mag Geschichten. Lieber als die historischen und fiktionalen sind mir dabei noch die aktuellen und echten. Deshalb bin ich seit 2009 im Lokaljournalismus zu Hause.
Zur Autorenseite
Marie Rademacher
Lesen Sie jetzt