Die Stadt Selm ist in Gesprächen mit einem Gastronomen für die Dreifachhalle. Trotz der Coronapandemie. © Günther Goldstein

Gastronomie für Dreifachhalle: Ist die Selmer Idee noch realistisch?

Gastronomie-Betriebe kämpfen wegen Corona ums Überleben. Ausgerechnet jetzt sucht die Stadt einen Pächter, der in der umgebauten Dreifachhalle Gäste verwöhnt, sobald das wieder erlaubt ist.

Ausgehen, Freunde treffen, gemeinsam essen und trinken – die Erinnerung daran droht langsam zu verblassen im Lockdown. Um Ansteckung zu verhindern, sind Restaurants, Kneipen und Cafés seit Anfang November geschlossen. Über Öffnungsstrategien wird die Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am 3. März sprechen.

Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) steht inzwischen jeder fünfte Gastronom vor der Pleite: alles andere als ein gründungsfreundliches Klima. Ist es da realistisch, dass die Stadt Selm einen Partner findet für ein gastronomisches Großprojekt: die Bewirtung von Gästen in der künftig modernisierten und ordentlich erweiterten Dreifach-Sporthalle?

Thomas Orlowski: „Sehr sehr gute Gespräche“

Selms Bürgermeister Thomas Orlowski muss Zweifel gehört haben. Denn am Dienstag (23. 2.) machte er eine öffentliche Erklärung dazu: vage, aber dennoch deutlich. „Wir sind in sehr sehr guten Gesprächen“, sagte Orlowski. „Wir“ das sind die Stadt Selm und ein Gastronomiebetrieb, dessen Namen er noch nicht verraten will. Erst am Vortrag sei man erneut zusammengekommen. Auch wenn manche das vermuteten: „Hier gibt es keinen Stillstand. Im Gegenteil“.

Das gilt laut Orlowski nicht nur für die Suche nach einem Betreiber des künftigen Veranstaltungssaals im Obergeschoss und des künftigen Restaurants im Erdgeschoss – mit Außengastronomie auf dem Platz. Es gilt auch für die Bauarbeiten, die die alte Halle erst einmal in den neuen Zustand überführen müssen.

Bauarbeiten starten im März

Der Auftrag für die Rohbauarbeiten sei vergeben, sagte der Bürgermeister. Am Freitag (26. 2.) gebe es ein letztes Abstimmungsgespräch. „Dann geht es los.“ Ab nächste oder übernächste Woche werden dann Bauarbeiter regelmäßig ein- und ausgehen in der Dreifachhalle zwischen Gymnasium und neuer Zweifachhalle.

Der symbolische erste Spatenstich für das bis zu zwölf Millionen Euro teure Mammutprojekt war bereits im September 2020 erfolgt. Die Entkernung der Halle war zu diesem Zeitpunkt bereits im vollen Gange. Ein halbes Jahr später wird sich das Gebäude jetzt auch von außen als Baustelle präsentieren.

Die Grundmauern der Halle bleiben zwar stehen, ansonsten wird aber fast jeder Stein erneuert. Ein neuer Umkleidetrakt, Konferenzräume und ein Großer Saal – etwa auch für Schulabschlussveranstaltungen – entstehen und eine helle Fassade zum Campus mit viel Glas und einer großen LED-Leinwand zum Public-Viewing. Bauende soll Mitte des Jahres 2022 sein – und damit auch der Auftakt für ein neues gastronomisches Angebot.

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Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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