Benefiz-Aktion

Einnahmen aus Dorfrocker-Konzerten in Vinnum helfen im Ahrtal

Das Hochwasser im Juli 2021 hatte allein an der Ahr 133 Menschen in den Tod gerissen. Die Schlepperfreunde Olfen und Benedikt Hülsbusch von „Einfach Bauer“ waren dort - nicht mit leeren Händen.
Benedikt Hülsbusch von „Einfach Bauer" hat zusammen mit Michael Beckmann von den Schlepperfreunden Olfen die Spenden der Dorfrocker-Konzerte nach Dernau gebracht. Dort freute sich unter anderem Franziska Schnitzler über die Hilfe. © Hülsbusch

Benedikt Hülsbusch aus Bork hat eigentlich immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Der Erfinder des Comedy-Formats „Einfach Bauer“ bringt mit seinen You-Tube-Videos über das Leben auf dem Land regelmäßig Zigtausende zum Lachen. Als er im September zum ersten Mal ins Ahrtal reist, ist er jedoch ganz einsilbig. Was er und Michael Beckmann, der Vorsitzende der Schlepperfreunden Olfen, dort zu sehen bekommen, hat ihm die Sprache verschlagen.

„So viel Zerstörung“, sagt Benedikt Hülsbusch und schüttelt den Kopf. Die Nachrichtenbilder vom Juli habe jeder vor Augen, „aber live ist das noch etwas ganz anderes“. Das Ziel, das er und die Schlepperfreunde ansteuern, heißt Dernau im Landkreis Arhweiler: ein schmuckes Dorf mit etwa 2000 Einwohnern hätte man vor dem 14. Juli gesagt. Das war, bevor es nicht aufhörte zu regnen, und sich die beschauliche Ahr in einen entfesselten Strom verwandelte, der Häuser, Fahrzeuge, Bäume und Menschen mitriss.

Dorfrocker-Konzerte für den guten Zweck organisiert

Die Besucher aus Bork und Olfen bringen nicht nur die Grüße von vielen Menschen aus dem Münsterland mit, sondern auch Geld: „Eine sehr gute vierstellige Summe“, sagt Hülsbusch: die Einnahmen aus drei Trecker-Open-Air-Konzerten, die „Einfach Bauer“ und Schlepperfreunde Olfen mit den Dorfrockern in Vinnum veranstaltet hatten. Zum Party-Rock der Band aus Unterfranken hatten Menschen im Münsterland getanzt und gefeiert – und für die Opfer der Hochwasser-Katastrophe gesammelt. Um Verwaltungsgebühren und andere Abstriche zu vermeiden, hatten sich die Organisatoren selbst ins Auto gesetzt, um das Geld ins Ahrtal zu bringen. Dabei hatten sie zwei Anlaufstellen: eine Kita in Grafschaft, einem kleinen Nachbarort von Dernau, und den „Kölner Hof“ in Dernau selbst.

Von der mehr als 350 Jahre alten Gastwirtschaft direkt am Ufer der Ahr ist nichts übriggeblieben. Benedikt Hülsbusch trifft Franziska Schnitzler, die gerade in sechster Generation den Betrieb übernehmen wollte, mitten in einer Ruine. Inzwischen sind auch Schutt und Steine abtransportiert. „Wir müssen alle nach vorne schauen, damit unser schönes Dorf wieder das wird, was es einmal war“, sagt die junge Frau. Sie schaut nicht nur, sondern packt an – auf dem eigenen Grundstück wie auch bei den Nachbarn: ein Engagement, das die Gäste aus Selm und Olfen tief beeindruckt. „Hier ist das Geld genau an der richtigen Stelle“, sagt Hülsbusch.

Benedikt Hülsbusch: „Wir kommen wieder“

Für ihn und die Schlepperfreunde aus Olfen war schon bei dem ersten Besuch klar: „Wir werden wiederkommen.“ Um zu helfen, um den bereits erfolgten Fortschritt zu sehen und vor allem: „Um diese tollen Menschen wieder zu treffen, die selbst in dieser unglaublichen Katastrophe nicht den Mut verloren haben“.

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