Auf dem Gelände an der Werner Straße wird der Sanitär-Großhändler Cordes und Graefe bauen - das hat das Unternehmen jetzt bestätigt, nachdem es Gerüchte um eine Aus der Pläne gegeben hatte. © Günther Goldstein
Wirtschaft

Cordes und Graefe äußern sich zu Gerüchten über ein Aus der Selm-Pläne

Kommt der Sanitärgroßhandel oder kommt er vielleicht doch nicht? Diese Frage beschäftigt seit Jahren die Menschen in Selm. Jetzt äußert sich das Unternehmen selbst dazu: Cordes und Graefe.

Bürgermeister Thomas Orlowski hatte sich immer zuversichtlich gezeigt. Genauso wie zuvor sein Vorgänger Mario Löhr: Der traditionsreiche Sanitärgroßhandel Cordes und Graefe werde schon kommen. Die Ansiedlungspläne, die seit dem Neujahrsempfang 2019 öffentlich sind, seien in trockenen Tüchern. Der Verkauf der Fläche an der Werner Straße nur noch eine Formsache. „Man hört das aber auch anders“, hatte Ingmar Leismann (Grüne) in einer der letzten politischen Sitzungen vor der Sommerpause gesagt.

200 bis 800 neue Arbeitsplätze erhofft Selm

Es gebe hartnäckige Gerüchte über einen Absprung des Großhändlers, von dem sich Selm im ersten Schritt 200 neue Arbeitsplätze erhofft. Und später noch mehr. Ursprünglich hatte Mario Löhr, der die Pläne als erster verfolgt hatte, von 800 Arbeitsplätzen gesprochen. Ein schöner Traum, aus dem doch nichts wird? „Unsinn, das werden sie bald sehen“, hatte Orlowski Leismann entgegnet. Seitdem war es still geworden um die Ansiedlung. Nur die Abrissbagger machten von sich hören. Sie haben die 13 Hektar große Fläche an der Werner Straße freigeräumt von den letzten Gebäuden – völlig zu Recht, wie am Donnerstag (5. 8.) endlich zu erfahren war von einer Seite, die es wissen muss: von Cordes und Graefe aus Bremen.

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„Ja, selbstverständlich bleibt es dabei.“

Erik Trümpler, Sprecher von Cordes und Graefe, zu den Ansiedlungsplänen in Selm

Die Anfrage der Redaktion an das Unternehmen liegt mehr als einen Monat zurück. Im vierten Quartal wolle es antworten, heißt es auf Nachfrage, also frühestens im Oktober. Dass dieses Abwarten wie Zögern verstanden werden könne in Selm, sehen die Verantwortlichen aber schließlich ein. Erik Trümpler, Sprecher des Unternehmens, meldet sich am Donnerstag mit der klaren Aussage: „Ja, selbstverständlich“ bleibe es bei den Plänen des Familienunternehmens zum Bau seines neuen Standorts in Selm, sagt er unmissverständlich.

Unternehmen legt los, sobald Bauantrag bewilligt ist

Der Bauantrag sei inzwischen eingereicht. „Wir warten nur noch auf die Baugenehmigung“, dann könne es losgehen. Das Grundstück an der Werner Straße sei inzwischen im Eigentum des Unternehmens. Stadtverwaltung und Politik hoffen, dass es nicht bei dieser Fläche bleiben wird, sondern Cordes und Graefe auch noch eine Anschlussfläche erwerben wird. Da hält sich der Erik Trümpler aber noch bedeckt: „Eins nach dem anderen. Wir freuen uns erst einmal sehr, wenn wir mit den Arbeiten an der Werner Straße loslegen dürfen. Ob wir zusätzliche Fläche benötigen, hängt selbstverständlich davon ab, wie sich der neue Standort grundsätzlich entwickelt.“

Der Sanitärgroßhändler aus Bremen ist ein mehr als 100 Jahre altes Familienunternehmen, das international aktiv ist. Mehr als 24.000 Mitarbeiter verteilen sich auf fast 1400 Standorte. Wann die 200 Beschäftigten in Sem anfangen können – vom Lagermitarbeiter bis zum Betriebsleiter – hangt davon ab, wie schnell die Bauarbeiten laufen werden. Vermutlich irgendwann im Jahr 2023.

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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