Zu viert impften Ulla Rademacher (v.l.), Dr. Angela Schulze Lutum, Dagny Bauhaus und Dr. Matthias Schröder Bewohner und Mitarbeiter in der Seniorenresidenz an der Ludgeristraße. © privat
Coronavirus

Ärzteteam für Impfungen in Selmer Altenheim – aktiv Infizierte isoliert

Die ersten Impfungen gegen das Coronavirus haben Selm erreicht. Ein Impfteam besuchte die Seniorenresidenz an der Ludgeristraße. Besondere Rücksicht musste auf aktuell Infizierte genommen werden.

Auch in Selm sind nun die ersten Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Am Freitag (15.01.) kam ein mobiles Impfteam in die Seniorenresidenz an der Ludgeristraße.

Möglich war der Impftermin in dem Pflegeheim, in dem es Ende Dezember einen Corona-Ausbruch gegeben hatte, weil alle aktuell Betroffenen isoliert untergebracht sind, beziehungsweise unter häuslicher Quarantäne stehen.

Derzeit sind das 15 Bewohner und sieben Mitarbeiter, wie eine Sprecherin des Trägers Alloheim auf Anfrage der Redaktion mitteilt. „Die Lage war vorher bekannt und so auch mit dem Kreis abgesprochen“, erklärt Hausarzt Dr. Matthias Schröder. Zusammen mit Dr. Angela Schulze Lutum, Ulla Rademacher und Dagny Bauhaus war Schröder als Impfarzt vor Ort.

Aktuell Infizierte werden später geimpft

Die Infizierten konnten nicht geimpft werden, es besteht das Risiko von Überreaktionen. Das wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Aufgrund der körpereigenen Immunantwort nach eine überstandenen Infektion, sprich einer eigenen Immunität, sei das laut Dr. Schröder kein Problem.

Bereits Anfang Januar hatte sich gezeigt, dass die Infektionen bei den betroffenen Bewohnern einen eher milden Krankheitsverlauf nahmen. Auch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen (KVWL) bestätigt, dass in derartigen Fällen Impfungen in Einrichtungen möglich sind, so die Infizierten und nicht Infizierten voneinander isoliert sind.

Impfbereitschaft „sehr gut“

Zuvor hatten alle Bewohnerinnen und Bewohner, die geimpft werden wollten, einen Aufklärungs- und Anamnesebogen ausfüllen und ihre Einwilligung schriftlich erteilen müssen.

Angehörige und Betreuer wurden dazu über die bevorstehende Impfung der Bewohner informiert, so die Sprecherin weiter. Das liege ausschließlich in der Verantwortung der Kreise, beziehungsweise der zuständigen Behörden.

Die Entscheidung für eine Teilnahme an der Impfung ist in Deutschland grundsätzlich freiwillig. „Die Impfbereitschaft war sehr gut“, so die Alloheim-Sprecherin weiter. Konkrete Zahlen werden nicht genannt.

Arzt lobt gute Organisation und reibungslosen Ablauf

Außerdem habe es genügend Impfdosen gegeben, sodass auch Bewohner der Tagespflege des Hauses – sofern über 80 Jahre alt – und Mitarbeiter geimpft werden konnten, heißt es weiter.

Auch von Dr. Schröder gibt es ein positives Fazit. „Die Impfungen sind reibungslos gelaufen“, sagt er. „Ein Lob geht auch an die Heimleitung, die das ganze gut organisiert hat.“ Auch bei Lieferung und Lagerung des Impfstoffs habe in diesem Fall alles geklappt. Rund vier Stunden dauerte der eigentliche Einsatz des vierköpfigen Impfteams.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus
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