Kevin Coerdt (Nummer 18) sah die Rote Karte. die SG Selm spielte fast eine Stunde in Unterzahl. © Henkel
Fußball

Schiedsrichterfrust bei der SG Selm und Niederlage im Verfolgerduell

Die SG Selm unterliegt im Verfolgerduell der Warendorfer Sportunion. Die Selmer verpassen es, dem Spiel eine andere Richtung zu geben. Außerdem ärgert sich die SG über den Schiedsrichter.

Die SG Selm verliert das Verfolgerduell in der Fußball-Kreisliga A und verliert fürs Erste den Kontakt zur Tabellenspitze. Dabei ist die SG vor allem mit der Schiedsrichterleistung unzufrieden. Trotz torloser erster Hälfte wird eine Szene vor dem Pausenpfiff zum Knackpunkt.

Kreisliga A2 Münster

SG Selm – Warendorfer SU 0:3 (0:0)

Denn die SG Selm spielte fast eine Stunde in Unterzahl. Was war passiert? Kevin Coerdt drang von rechts in den Warendorfer Strafraum ein und schoss aufs Tor. SU-Torwart Thomas Schmidtke hielt sicher und begrub den Ball unter sich. Coerdt setzte jedoch nach, kam viel zu spät und rutschte in den Torwart hinein (37. Minute). Für dieses Einsteigen sah er Rot – eine harte, aber vertretbare Entscheidung.

„Kevin muss da nicht so hingehen, er nimmt der Verletzung des Torwarts in Kauf. Das war falsch“, kommentierte SG-Trainer die Situation. „Dass der Schiedsrichter konsequent ist und Rot zeigt, ist okay. Aber beim Zweikampf im Mittelfeld war das eine klare Tätlichkeit. Da reagiert er nicht passend“, spielte der Trainer auf eine Szene einige Zeit später an, bei der sich die Gäste nicht beschweren hätten können, wenn es mit zehn gegen zehn weiter gegangen wäre.

SG Selm hat die Chance zur Führung

Genau genommen hätte es bis hier hin gar nicht kommen müssen. Denn die Selmer hätten schon früh in Führung gehen können. Sebastian Rast scheiterte doch mit dem ersten guten Angriff und setzte den Ball an den Innenpfosten, von wo die Kugel zurück ins Feld sprang.

Es gab viele Unterbrechungen – und viele Diskussionen.
Es gab viele Unterbrechungen – und viele Diskussionen. © Henkel © Henkel

Die SG hatte noch weitere gute Chancen, bis der Platzverweis einen Bruch im Spiel der SG markierte. In der Folge wurde das Spiel, das zu jedem Zeitpunkt umkämpft war, deutlich ruppiger und nickliger. Viele Fouls, einige theatralische Einlagen, dafür wenig gute Chancen prägten das Spiel auch mit dem Wiederanpfiff. „Das ist der Konstellation Zweiter gegen Dritter geschuldet. Dass es mal einen Zweikampf gibt, der mal raschelt oder knallt, gehört dazu“, erklärte Rast.

Aus der Kabine kam die SG stärker als die Gäste, allerdings war die Sportunion, die das Tor machte: Julian Gösling blieb nach einem Steilpass eiskalt und überwand Nils Böckenbrink im SG-Tor (60.). Und acht Minuten später schlug es das zweite Mal ein: Wieder war es Gösling, der das Tor schoss. „Macht weiter, wenn ihr den Freistoß nicht kriegt“, ärgerte sich Rast an der Seitenlinie über seine Mannschaft, die das Spielen nach einer strittigen Zweikampfszene einstellten.

Warendorfer SU erhält strittigen Elfmeter

Kurz vor dem Ende war die Partie dann durch: Die SU erhielt einen mehr als zweifelhaften Elfmeter, den Gösling verwandelte. „Er hat sich gerade entschuldigt, dass er den Elfmeter bekommen hat“, echauffierte sich Rast. „Es ist zu leicht, alles auf den Schiedsrichter zu schieben. Aber die Art und Weise, wie wir das Spiel verlieren, ist enttäuschend. Das waren ein bisschen viele Fehler“, so der enttäuschte Rast über die Schiedsrichterleistung.

Nach dem Elfmeter war das Spiel nicht nur mental vorbei. Einige Selmer Spieler und Betreuer an der Seitenlinie forderten den Schiedsrichter noch vor dem eigentlichen Abpfiff auf, die Partie abzupfeifen. Der Unparteiische hatte ein Einsehen und beendete das Spiel nach 89 Minuten.

SG: Böckenbrink – Konietzni, Lütjann, Ulrich, Neumann, Rutkovski, R. Coerdt, Rast, Kämper, K. Coerdt, Zolda (74. Demtschenko)

Tore: 0:1 Gösling (60.), 0:2 Gösling (68.), 0:3 Gösling (87./Foulelfmeter)

Rote Karte: K. Coerdt (37./Grobes Foulspiel)

Über den Autor
Volontär
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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