Bei einer Prüfung in Rhynern kam es zu einem schweren Unfall. © Jura Weitzel
Reitsport

Pferd bricht tot zusammen, Reiterin verletzt sich schwer: „Total traumatisches Erlebnis“

Bei der Vielseitigkeitsprüfung in Rhynern bricht ein Pferd tot zusammen. Eine Reiterin wird dabei schwer verletzt. Marc Dahlkamp war vor Ort und berichtet von dem traumatischen Erlebnis.

Es waren schreckliche Bilder, die sich am Wochenende beim Reitturnier in Rhynern ereigneten. Während der Vielseitigkeitsprüfung brach das Pferd zusammen und begrub die seine Reiterin unter sich. Die Folge: Der Wallach verstarb noch auf der Strecke, die Reiterin wurde per Rettungshubschrauber in eine Hammer Klinik gebracht, wo die sie ins künstliche Koma versetzt wurde.

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Mittlerweile soll es der Frau besser gehen, wie Marc Dahlkamp berichtet. „Ich habe mit dem Turnierleiter Elmar Siekmann telefoniert und er hat mir gesagt, dass sie stabil und außer Lebensgefahr ist“, sagt Dahlkamp, der selbst als Reiter für den RV Lützow aus dem Kreis Unna am Turnier im Hamm teilnahm.

Selbst erlebte der 44-Jährige den Unfall nicht mit. „Ich war auf dem Turnierplatz und die Prüfung fast vorbei. Dann hieß es, dass es einen Sturz gegeben habe. Erst kam der Krankenwagen, dann ein Rettungshubschrauber und später habe ich gehört, dass ein Pferd zu Tode gekommen ist“, erzählt Dahlkamp.

„Die Stimmung war danach sehr gedrückt“, so Dahlkamp. „Danach war innerhalb weniger Minuten klar, dass die restlichen Reiter nicht an den Start gehen wollen. Damit war das Turnier beendet.“

Zunächst ist die Todesursache unklar. Vermutet wird ein Aorten-Abriss beim Pferd. Eine Obduktion, die in Hannover durchgeführt wurde, bestätigt das. „Das kommt immer mal wieder vor“, sagt Dahlkamp, der selbst Tierarzt mit dem Schwerpunkt auf Pferde ist. „Aorten-Abrisse sind die häufigste Ursache für plötzliches Kollabieren“, weiß Dahlkamp. Allerdings liege die Häufigkeit im Promillebereich.

Verhindern könne man das nicht, sagt der Tierarzt. Dahlkamp selbst, den auch viele Reiter aus dem Kreis Unna gut kennen, wird des Öfteren mit der gesundheitlichen Überwachung von Pferden bei Turnieren betraut. „Es lässt sich nicht vorhersagen, ob ein Pferd zusammenbricht. Das ist ein natürlicher Tod, mit Belastung hat das nichts zu tun“, so der Veterinär.

Sturz hat psychologische Auswirkungen

Neben schweren Verletzungen für die Reiter, wie in dem aktuellen Fall, weist Dahlkamp auch auf den psychologischen Effekt hin, der ein Sturz nach sich zieht. „Man muss bedenken, dass die Pferde Lebewesen in unserer Obhut sind. Wir verbringen einen Großteil der Zeit mit ihnen“, sagt der 44-Jährige. „Es ist so, als würde man einen nahen Angehörigen verlieren.“

Aufgrund der emotionalen Bindung sei ein solches Erlebnis besonders schwierig zu verarbeiten. „Von einer Sekunde auf die andere bricht das Pferd zusammen.

„So eine schlimme Situation will man nicht erleben. Das macht mich sehr betroffen“, sagt Marc Dahlkamp. „So etwas ist extrem gefährlich, traumatisierend und in seiner Dramatik kaum zu übertreffen.“

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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