Die Sportanlage des PSV Bork ist bereits seit Jahren mit einem Defibrillator ausgestattet. © Patrick Fleckmann
Fußball

Fußball mit Herzfehler: PSV Bork dank Defibrillator für den Ernstfall vorbereitet

Ein Defibrillator war mitentscheidend, als es um die Rettung von Christian Eriksens Leben ging. Beim PSV Bork hat ein solches Gerät bereits seit Jahren seinen festen Platz – aus gutem Grund.

Dänemarks Fußball-Nationalspieler Christian Eriksen erlitt am vergangenen Samstag im EM-Spiel gegen Finnland einen Herzstillstand. Mittlerweile befindet sich der 29-Jährige auf dem Weg der Besserung, kurzzeitig stand allerdings sein Leben auf dem Spiel. Einen entscheidenden Anteil an der Rettung des Dänen hatte ein Defibrillator. Ein solches Gerät kann Leben retten – und hat deshalb bereits seit mehreren Jahren einen festen Platz auf der Sportanlage des PSV Bork.

Einen Vorfall wie den um Christian Eriksen wünscht sich niemand. Der PSV Bork ist trotzdem gerüstet für den Ernstfall, dafür hat Thomas Roth bereits im Oktober 2017 gesorgt. Der damalige Trainer der Borker C-Junioren erklärt den Hintergrund: „Unser Spieler Matthis Fritsch hatte eine Herzfehler-Diagnose bekommen.“

Fritsch, einst Kapitän der D-Jugend des VfL Bochum, habe von da an keinen Hochleistungssport mehr machen dürfen, wechselte zurück zum PSV. „Für Matthis war das natürlich ein Schlag ins Kontor“, erinnert sich Roth.

Weil Roth sich um die Anschaffung eines Defibrillators kümmerte, spielte Fritsch überhaupt weiter. Denn nicht nur die Familie Fritsch hatte Bedenken, auch der Trainer selbst. In Zusammenarbeit mit dem Förderverein wurde deshalb ein Defibrillator angeschafft – damals für rund 1300 Euro.

Thomas Roth (h.) spielt noch heute bei den Alten Herren des PSV Bork.
Thomas Roth (h.) spielt noch heute bei den Alten Herren des PSV Bork. © Heinz Krampe © Heinz Krampe

„Ich habe damals eine Schulung für viele Leute organisiert“, erinnert sich Roth, „so konnte Matthis wieder Fußball spielen und hat mit Sicherheit dazu beigetragen, dass wir das eine oder andere Spiel gewonnen haben“.

„Das Gerät kann gerne verstauben“

Benutzt wurde der Defibrillator bislang nicht. „Gott sei Dank“, betont Geschäftsführer Dietmar De Sacco: „Es ist schön, dass wir dieses Gerät haben, aber von mir aus kann es gerne verstauben, wenn das bedeutet, dass es nicht eingesetzt werden muss.“

Sollte es doch notwendig sein, sei die Bedienung auch für Laien verständlich. „Man wird im Grunde durch den gesamten Prozess geführt“, erklärt De Sacco, „das Ding hat einen Sprachmodus und sagt dir, was zu tun ist“.

Intensiv hat sich damals auch Roth mit der Bedienung auseinandergesetzt. „Gedanklich war ich immer auf den Extremfall vorbereitet. Ich habe das ganz oft durchgespielt und wusste genau, wem ich welche Anweisungen geben muss. Das war mir extrem wichtig.“

Auch bei Auswärtsspielen gehörte der Defibrillator zum festen Reisegepäck. Anfangs nahm Roth das Gerät mit an den Platz, später ließ er es gut erreichbar im Auto. „Weil ich mich top vorbereitet gefühlt habe, hat das den Schrecken etwas genommen“, beschreibt Roth.

„Er ist wirklich ein sehr, sehr guter Fußballer“

Heute hängt der Defibrillator in der Schiedsrichter-Kabine am Borker Fußballplatz. Benutzt wurde er noch nicht und das soll im besten Fall auch so bleiben. „Es gibt uns eine gewisse Sicherheit“, weiß De Sacco.

Auch Matthis Fritsch wird sich sicherer fühlen und kann sich auf den Fußball konzentrieren. Er ist mittlerweile A-Jugendlicher, sein ehemaliger Trainer Thomas Roth sieht in nach wie vor gerne spielen: „Er ist wirklich ein sehr, sehr guter Fußballer. Das sieht auch jeder noch so unbedarfte Laie, der ihn spielen sieht.“

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Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
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