Jeden Stoffballen für die Regale des Puppenstuben-Ladens hat Monika Bülk aus Stoffresten zurechtgeschnitten und liebevoll drapiert. © Reinhard Schmitz
Messe Intermodellbau

Wie die Puppe zu ihrem Persil-Karton kommt: Die Tricks der Modellbauer

Mit Hobby-Kollegen fachsimpeln – das ist das Schönste, wenn Andreas und Monika Bülk ihren Stand auf der Intermodellbau aufbauen. Anfänger erhalten Tipps und dürfen über die Schulter schauen.

Die dicken Stoffballen sind zwar federleicht. Trotzdem war es eine Heidenarbeit, sie alle einzeln in den Verkaufsregalen des Puppenstuben-Ladens zu drapieren. Was man beim Aufbau für die Messe Intermodellbau in den Westfalenhallen nicht sehen konnten, war die Abende lange Vorarbeit. Stück für Stück hatte Monika Bülk die Mini-Ware aus Resten in ihrer Stoffkiste ausgeschnitten und zusammengefaltet. So hat die Schwerterin immer etwas zu tun, wenn Ehemann Andreas Bülk an seinen Automodellen bastelt.

Für Mini-Verpackungen werden Originalkartons abfotografiert

Dazu gehört auch die Herstellung der filigranen Kartons für Waschpulver, Kaffee und andere Artikel, die im Liliput-Laden nebenan die Blicke der Fans anzogen. Sie erfuhren, dass es sich nicht einfach um Fantasieprodukte handelte, sondern um die maßstäbliche Nachbildung echter Verpackungen. Dazu wurden originale Schachteln vorsichtig samt ihrer Klebefalze auseinandergenommen, abfotografiert und dann in passender Verkleinerung als Ausschneidebögen ausgedruckt.

An einem Messestrand in der Halle 6 der Westfalenhalle präsentierten Andres Bülk (hinten) und seine Mitstreiter ihre Modelle bei der Intermodellbau.
An einem Messestrand in der Halle 6 der Westfalenhalle präsentierten Andres Bülk (hinten) und seine Mitstreiter ihre Modelle bei der Intermodellbau. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Das Fachsimpeln gehörte für die Schwerter einfach dazu, wenn sie wie jedes Jahr ihren Stand „Modellbaugruppe Bülk-Adam“ in der Halle 6 aufbauten; nur im Vorjahr fiel die Messe wegen der aufziehenden Coronakrise aus. Umso mehr freute sich Andreas Bülk jetzt, viele alte Kollegen wiederzutreffen.

Was für ihn aber fast noch wichtiger war: „Ich habe viele Gespräche geführt mit Leuten im Alter von 18 bis 25 Jahren, die in der Pandemie mit dem Hobby anfangen möchten.“ Der Nachwuchs sollte immer ein offenes Ohr finden, wenn er mit seinen Fragen kam, um sich Tipps zu holen.

Die nächste Intermodellbau soll Anfang April stattfinden

Gleichzeitig war in den Vitrinen auch jede Menge Anschauungsmaterial versammelt, das Lust aufs Basteln machte. Neben den verschiedenen Puppenstuben von der Konditorei bis zur Schneiderei, deren Einrichtungsgegenstände eine Kollegin aus Unna-Massen gestaltet hatte, präsentierte deren Bruder seine silbrig blitzenden Metallfahrzeuge aus den Star-Wars-Filmen. Ganz vorsichtig waren sie aus vorgestanzten dünnen Metallplatten gebogen.

Auch der neueste Wasserwerfer des Bundesgrenzschutzes war im Modell nachgebaut.
Auch der neueste Wasserwerfer des Bundesgrenzschutzes war im Modell nachgebaut. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Wohin die Besucher auch blickten – überall gab es neue Details zu bestaunen. Ob bei den Teddybären in der Waschküche, bei den großen Panzern, dem neuesten Wasserwerfer des Bundesgrenzschutzes oder bei den Treckern, die mit allerlei Zubehörteilen wie Balkenmähern aufwarten konnten. Live ließ sich Andreas Bülk über die Schulter schauen, während er fingerfertig einen kleinen Bentley zusammenfügte.

Sein Kollege Uwe Hinz aus Bergkamen hatte sich mit dem Kunststoffbausatz eines Alfa Romeo schon mit Nachschub für den Hobbyraum zu Hause eingedeckt. Er darf nicht trödeln mit dem künftigen Ausstellungsstück. Die nächste Intermodellbau soll zur angestammten Zeit wieder vom 7. bis 10. April in den Westfalenhallen stattfinden.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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