Historische Bilder

Vom NS-Verbot zur neuen Heimat: Volksbühne Höchsten feiert 100. Geburtstag

In diesem Jahr feiert die Volksbühne Höchsten ihren 100. Geburtstag und lädt zur Jubiläumsfeier ein. Der Dortmunder Theaterverein kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken.
Die Gastwirtschaft Pröbe „Zum Lindentor“ wurde 1922 zur ersten Spielstätte und dem Vereinslokal der Volksbühne.
Die Gastwirtschaft Pröbe „Zum Lindentor“ wurde 1922 zur ersten Spielstätte und dem Vereinslokal der Volksbühne. © Volksbühne Höchsten

Seit 100 Jahren begeistert das Ensemble, dessen Zusammensetzung im Laufe der Zeit wechselte, seine Zuschauer. Im Februar 1922 gründeten 19 Männer aus Höchsten, Holzen und Umgebung die Volksbühne Höchsten.

Auf eine so lange Tradition können nur wenige Theatervereine zurückblicken. In diesem Jahr feiert die Volksbühne ihre Hundertjahrfeier. Am Samstag (27. August) ab 18.30 Uhr lädt der Verein in Haus Prein an der Wittbräucker Straße dazu ein, die bewegte Historie der Volksbühne noch einmal Revue passieren zu lassen.

Die ehemaligen Mitglieder der Volksbühne Höchsten bei einem Gruppenbild im Jahr 1938.
Die ehemaligen Mitglieder der Volksbühne Höchsten bei einem Gruppenbild im Jahr 1938. © Volksbühne Höchsten

SA besetzte 1934 den Saal der Volksbühne

Zu Beginn war die Volksbühne noch eine reine Männersache – erst seit 1932 durften auch Frauen dem Theaterverein beitreten. Bereits 1934, 12 Jahre nach der Gründung, erlebte die Volksbühne dann ihre erste große Krise. Während der Aufführung von „Der Graf von Olala“ besetzte die SA den Saal der Volksbühne Höchsten in Gastwirtschaft Pröbe „Zum Lindentor“.

Das Stück musste abgebrochen werden. Wenige Tage später wurde die Volksbühne Höchsten vom nationalsozialistischen Regime verboten. 1946, nachdem die Alliierten Deutschland befreit hatten, nahm die Volksbühne ihren Spielbetrieb wieder auf.

Ein aktuelleres Bild: Die Volksbühne Höchsten spielte 2020 im Haus Dröge-Adria das Stück „Ein Jogurt für Zwei“.
Ein aktuelleres Bild: Die Volksbühne Höchsten spielte 2020 im Haus Dröge-Adria das Stück „Ein Jogurt für Zwei“. © Bernd Paulitschke

Nach dem Neustart mussten zunächst Requisiten, Kulissen und Beleuchtung neu beschafft werden.

Eine neue Spielstätte musste her

Es folgten für die Volksbühne Höchsten viele Jahre mit zahlreichen begeisterten Zuschauern. Aufgrund der politischen Lage musste das Ensemble jedoch schnell danach die Spielstätte aufgeben. So wurde der Verein zeitweise zu einer Wanderbühne mit Auftritten in Iserlohn, Kirchhörde, Ihmert oder Vorhalle.

Das Bühnenbau-Team der Volksbühne Höchsten im Jahr 1989.
Das Bühnenbau-Team der Volksbühne Höchsten im Jahr 1989. © Volksbühne Höchsten

Nach vielen Jahren in Haus Lehmufer in Hennen wurde das Haus Dröge-Adria in Iserlohn schließlich zur neuen Heimat der Volksbühne. Seit 1976 die letzte Operette auf der Volksbühne über die Bretter ging, standen die Schauspieler in 86 Stücken insgesamt 743 Mal auf der Bühne.

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