„Ein paar ältere Kunden hatten Probleme, den Test rechtzeitig vor dem Termin zu organisieren“, berichtet Friseurin Petra Scholz. © Holger Bergmann

Trotz Notbremsen-Änderung: Kaum Terminabsagen bei Schwerter Friseuren

Nur noch mit negativem Corona-Test zum Friseur: Diese Regel gilt seit Samstag. Die Sorge vor Umsatzeinbußen schien zumindest in Schwerte unbegründet gewesen zu sein.

Zuerst hielt der Lockdown die Kunden vom Haareschneiden ab, seit dem 1. März aber haben die Friseure wieder geöffnet.

Am Samstag (24.4.) ist das Notbremsen-Gesetz in Kraft getreten, mit dem die Bundesregierung einheitliche Corona-Maßnahmen umsetzen will. Im Gegensatz zu den allermeisten anderen Geschäften dürfen die Friseure weiterhin geöffnet bleiben. Aber: Jetzt muss man vor dem Friseurbesuch einen negativen Corona-Schnelltest vorzeigen. Der darf nicht älter als 24 Stunden sein.

Test darf nicht älter als 24 Stunden sein

Damit wird eine mildere Regelung abgelöst, nach der der Test nur dann nötig wurde, wenn man während des Friseurbesuches zwingend die Maske abnehmen musste, zum Beispiel beim Rasieren.

Selbst gekaufte und selbst durchgeführte Tests, die nicht in einem Testzentrum gemacht werden, wurden und werden auch jetzt nicht anerkannt. Die Maske etwa durfte vor der Bundesnotbremse nur solange abgenommen werden, wie zum Beispiel die Rasur andauert. In dem Moment musste der Friseur eine FFP2-Maske tragen.

Die Ankündigung dieser teilweise verwirrenden Regeln und der Notbremsen-Änderung stieß in der vergangenen Woche auf viel Kritik bei den Schwerter Friseuren. Ihre Sorge: Viele Kunden verzichten vielleicht auf den Friseurbesuch, wenn der mit so einem Aufwand verbunden ist.

Kunden haben ihren Test dabei

Friseur Dilek Tekin zog sogar in Erwägung, sein Geschäft in dieser Woche gar nicht zu öffnen. Tat es dann aber doch. Und er wurde belohnt, wie er sagt. Die meisten Kunden kamen wie gewohnt und „alle haben ihren Test mit dabei“, hieß es am Dienstag (27.4.) auf Anfrage.

Auch andere Friseure machten diese Erfahrung. „Ein paar ältere Kunden hatten Probleme, den Test rechtzeitig vor dem Termin zu organisieren“, berichtet Friseurin Petra Scholz. Deshalb habe es ein paar Termin-Absagen gegeben.

Friseurin Silvia Schmidt hatte ihre Stammkunden per E-Mail auf die neuen Regeln hingewiesen und meldete deshalb ebenfalls kaum Probleme mit der Änderung.

Per App oder als Ausdruck

Einige zeigten ihr negatives Testergebnis per App auf dem Bildschirm ihres Smartphones, anderen brachten ein ausgedrucktes Formular von der Teststelle mit.

Trotzdem sind die Friseure nicht komplett zufrieden mit der aktuellen Lösung. Silvia Schmidt wünschte sich am Dienstag: „Vielleicht können geimpfte Kunden bald einfacher zum Termin kommen.“

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Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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