Die Klassenstärke für die Schwerter Schulanfänger wird auch 2021 sehr unterschiedlich sein. © Nowaczyk
Schulen in Schwerte

Schulstart 2021: Zehn Schwerter Kinder sind noch gar nicht angemeldet

26 i-Männchen teilen sich südlich der Ruhr einen Klassenraum, anderswo nur 17. Warum die Zahlen für 2021 so unterschiedlich sind und zehn Kinder auf keiner Schule angemeldet sind.

Kinder, die in diesem Sommer in Schwerte eingeschult werden, stoßen auf grundsätzlich sehr verschiedene Voraussetzungen. Wer zum Beispiel zur Friedrich-Kayser-Schule geht, trifft dort auf 17 Klassenkameraden.

Kinder, die in Ergste oder Villigst zur Schule gehen, werden vermutlich in Klassen zu je 26 Kindern unterrichtet. Das steht in einer Vorlage, über die der Schulausschuss am 13. Januar zu beschließen hat.

Gesetz legt Klassenstärke fest

Warum die Klassenstärke so unterschiedlich ist? Das liegt zum einen am Schulrechtsänderungsgesetz, zum anderen am Willen der Eltern.

Seit 2008 gibt es in NRW keine Schulbezirke mehr. Die damalige Landesregierung unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wollte den Schülern und Eltern die Wahl geben, ihre Schule selbst auszusuchen. Doch in den ersten Jahren hatte das kaum Auswirkungen auf die Schülerzahlen an den einzelnen Schulen.

Gleichzeitig gibt aber das Land vor, wie viele Eingangsklassen in einer Stadt gebildet werden können. Das System ist relativ simpel. 23 Schüler sollen in einer Klasse sein. Deshalb wird die Zahl der Schulanfänger der gesamten Stadt durch 23 geteilt.

Das Ergebnis ist die sogenannte Klassenrichtzahl. Die beträgt in Schwerte im Schuljahr 2021 17,52. Aufgerundet bedeutet dies, in ganz Schwerte darf es 18 Klassen mit Schulanfängern geben. Und damit keine Zwergschulen entstehen, soll jede Schule mindestens zwei Klassen pro Jahrgang einrichten.

14 von 18 möglichen Klassen liegen fest

Das ist das Dilemma: Schwerte hat sieben Grundschulen, die jeweils pro Jahrgang mindestens zwei Klassen haben, damit sind 14 der 18 möglichen Klassen ohnehin bereits vergeben. Also können theoretisch vier Schulen eine dritte Klasse mit i-Männchen einrichten.

Doch auch hier hat der Gesetzgeber feste Grenzen eingerichtet: Wer bis zu 29 Schüler hat, darf nur eine Klasse einrichten, bis 56 gibt es zwei und bis 81 drei Klassen. Da die Albert-Schweitzer-Schule aber bereits jetzt 84 Anmeldungen hat und die Lenningskampschule 72, teilen sich diese beiden Schulen die zusätzlichen Klassen.

Die Schweitzer-Schule startet mit vier Eingangsklassen (21 Schüler), die Lenningskamp mit drei Klassen (24). Die Eingangsklassen richten sich also nach den Anmeldungen der Eltern. Und die zieht es zunehmend an Schulen, die nicht die nächsten sind.

Doch da bleibt eigentlich noch eine Eingangsklasse übrig, die eigentlich eine Schwerter Schule entlasten könnte. Doch diese 18. Klasse wird vermutlich nicht eingerichtet. Das empfiehlt jedenfalls die Stadt den Politikern.

Zehn Kinder wurden an keiner Schule angemeldet

Denn zehn Kinder in Schwerte wurden bislang noch an gar keiner Schule angemeldet. Welche Gründe das hat, erläutert Sozialdezernent Tim Frommeyer in der Vorlage: „Von den noch fehlenden 10 Kindern konnte bei einem Kind der tatsächliche Aufenthalt noch nicht ermittelt werden, in zwei Familien wird voraussichtlich das Familiengericht die Entscheidung über die Schulwahl treffen und in den übrigen sieben Familien ist das Jugendamt tätig.“

Von diesen Fällen hängt die Zahl der Eingangsklassen maßgeblich ab. „Sollte sich nur ein Kind nicht an einer Schwerter Schule anmelden, würde sich die kommunale Klassenrichtzahl auf 17,478 und damit auf 17 Eingangsklassen reduzieren“, erklärt Frommeyer.

Für die Bildung der 18. Eingangsklasse kämen ohnehin nur die Reichshofschule und die Grundschule Ergste in Frage. Beide Schulen bräuchten aber noch sieben beziehungsweise in Ergste fünf Anmeldungen, um eine weitere Klasse zu rechtfertigen. „Dies ist aufgrund der Meldeanschriften der noch ausstehenden

Anmeldungen nicht zu erwarten“, sagt Tim Frommeyer.

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Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer
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