Bei der Schuleingangsuntersuchung prüft die Amtsärztin den Entwicklungsstand der zukünftigen i-Männchen. © picture alliance / Markus Scholz/dpa
Coronavirus

Probleme in Lünen wegen Corona: Sorge um Schuleingangsuntersuchungen in Schwerte

Vor der Einschulung besucht jedes Kind den Amtsarzt für die Schuleingangsuntersuchung. In Lünen gibt es Probleme wegen Corona. Das macht Schwerter Eltern Sorgen.

Wie sieht die Sprachentwicklung des Kindes aus? Wie die allgemeine Gesundheit? Das Sehen, Hören, Verhalten und die Koordination: Darum geht es bei den sogenannten Schuleingangsuntersuchungen vor der Einschulung, bei den jeweiligen Amtsärzten einer Stadt.

Im vergangenen Jahr wurden in Schwerte 447 Kinder vor dem Schuleintritt untersucht. 16 Kinder wurden von der Einschulung zurückgestellt. Die Untersuchungen finden in der Regel im Halbjahr vor der Einschulung statt.

Doch aus Lünen und auch aus Dortmund kommt die Nachricht, dass es Corona-bedingt nicht genug Termine gibt, um alle Kinder rechtzeitig zu untersuchen. Das gilt für den Lüner Amtsarzt als auch für das Kreisgesundheitsamt. Einige Kinder werden wohl erst nach der Einschulung untersucht, andere vielleicht gar nicht.

Wartezeit – aber keine Absagen

Das verunsichert Eltern in Schwerte. Doch die Sorgen sind wohl unbegründet. Für Schwerte werden keine Unregelmäßigkeiten rund um die Untersuchung gemeldet. Die Schwerter Kindergärten und Grundschulen haben bislang nur positive Rückmeldungen von den Eltern der Schulanfänger bekommen.

„Ein Großteil unserer Kinder ist bereits untersucht worden“, berichtet Kerstin Hamacher vom Familienzentrum im Roten Haus. „Einige Eltern berichteten von längeren Wartezeiten bei der Terminabsprache“, sagt Martin Krämer von der Lenningskamp-Grundschule. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass einzelne Kinder keinen Termin bekommen hätten.

Wie ernst ist die Lage im Kreis? „Die Schuleingangsuntersuchungen sind derzeit nicht ausgesetzt“, stellt Sprecherin Birgit Kalle für den Kreis Unna klar und widerspricht Gerüchten, die sich in sozialen Netzwerken verbreitet hatten.

Personal hat woanders viel zu tun

Als Grund für die Probleme in Unna nennt sie zum einen die Corona-Schutzmaßnahmen, zum anderen sei das Personal aus dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst auch im Infektionsschutz tätig, also nicht verfügbar.

Da die Untersuchungen jedoch Pflicht sind, können sie aufgrund der aktuellen Pandemielage auch später erfolgen, wenn das Schuljahr bereits begonnen hat: „Das Kind kann trotzdem eingeschult werden, die Untersuchung wird dann nachgeholt“, berichtet Birgit Kalle.

Sorgen, dass ein Kind im Nachhinein aufgrund einer Untersuchung zurückgestellt wird, sind laut Birgit Kalle unbegründet: „Wenn eine Schulrückstellung in Frage kommt, fällt das in aller Regel nicht erst in der Schuleingangsuntersuchung auf, sondern im Vorfeld in der Kita oder bei U-Untersuchungen der Kinderärzte.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann
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