An der Zapfsäule war der Liter Superbenzin plötzlich teurer als an der großen Anzeigesäule - da verließ der Professor aus Schwerte mit seinem BMW X1 die Jet-Tankstelle an der Schützenstraße. © Reinhard Schmitz

Preisärger bei Jet: Professor aus Schwerte brach Tanken nach fünf Litern ab

Im Supermarkt kommt es ja manchmal vor, dass Preissenkungen nicht an die Kasse weitergegeben wurden. Aber an der Tankstelle? Da musste ein Professor aus Schwerte ein ärgerliches Erlebnis machen.

Die leuchtende Zahl im Display der gelben Preissäule an der Schützenstraße sprang dem Professor ins Auge. 1,459 Euro sollte der Liter Superbenzin E5 kosten, war dort zu lesen. Für die derzeitige Sprit-Situation ein recht günstiges Angebot. Also unterbrach der Schwerter seinen Nachhauseweg und bog mit seinem BMW X1 an der Schützenstraße kurz auf die Jet-Tankstelle vor dem Rathaus II ab.

An der Zapfsäule war der Liter Sprit plötzlich drei Cent teurer

Doch was er dann erleben musste, lässt den Professor bis heute nicht ruhen. Auf dem kleinen Display an der Zapfsäule stand plötzlich ein ganz anderer, teurerer Literpreis: 1,4890 Euro, also drei Cent mehr als auf dem Werbemast am Straßenrand vor der Einfahrt. Als er diesen Unterschied bemerkte, brach er augenblicklich den Tankvorgang nach knapp fünf Litern ab, steckte die Zapfpistole wieder in die Halterung, bezahlte die geforderten 7,12 Euro und fuhr weg.

An der großen Anzeigesäule am Straßenrand orientieren sich in der Regel die Autofahrer, wenn sie sich eine Tankstelle aussuchen. Diese Preise zeigte sie am Montagnachmittag (3.5.) gegen 15.30 Uhr bei Jet.
An der großen Anzeigesäule am Straßenrand orientieren sich in der Regel die Autofahrer, wenn sie sich eine Tankstelle aussuchen. Diese Preise zeigte sie am Montagnachmittag (3.5.) gegen 15.30 Uhr bei Jet. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Das ganze Geschehen ereignete sich am vergangenen Donnerstag (29.4.) gegen 20.30 Uhr, wie der Schwerter anhand seiner Tankquittung belegen kann. Auch Fotos der beiden unterschiedlichen Preisanzeigen hat er mit seinem Handy gemacht und eine Mail an die Zentrale der Jet-Tankstellen in Deutschland geschickt.

„Das ist zum einen unlauterer Wettbewerb, zum anderen eine Irreführung der Kunden“, schreibt er: „Ich bitte um eine Stellungnahme.“ Die hat er allerdings bis heute genauso wenig bekommen wie die Redaktion eine Antwort der Jet-Pressestelle, nachdem dort – wie von der Telefonzentrale gewünscht – eine schriftliche Anfrage per E-Mail gestellt worden ist. Vermutlich habe es sich bei den Anzeigen um einen technischen Defekt gehandelt, glaubt der BMW-Fahrer.

Im Laufe des Tages gibt es Preis-Differenzen von 10 bis 12 Cent

Seit der Corona-Pandemie – so beobachtete der Professor – würden die Kraftstoffkonzerne ohnehin viel häufiger als früher ihre Spritpreise an den Tankstellen ändern – mit riesigen Sprüngen: „Das sind um die 10 bis 12 Cent am Tag.“ Da lässt sich deutlich sparen, wenn der fast 60 Liter fassende Tank des BMW komplett gefüllt werden muss. Die Einrichtung der Zentralstelle, die bundesweit die Benzinpreise in den Blick nimmt, habe seiner Ansicht nach zu keiner Verbesserung geführt. Vielmehr hätten die häufigen Preissprünge zu einer großen Unkalkulierbarkeit geführt.

Der Schwerter hat darauf mit einer neuen Strategie reagiert. Er wartet nicht mehr so lange, bis die Spritanzeige fast auf Reserve springt. „Ich fahre den Tank immer nur noch halb leer und gucke dann.“ Da ist dann kein Druck dahinter, so dass er auf ein günstiges Angebot warten kann.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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