Die treppenartigen Marktterrassen bleiben vorerst nur eine Architektenzeichnung. Für die Umgestaltung des Platzes gibt es in diesem Jahr keine Fördermittel. © Riehl Bauermann Partner
Marktplatz Schwerte

Nachricht aus Düsseldorf stoppt die Umgestaltung des Marktplatzes

Der geplante Umbau des Schwerter Marktplatzes stieß bei vielen Anwohnern und Naturfreunden auf Gegenwehr. Vorerst gestoppt wurden die Pläne der Stadt aber durch eine Nachricht aus Düsseldorf.

Die Linden dürfen grün austreiben. Vor dem Café Herrlich und dem Lo´Canta wird es keine Baustelle geben. Zumindest in diesem Jahr bleibt der Markt, wie er ist. 80 Prozent der auf 3,5 Millionen Euro kalkulierten Kosten für die Maßnahme sollte das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung übernehmen. Doch das Projekt ist, anders als erwartet, nicht in die Liste der Förderprojekte für 2021 aufgenommen worden. Das Land gibt keine Städtebau-Fördermittel für die Umgestaltung des Platzes.

Der Fördertopf in Düsseldorf war überzeichnet

Die Stadt hatte die Anträge fristgerecht bis zum 30. September bei der Bezirksregierung in Arnsberg eingereicht. Die Behörde – so Sprecher Christoph Söbbeler – habe die Anträge der Kommunen geprüft und mit einer Prioritätenliste aus regionaler Sicht an das Ministerium weitergeleitet. Dort wurde schließlich aus den Anträgen aller fünf NRW-Bezirksregierungen eine Reihenfolge erstellt. Dabei können regelmäßig nicht alle zum Zuge kommen, weil der Fördertopf „immer überzeichnet“ ist. Es gibt stets mehr Anträge, als Geld zur Verfügung steht.

Der Marktplatz bleibt erst einmal, wie er ist.
Der Marktplatz bleibt erst einmal, wie er ist. © Reinhard Schmitz (A) © Reinhard Schmitz (A)

„Enttäuschend“ nannte der Technische Dezernent der Stadt, Christian Vöcks, die Nichtberücksichtigung. Um in einer ersten Stellungnahme zu erklären: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“ Alle Pläne und Vorhaben würden weiter verfolgt. Denn neben der Marktplatz-Umgestaltung seien auch das Projekt „Neue Mitte“ am Ruhrtalmuseum, das Integrierte Stadtteilentwicklungsprojekt Westhofen und der Neubau eines Umkleidetraktes am Ergster Sportplatz nicht in die Förderung aufgenommen worden, so die Stadtverwaltung. Man wolle neue Förderanträge für das Jahr 2022 stellten. „Da kann jeder erneut seinen Hut in den Ring werfen“, formuliert es Bezirksregierungs-Sprecher Christoph Söbbeler. Die Nichtberücksichtigung in Düsseldorf erfolge immer ohne Aussage für die folgenden Jahre.

Entwurfsplanung geht im Rathaus trotzdem weiter

Bürgermeister Dimitrios Axourgos kann der negativen Nachricht aus Düsseldorf sogar Positives abgewinnen. „Das gibt uns Zeit für die Umgestaltung des Marktplatzes die Chance, in 2021 noch einmal Bürger und Bürgerinnen zu beteiligen.“ Denn die Pläne, für die sich der Rat nach einem Architektenwettbewerb entschieden hatte, waren auch auf massive Kritik gestoßen. Als markanteste Veränderung sahen sie sogenannte „Markt-Terrassen“, eine Art Sitz-Treppe, vor dem City-Centrum vor. Dafür sollten Bäume weichen. Der kleine Markt sollte eine grüne Ruhezone mit Bäumen und Sträuchern werden.

Auch der Baum an der Zufahrt zum Markt darf wieder ausschlagen. Vorerst muss er nicht die Säge fürchten.
Auch der Baum an der Zufahrt zum Markt darf wieder ausschlagen. Vorerst muss er nicht die Säge fürchten. © Reinhard Schmitz (A) © Reinhard Schmitz (A)

Die Umsetzung kann jetzt frühestens 2022 erfolgen, falls es dann Fördermittel geben sollte. Ungeachtet dessen – so die Stadt – gehe die Entwurfsplanung weiter. Entschieden werden soll beispielsweise schon über Materialwahl, Bepflanzung und Spielgeräte.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz
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