Maria Milanese vor dem Ladenlokal, das sie Ende Oktober bereits verlassen hat. © Heiko Mühlbauer
Einzelhandel

Eis-Café in der City bleibt nach Corona-Lockdown geschlossen

Eis geht immer? Das stimmt nicht ganz. Eine Eisdiele in der City wird nach dem Corona-Lockdown nicht wieder aufmachen. Doch zumindest geht es an anderer Stelle für die Eismacher weiter.

Die Stühle stehen zum Teil noch gestapelt vor dem Landelokal. Im Inneren sieht es ähnlich aus. Stühle aufeinander gestapelt, keine Eisbecher mehr, die Theke leer. Im Eiscafé Milanese am Marktplatz herrscht nicht nur Corona-Ruhe. Die Milaneses haben sich vom Standort am Markt zurückgezogen. Nach drei Sommern wird das Eiscafé wieder geschlossen. Nicht nur, aber auch wegen Corona.

Die kleine Eisdiele in Westhofen wolle man aber weiter betreiben, sagt Maria Milanese. Und in Sölderholz, an der Lichtendorfer Straße plane man sogar einen weiteren Standort. Ab Februar gebe es dort wieder Eis zum Abholen, ohne ein großes Café. In diesen Zeiten sei das auf jeden Fall sicherer und einfacher zu handhaben.

Erst Dolomiti, dann Marktcafé, zuletzt Milanese

Ein einfacher Standort ist das Eiscafé am Markt offensichtlich nicht. Jahrelang war die Eisdiele Dolomiti dort beheimatet. Von 2016 bis Anfang 2018 hatte das Ehepaar Holtmann dort das Marktcafé betrieben. Dann folgten die Milaneses in dem Ladenlokal mit dem großen Außenbereich auf dem Marktplatz.

Ihr Angebot umfasste dort neben italienischem Eis auch Kaffee-Spezialitäten und Kuchen. Anfangs sorgte dieses Angebot auch dafür, dass sich das Ladenlokal auch außerhalb der Eissaison im Winterhalbjahr rentierte. Doch dann kamen die zwei Lockdown-Phasen. „Im Sommer lief das Geschäft wieder gut an“, so Maria Milanese. Aber jetzt im zweiten Lockdown ist endgültig Schluss.

Mobiliar und Kaffeemaschine gehören Vermieter

Was jetzt noch im Laden steht, ist Eigentum des Vermieters. Neben dem Mobiliar gehört dazu auch die große Kaffeemaschine. „Wir haben uns hier langsam einen Kundenstamm aufgebaut“, erzählt die ehemalige Inhaberin. Um den tue es ihr auch leid. „Wir bedanken uns bei allen Kunden“, sagt sie.

Und eigentlich würde man ja gerne wieder etwas in Schwerte mieten, schließlich wohne man ja in der Stadt. Allerdings seien die Mietpreise für entsprechende Immobilien in der Ruhrstadt besonders teuer. „Wir haben Angebote aus Hagen oder anderen Städten, aber so weit wollen wir nicht weg.“

Beschäftigte gehen mit nach Sölderholz

Im Eiscafé waren neben vielen Familienmitgliedern drei Aushilfen beschäftigt. Die nehme man mit nach Westhofen und Sölderholz. Das Eis für die Westhofener wird ohnehin vor Ort hergestellt. Überhaupt fühle man sich in Westhofen wohl. „Dort hat uns der Vermieter über die Corona-Zeit auch gut unterstützt“, sagt Maria Milanese.

Für das City-Center ist der Verlust des Eiscafés ein weiterer Rückschlag in den Bemühungen, die Immobilie wieder mit Leben zu füllen. Allerdings soll es schon Pläne für eine Nachfolge geben, hieß es.

Die kleineren Ladenlokale wie auch das Eiscafé in dem Einkaufszentrum gehören nicht der Immobilienfirma, die die großen Geschäfte besitzt, sondern privaten Eigentümern.

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Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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