Fleischermeister Christian Rafalcik führt die Metzgerei Wilkes an der Bahnhofstraße weiter. Die Mitarbeiterinnen der Vorgänger Ralf und Beate Wilkes, die sich zur Ruhe gesetzt haben, hat er übernommen. © Reinhard Schmitz
Metzgerei übernommen

„Der Hackepeter“ übernimmt Metzger Wilkes: Ein beliebtes Produkt bleibt

Fleischermeister Christian Rafalcik hat die Metzgerei Wilkes in Schwerte übernommen. Die Produkte liefert seine Heimatfleischerei Hackepeter in Fröndenberg. Ein beliebtes Rezept behält er bei.

Der junge Mann hat es kurz vor Ladenschluss so gerade noch vor die Kühltheke geschafft. „Es war schlimm, dass Sie eine Woche nicht da waren – eine Woche keine Fleischwurst“, sagt er – und gibt sich als Stammkunde der früheren Metzgerei Wilkes an der Bahnhofstraße 19 zu erkennen.

Nach der kurzen Pause für den technischen Betriebsübergang wird sie seit Montag (1.3.) von Fleischermeister Christian Rafalcik aus Fröndenberg weitergeführt. Genauso wie die Filiale am Holzener Weg 38, vor der gleich am ersten Tag unter neuer Regie lange Warteschlangen auf dem Bürgersteig beobachtet wurden.

Die Schürzen kamen gerade noch rechtzeitig aus England

„Wir hatten einen guten Start“, bestätigt Christian Rafalcik. Der volle Einsatz, mit dem er noch am Sonntag zuvor den letzten Staub der Elektriker beseitigt und alles gründlich gereinigt hatte, wurde belohnt. Am ersten Verkaufstag war er mit seinem Team in aller Herrgottsfrühe schon wieder an der Bahnhofstraße vor Ort, um ab 6 Uhr Kühlhaus und Theke einzuräumen.

Mengen von Fleisch und Würsten, die in seinem Stammbetrieb in Fröndenberg frisch produziert werden, wollten appetitlich drapiert werden. „Der Kühlwagen musste dreimal fahren“, erzählt der neue Inhaber. Das sei aber auch gar nicht schlecht gewesen. Denn bei der nächsten Tour konnte dann mitgebracht werden, was man im Eifer des Gefechts vergessen hatte.

Lecker, lecker: Christian Rafalcik überprüft die Würste im Kühlhaus der früheren Metzgerei Wilkes. Einige Salamis und Dosenware stammen noch aus Wilkes-Produktion und werden abverkauft.
Christian Rafalcik überprüft die Würste im Kühlhaus der früheren Metzgerei Wilkes. Einige Salamis und Dosenware stammen noch aus Wilkes-Produktion und werden abverkauft. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Gerade noch rechtzeitig geliefert wurden die Shirts und Schürzen, wie sie die Verkäuferinnen auch in den anderen Geschäften von Christian Rafalcik tragen, die unter der Marke „Der Hackepeter“ für seine Heimatfleischerei stehen. Wegen der Brexit-Folgen war die Lieferung mit einem kleinen Zitterspiel verbunden. Doch wegen der bewährten Qualität war die Berufskleidung wie in den Jahren zuvor in England bestellt worden.

Mitarbeiter-Team von Wilkes wurde übernommen

Auch wenn die Corona-Masken sie teilweise verdecken: Die bekannten Gesichter hinter der Theke sind geblieben. Zwei weitere „Wilkes“-Mitarbeiter, die früher in der Wurstküche arbeiteten, hat der neue Chef als Metzger in seinem Stammbetrieb übernommen. Von dort werden auch noch zwei weitere Filialen in Menden und Unna beliefert.

Der neue Inhaber Christian Rafalcik (M.) hat die früheren Wilkes-Verkäuferinnen übernommen. Sie tragen jetzt Schürzen und Shirts wie in seinen anderen „Hackepeter“-Geschäften.
Der neue Inhaber Christian Rafalcik (M.) hat die früheren Wilkes-Verkäuferinnen übernommen. Sie tragen jetzt Schürzen und Shirts wie in seinen anderen „Hackepeter“-Geschäften. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Zur Eröffnung in Schwerte brachte Christian Rafalcik gleich einige Angebote mit: Schweinekoteletts von Bauer Korte aus Menden und Hähnchenschenkel vom Ardeyer Landhähnchen zeigen, dass sein Qualitätsanspruch auf regionale Erzeuger setzt. Besonders schwört er auf seine Bärlauchgriller: „Die laufen im Winter oder im Sommer gut.“

Die Schwerter können es probieren. Auch wenn sie vorerst sogar doch einen kleinen Rest originaler Wilkes-Produkte bekommen können. Im Kühlhaus hat Christian Rafalcik noch „ein paar haltbare Sachen“ übernommen. Unter der Decke reifen Salamis, in den Regalen stehen Dosenprodukte.

Beate Wilkes hat Rezept für ihren Fleischsalat verraten

„Das wird alles abverkauft und Stück für Stück durch Eigenes ersetzt“, berichtet der neue Inhaber. Mit einer Ausnahme: „Dem Fleischsalat bleiben wir treu.“ Er wird weiterhin nach dem traditionsreichen Rezept hergestellt, das ihm Vorgängerin Beate Wilkes anvertraut hat: „Es bleibt eins zu eins.“ Von den Zutaten über die Zusammensetzung bis hin zu der ganz speziellen Mayonnaise wird er extra für die Schwerter „Hackepeter-Filialen“ produziert.

Unter seiner Marke „Der Hackepeter
Unter seiner Marke „Der Hackepeter“ hat Fleischermeister Christian Rafalcik aus Fröndenberg zum 1. März die Traditionsmetzgerei Wilkes übernommen. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

„Den Aufwand ist es wert“, sagt Christian Rafalcik, dessen größtes Ziel es ist, seine Kunden an der Bahnhofstraße und am Holzener Weg zu überzeugen und zu halten. Genauso wie Vorgänger Wilkes führt er einen Familienbetrieb, den sein Vater Horst Rafalcik 1985 in Fröndenberg mit der Übernahme einer Metzgerei gegründet hatte.

2007 ging sie an den Sohn weiter, der sie um die ersten Filialen in Menden und Unna erweiterte. Seit 2018 laufen sie unter der Marke „Hackepeter Heimatfleischerei und gute Speisen“. Der Name ist eine Hommage an das Lieblingsfrühstück des Vaters: Mett mit Petersilie.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
Zur Autorenseite
Reinhard Schmitz
Lesen Sie jetzt