Farbfackeln beim Spiel des VfL Schwerte © Screenshot
Fußball

Mit Video: VfL Schwerte mit Farbfackeln vor dem Spiel gegen den Lüner SV – Ist das erlaubt?

Blau und Weiß stieg es in die Luft. Spieler der zweiten Mannschaft des VfL Schwerte zündeten vor der Partie der Ersten gegen den Lüner SV II Farbfackeln. Ist das überhaupt erlaubt?

Sportlich läuft‘s für den VfL Schwerte ganz passabel. Am ersten Spieltag durfte die 1. Mannschaft in der Fußball-Bezirksliga 8 einen 4:1-Sieg gegen den Lüner SV II bejubeln. Gefeiert wurde allerdings auch schon vor dem Anpfiff im Stadion am Schützenhof. Und das eher bunt als laut. Der Redaktion liegen zwei Videos vor, auf denen das Abbrennen von sogenannten Farbfackeln vor der Partie gegen den Lüner SV II dokumentiert ist.

Eine Woche zuvor das gleiche Bild vor der Begegnung gegen die U19 des FC Brünninghausen. Der Klub stellte ein Foto von der Aktion auf Facebook online. Hier wurde gleich heiß und kontrovers darüber diskutiert, ob das überhaupt erlaubt sei, ob der VfL Schwerte das hätte verhindern müssen. Wir fragten nach beim VfL Schwerte, beim Verband und beim Staffelleiter, was dort abgebrannt wurde und was denn überhaupt erlaubt oder nicht erlaubt ist.

Um es vorab klar zu sagen. Was die Fans des VfL Schwerte in den Spielen gegen den Lüner SV 2 und eine Woche zuvor gegen die A-Jugend des FC Brünninghausen gemacht haben, ist auch im Entferntesten nicht dem Pyro-Chaos zu vergleichen, was die BVB-Fans bei der Rückkehr der Mannschaft nach dem Pokalsieg oder die Anhänger des VfL Bochum im Aufstiegsjubel veranstaltet haben.

Beim VfL Schwerte war man nicht erstaunt über die Nachfrage, hatte fast schon damit gerechnet, wie VfL-Geschäftsführer Frank Samson erklärte. „Das waren weder Bengalos noch Feuerwerk, sondern sogenannte Farbfackeln. Ganz offiziell heißen die Rauchkörper Typ 1“, so Samson. Beim VfL sieht man sich damit auf der sicheren Seite.

„Dieser Typ 1 darf ganzjährig im Außenbereich verwendet werden, ab 1000 Personen benötigt man eine Genehmigung.“ Beim Staffeltag habe man den Schwertern versichert, dass das okay sei, „zumal wir alle Sicherheitsvorschriften wie die nötigen Abstände eingehalten haben“, so Samson. Stimmt: Im Video ist deutlich zu sehen, dass die Farbfackeln auf der anderen Seite des Platz gezündet wurden, wo keine Zuschauer in der Nähe standen.

In der rechtlichen Verordnung zum Sprengstoffgesetz steht zum Typ T1 aber geschrieben, dass das Abfackeln der Farbfackeln nur mit einer Genehmigung der zuständigen Behörde erlaubt gewesen wäre. Und abfackeln dürfen nur Personen, die einen Erlaubnis- oder Befähigungsschein besitzen. Die Spieler der zweiten Mannschaft hätten nicht eigenständig entscheiden dürfen, die Farbfackeln zu verwenden – auch nicht nach Absprache mit dem Schiedsrichter und dem Gästeteam.

Tim Brenner, Schiedsrichter der Partie gegen den Lüner SV II, bestätigt, dass er vor der Begegnung vom VfL Schwerte angesprochen wurde. Ihm sei aber nur gesagt worden, dass der Verein vor der Partie „Stimmung machen“ wolle. Mit den Farbfackeln habe er nicht gerechnet. Er hat die Vorgänge vor der Partie aber nicht in den Spielbericht eingetragen.

Deshalb muss der Klub mit keiner Strafe rechnen. „Wenn der Schiedsrichter nichts einträgt, werde ich nicht ermitteln“, sagt der Staffelleiter Lothar König. Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball im FLVW erklärt, dass die Farbfackeln verboten seien. Hätte der Schiedsrichter das Vergehen vermerkt, hätte es eine Geldstrafe gegeben.

VfL-Geschäftsführer Samson erklärt auf Nachfrage, dass der Verein in den kommenden Begegnungen kein Risiko mehr eingehen werde und auf die Farbfackeln verzichten werde.

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