Wie soll es auf Schalke weitergehen?

Schalke 04

Die geplante Landesbürgschaft für den FC Schalke 04 sorgt für viel Wirbel und unterschiedliche Reaktionen.

Gelsenkirchen

, 30.06.2020, 19:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf Sportvorstand Jochen Schneider lastet viel Verantwortung.

Auf Sportvorstand Jochen Schneider lastet viel Verantwortung. © dpa

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet mochte die Berichte am Dienstag über eine 40-Milionen-Bürgschaft durch das Land nicht bestätigen. Allerdings bestehe das Problem, dass er rechtlich noch nicht mal sagen dürfe, dass ein entsprechender Antrag existiere. Generell seien Bürgschaften für Sportvereine nicht ungewöhnlich, so Laschet: „Seit 1995 wurden von jeder Landesregierung Bürgschaften auch an Fußballvereine gegeben. Es wird mit Sicherheit keine Lex Schalke geben.“

Landesbürgschaften haben die Königsblauen schon öfter in Anspruch genommen, zum Beispiel beim Bau ihrer neuen Arena im Jahr 2001. Diesmal ist die Bürgschaft jedoch nötig, um neue Kredite zu erhalten, damit die Existenz des Vereins überhaupt gewährleistet werden kann.

Kredit von Bankenkonsortium

Der Kredit kommt laut Süddeutscher Zeitung von einem Bankenkonsortium und soll dazu dienen, Ausfälle aufgrund der Corona-Pandemie auszugleichen. Das Geld muss innerhalb von vier Jahren zurückgezahlt werden, bei einem Ausfall würde die öffentliche Hand einspringen.

Allerdings ist Schalke schon vor der Corona-Pandemie in beträchtliche finanzielle Schieflage geraten. Schalke hatte aber bereits für das Geschäftsjahr 2019 Verbindlichkeiten in Höhe von 197 Millionen Euro meldet müssen. Das Virus hat die Krise nur noch verschärft. Verbunden mit dem sportlichen Niedergang, der in einer desolaten Bundesliga-Rückrunde und Tabellenplatz zwölf endete, ist der finanzielle Handlungsspielraum immer kleiner geworden.

Wege aus der Krise aufzeigen

Wie soll es weitergehen? Etwas mehr Klarheit dürfte es am Mittwoch geben, wenn Sportvorstand Jochen Schneider und Trainer David Wagner nicht nur ihre Saisonbilanz ziehen, sondern auch Wege aus der finanziellen Krise aufzeigen müssen. Eigentlich wäre dies dem Finanzvorstand vorbehalten, doch Schalke hat noch immer keinen Nachfolger für Peter Peters gefunden. Auch das ist bedenklich.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der aktuelle Kader vor einem gewaltigen Umbruch steht. Sollten alle Leihspieler zurückehren, hätte Schalke über 30 Kicker an Bord. Das wäre nicht nur aus finanziellen Gründen nicht zu stemmen, sondern auch sportlich unsinnig, weil Schalke erneut den internationalen Wettbewerb verpasst hat.

Nach Daniel Caligiuri (zum FC Augsburg) kehrt auch wie erwartet Jonjoe Kenny (zurück zum FC Everton) den Königsblauen den Rücken.

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