Wenn der FC Schalke 04 in der Bundesliga beim FC Bayern München antrat, gab es meistens für die Gäste nichts zu holen. An die letzte Ausnahme erinnert sich Heiko Westermann noch gut.

Gelsenkirchen

, 23.01.2020, 15:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sich an den letzten Bundesligasieg der Königsblauen in der bayerischen Landeshauptstadt erinnern will, muss über zehn Jahre zurückgehen. Es war der 29. Spieltag der Saison 2008/2009, als Schalke beim FC Bayern mit 1:0 gewann. In der siegreichen Mannschaft stand Heiko Westermann, der in der Innenverteidigung zusammen mit Mladen Krstajic dafür sorgte, dass sich die Bayern kaum Torchancen erspielten.


„An diese Partie kann ich mich noch gut erinnern. Wir haben dem Gegner kaum Räume gelassen“, erzählt der mittlerweile 36-Jährige, der von 2007 bis 2010 für die Königsblauen aktiv war und im April 2018 seine Karriere wegen einer Knieverletzung beendete.


Tor des Tages durch Halil Altintop



Damals war Westermann ein enorm wichtiger Spieler für Schalke, der nicht nur als Innenverteidiger, sondern auch auf den Außenbahnen und im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kam, wenn Not am Mann war.


Beim besagten Spiel in München wurden die Gastgeber immer nervöser, je länger die Partie dauerte. Dass Schalke bereits nach 21 Minuten durch einen Kopfball von Halil Altintop das Tor des Tages gelang, hätte Westermann im Vorfeld nicht für möglich gehalten. „In München zu Null zu spielen, das war eine starke Leistung und ist es auch heute noch. Meistens ist es ja so, dass die Bayern immer für Tore gut sind“, so der frühere Schalker im Gespräch mit dieser Zeitung.


Vierter Zu-Null-Sieg in Serie

Für die Blau-Weißen war es unter Interimstrainer Mike Büskens, der nach der Beurlaubung von Fred Rutten im März 2009 die Trainingsleitung bis zum Saisonende übernahm, der vierte Zu-Null-Sieg in Serie. „Wir sind auf die Bayern in einer Phase getroffen, wo es bei ihnen unter Trainer Jürgen Klinsmann nicht nach Wunsch lief“, erinnert sich Westermann. Und Schalke hatte noch einen Manuel Neuer im Tor, der die wenigen bayerischen Großchancen zunichte machte.

Wie Heiko Westermann Schalkes letzten Sieg in München erlebte

Auch nach seiner aktiven Karriere ist Heiko Westermann (r.) dem Fußball treu geblieben. © dpa


„In der Schlussphase wurde es kurz noch einmal etwas hektisch, weil wir Jermaine Jones durch eine Gelb-Rote Karte verloren. Aber wenig später musste auch Franck Ribery vom Platz, sodass Bayerns numerische Überlegenheit schnell vorbei war“, erzählt Westermann.



Bayern bleiben Favorit


Auch die bayerischen Meisterträume erhielten durch diese Niederlage einen herben Dämpfer. Am Ende der Saison belegte der deutsche Rekordmeister nur den zweiten Platz hinter Überraschungsmeister VfL Wolfsburg, dessen Trainer Felix Magath nach dem Titelgewinn zum FC Schalke 04 wechselte, der auf Rang acht die Spielzeit 2008/2009 auch weit hinter den eigenen Erwartungen beendete.


In der aktuellen Spielzeit gehört Schalke jedoch zu den positiven Überraschungen. Traut Heiko Westermann seinem früheren Klub am Samstag zu, endlich mal wieder mit drei Punkten aus München nach Hause zu fahren? Da ist der aktuelle Co-Trainer der deutschen U15-Nationalmannschaft eher pessimistisch. „Schalke hat bisher eine hervorragende Saison gespielt. Da gibt es keine zwei Meinungen. Aber die Bayern bleiben in diesem Spiel der Favorit, Schalke ist Außenseiter“, betont Westermann.

Jubiläumsspiel steht bevor



Doch vielleicht spornt noch eine andere Statistik die Schalker Mannschaft zu einer besonderen Leistung in der Allianz Arena an. Keine der vergangenen 18 Partien gegen den Rekordmeister konnten die Königsblauen für sich entscheiden. Nie zuvor hatte Schalke eine solche Durststrecke in der Liga. Ob sich daran beim Jubiläumsspiel – beide Teams treffen zum 100. Mal in der Bundesliga aufeinander – etwas ändert?

Schlagworte: