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Seit 38 Jahren besteht die Fan-Freundschaft zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Schalke 04. Der FCN-Fanbeauftragte Jürgen Bergmann macht vor dem Aufeinandertreffen eine neue Erfahrung.

Gelsenkirchen

, 10.04.2019 / Lesedauer: 3 min

„Dass beide Vereine im Abstiegskampf stecken, ist neu. So etwas hat es seit Beginn der Fan-Freundschaft noch nicht gegeben“, erzählt Bergmann im Gespräch mit dieser Zeitung.

Dabei sind die Gastgeber als Tabellenvorletzter noch stärker gefährdet als die Königsblauen. Deshalb will der Fan-Beauftragte der Nürnberger auch nicht vom festen Glauben an den Klassenerhalt sprechen. „Da hätten wir in Stuttgart letzte Woche gewinnen müssen. Aber die Hoffnung besteht noch, dass der 1. FC Nürnberg erstklassig bleibt“, so Bergmann, der als wandelndes Lexikon beim neunmaligen Deutschen Meister gilt.

Viele Geschichten

Unzählige Fußball-Geschichten kann er erzählen. Man merkt bei jedem seiner Sätze, dass er in seiner Arbeit aufgeht. Die Fan-Freundschaft zwischen Nürnberg und Schalke hält er für einzigartig, nicht nur wegen der Dauer, sondern weil sie von sämtlichen Fan-Gruppierungen beider Vereine mitgetragen wird. „Von unseren Red Devils bis zur Gelsenszene, alle sind dabei“, erzählt der Fanbeauftragte.

Was hinter der Fan-Freundschaft zwischen dem 1. FC Nürnberg und Schalke 04 steckt

Jürgen Bergmann ist seit Jahrzehnten der Fan-Beauftragte des 1. FC Nürnberg. © imago/Zink

Auch diesmal treffen sich beide Fanlager vor und nach dem Spiel. „Es ist wie in einer Ehe. Die Fans beider Klubs halten zusammen. Wenn ich zum Beispiel an den letzten Spieltag der Saison 2013/14 denke, wo wir auf Schalke abgestiegen sind und weniger später die Schalker Fans sangen: Der FCN steigt wieder auf! Da habe ich Gänsehaut bekommen“, erinnert sich Bergmann.

Kleine Krise im Jahr 2007

Gab es denn gar keine Krise in diesen 38 Jahren? „Doch, eine kleine in der Saison 2007, als Schalke knapp den Titel verpasste und ein Teil der Nürnberger Fans beim Ligapokalspiel sang: ,Ihr werdet nie Deutscher Meister!‘ Aber das hat sich schnell gelegt. Längst ist es wieder so: Wenn es darauf ankommt, ist der eine für den anderen da“, bekräftigt Bergmann.

Der FCN-Fanbeauftragte wünscht sich für die Zukunft, dass die positiven Aspekte der Fanarbeit in der öffentlichen Wahrnehmung mehr in den Vordergrund rücken. „In den 80er-Jahren war es viel dramatischer in Sachen Ausschreitungen. Es hat sich sehr viel zum Positiven verbessert. Die Zahlen der Gewalttaten in Relation zu den Zuschauerzahlen zeigen, dass Bundesligaspiele zu den sichersten Veranstaltungen zählen“, betont Jürgen Bergmann.

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