Schalke 04 steckt in einer Dauerkrise, deren Ende nicht absehbar ist. Was tun? Da lohnt sich ein Blick auf eine andere Sportlerin und deren Trainingsintensitäten.

Gelsenkirchen

, 26.10.2020, 07:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Gesa Felicitas Krause im vergangenen Jahr die Bronzemedaille bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha über 3000 m Hindernis gewann, gab sie einen Einblick, was für einen Aufwand mit diesem großartigen Erfolg verbunden war. „Ich habe ein Jahr lang durchtrainiert, ohne einen Tag Pause“, erzählte die Läuferin.

Was hat dieses Geständnis mit dem FC Schalke 04 zu tun? Eine ganze Menge, denn es zeigt einmal mehr, wie privilegiert nicht nur Schalker Fußballer sind. Da würde nie einer auf die Idee kommen, sich ein ganzes Jahr lang körperlich Tag für Tag zu betätigen.

Keine Zukunftssorgen

Warum auch? Gegenüber Einzelsportlern, die ganz allein Sieg oder Niederlage verantworten müssen, hat der Fußballer den großen Vorteil, immer Teil einer Mannschaft zu sein. Er wird nur in den seltensten Fällen allein verantwortlich gemacht, wenn es sportlich nicht läuft. Und was das Finanzielle betrifft, brauchen sich die meisten Bundesligafußballer ohnehin keine Zukunftssorgen zu machen.

Wer die Trainingsintensität im Profifußball kritisiert, dem wird sofort das neue Zauberwort Belastungssteuerung entgegengeschleudert, das jeder Bundesligist so oft wie möglich betont, um wieder einen freien Tag zu begründen.

Nach dem bislang katastrophalen Saisonstart und dem offensiven Offenbarungseid in Dortmund hätte ich in meiner Naivität eigentlich angenommen, dass freie Tage auf Schalke erst einmal gestrichen werden oder gar ein Kurz-Trainingslager vor dem richtungweisenden Spiel gegen Stuttgart auf dem Programm steht.

Zauberwort Belastungssteuerung

Aber doch nicht im Profifußball! Schalke bleibt im normalen Rhythmus. Am Sonntag nach dem auch in der Höhe völlig verdient verlorenen Revier-Derby bequemten sich nur die Ersatzspieler für eine lockere Übungseinheit auf den Platz, am heutigen Montag ist komplett trainingsfrei. Wie groß muss die sportliche Krise erst werden, ehe Schalke den Ernst der Lage begreift?

Aber die Zahl der Experten auf Schalke um die Mannschaft herum ist mittlerweile so groß, dass irgendeinem die richtige Antwort schon einfallen wird. Wenn nicht, kann man Frau Krause einmal fragen, ob ihr das intensive Training geschadet hat.

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