Bei vier Schalker Spielern läuft am 30. Juni 2020 der Vertrag aus. Wie sind die Perspektiven dieses Quartetts? Eine Analyse.

Gelsenkirchen

, 26.09.2019, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es soll den Königsblauen in Zukunft nicht mehr passieren, dass große Talente aus den eigenen Reihen ablösefrei den Verein verlassen. Die Beispiele von Joel Matip, Max Meyer, Leon Goretzka oder Sead Kolasinac sollen sich nicht wiederholen. Auch daran wird die Arbeit des neuen Sportvorstandes Jochen Schneider gemessen. Von den vier Spielern, deren Vertrag im nächsten Jahr ausläuft, gehört einer in diese Kategorie.



Daniel Caligiuri: Der bewährte Flügelstürmer wechselte in der Winterpause 2016/17 vom VfL Wolfsburg zu den Königsblauen und entwickelte sich zum Leistungsträger. Der Deutsch-Italiener bekräftigte zuletzt immer wieder, dass er sich auf Schalke wohlfühlt. Insofern ist es überraschend, dass sich Schalke bei der Personalie Caligiuri bisher recht defensiv in der Außendarstellung präsentiert hat. Dies mag damit zusammenhängen, dass Caligiuri bisher keineswegs an die guten Leistungen der vergangenen Spielzeiten angeknüpft hat. Außerdem wird er im nächsten Jahr 32 Jahre alt. Offenbar will die Vereinsführung noch abwarten, wie die Leistungskurve des Flügelspielers weiter verläuft.



Prognose: Caligiuri ist nicht mehr so unumstritten. Seine Hoffnung, in den Mannschaftsrat zu kommen, erfüllte sich ebenfalls nicht. Aktuell liegen seine Chancen auf eine Vertragsverlängerung bei 50 Prozent.



Nübel darf sich Zeit lassen

Alexander Nübel: Mit der Ernennung zum Mannschaftskapitän hat Trainer David Wagner nachdrücklich klargemacht, dass er auf Nübel baut. Er soll eines der Gesichter des neuen Schalke werden. Dass der 22-Jährige, der immer wieder mit Nationalkeeper Manuel Neuer in dessen jungen Jahren auf Schalke verglichen wird, das Interesse anderer - größerer - Klubs geweckt hat, ist längst kein Geheimnis mehr. Zu offensichtlich ist sein Talent, zu groß scheint sein Potenzial für die Zukunft. Entsprechend schmerzhaft träfe es Schalke, sollte er ablösefrei wechseln. Nübel darf sich weiter Zeit mit seiner Entscheidung lassen.

Prognose: Wenn er von seiner Zukunft auf Schalke überzeugt wäre, hätte der gebürtige Paderborner längst verlängert. Dass er bleibt, dafür sprechen nur 20 Prozent.



Bastian Oczipka: Im Sommer 2017 von Eintracht Frankfurt geholt, hat sich der gebürtige Bergisch-Gladbacher schnell einen Stammplatz erkämpft. Doch ähnlich wie bei Caligiuri sind seine Leistungen auf der linken Außenbahn nicht so überzeugend, als dass Schalke ihm zwingend ein neues Vertragsangebot unterbreiten müsste. Mit der Ausleihe des spanischen Talents Juan Miranda hat Schalke den Konkurrenzdruck auf Oczipka auf jeden Fall erhöht. Nicht zu übersehen sind seine Schnelligkeitsdefizite.


Prognose: Momentan sprechen nur 40 Prozent dafür, dass Oczipka bleiben wird. Denn neben Miranda gibt es auch noch Jonas Carls aus dem eigenen Nachwuchs, der verletzungsbedingt noch Rückstände aufholen muss, aber vom Schalker Trainerteam durchaus zugetraut wird, in der Bundesliga Fuß zu fassen. Und zwar auf der linken Außenbahn, dort, wo noch Oczipka spielt.


Stambouli dürfte bleiben



Benjamin Stambouli: Einer der größten Fans des Franzosen ist S04-Trainer David Wagner, der dem 29-Jährigen beim 5:1-Erfolg in Paderborn leistungsmäßig „eine 1 mit Sternchen“ attestierte. Wagner zeigte sich überrascht davon, wie stark Stambouli in der Innenverteidigung spielte. Solche Leistungen habe er ihm dort nicht zugetraut. Er hatte Stambouli vor der Saison eher eine Rolle im defensiven Mittelfeld zugewiesen.



Außerdem schätzt Wagner den Franzosen als permanenten Diskussionspartner, was Aufstellung und Taktik betrifft. Stambouli macht sich ständig Gedanken, was man auf Schalke verbessern kann.



Prognose: Stambouli fühlt sich auf Schalke sehr wohl. Er genießt als stellvertretender Kapitän hohes Ansehen in der Mannschaft. 80 Prozent sprechen derzeit dafür, dass Benjamin Stambouli seinen Vertrag bei den Königsblauen verlängern wird.

Lesen Sie jetzt