Ultras kritisieren den Schalker Vorstand

Schalke 04

Nach den Anfeindungen gegen Dietmar Hopp wurden ähnliche Aktionen im Pokal-Viertelfinale zwischen Schalke und Bayern befürchtet. Diesmal gab es andere Adressaten, die kritisiert wurden.

Gelsenkirchen

, 04.03.2020, 14:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf mehreren Bannern wurden der DFB und der Schalker Vorstand kritisiert.

Auf mehreren Bannern wurden der DFB und der Schalker Vorstand kritisiert. © dpa

Die Stoßrichtung der Kritik richtete sich an den Deutschen Fußball-Bund und den Schalker Vorstand sowie an den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies. Die Schalker Ultras nahmen auf ihrer Homepage Stellung.



Dort hieß es: „Betrachtet man die öffentliche Wahrnehmung, so werden Äußerungen mit beleidigendem Inhalt mit rechten Terrorakten in Verbindung gebracht oder sogar gleichgesetzt“, heißt es in dem Statement. „Es mutet als legitim an, dass in diesem Land Kritik an einer Beleidigung geübt werden darf, wenn anschließend im gleichen Atemzug die Verursacher beleidigt werden dürfen. Letzteres ist unsachlich und ersteres einfach nur perfide. In jedem Fall aber ist die öffentliche Gesamtdiskussion untragbar.“


Harte Angriffe auf den DFB


Die Ultras reagierten damit auf die erneut ausgeführte Kollektivstrafe für die Fans von Borussia Dortmund, die bis 2022 aus der Hoffeinheimer Arena ausgesperrt wurden. Ein Vorgehen, welches der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Jahr 2017 eigentlich ad acta gelegt hatte. Ein Spruchband mit der Aufschrift: „Dementer Fußball Bund: Eure Zusage gegen Kollektivstrafen vergessen, versucht ihr nun uns Fans mit Spielabbrüchen zu erpressen!“ zierte die Schalker Nordkurve.



Zu Beginn der zweiten Halbzeit im DFB-Pokal-Viertelfinale nahm die Gruppe dann den Schalker Vorstand ins Visier, der sich eindeutig positioniert hatte. „Dass sich aber nun sogar unser eigener Verein in persona des Vorstandes, offenbar aufgrund der medialen Hysterie, dazu genötigt fühlt, beinahe federführend für alle Fussballclubs eine Stellungnahme zu veröffentlichen, hat alles aus den Angeln gehoben“, begründen die Ultras die Spruchbanner.




„Wer im Glashaus sitzt...“



Auch Clemens Tönnies, der im vergangenen Jahr mit rassistischen Äußerungen aufgefallen war, für die er sich mehrfach entschuldigt hatte, wurde angegriffen. „Wer im Glashaus sitzt, sollte zuerst mit C. T. reden“ und „Die Werte unseren Vereins habt ihr mit Tönnies verraten, spart euch eure Stellungnahmen!“ war auf den Spruchbannern zu lesen.

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