Traumstart in die Rückrunde - Schalke schlägt Gladbach 2:0 und mischt jetzt oben mit

Schalke 04

Wagner-Elf zeigt Klasse-Leistung. Suat Serdar und Neuzugang Michael Gregoritsch treffen. Publikum feiert die Mannschaft. Komplimente auch von Oliver Kahn. Nächstes Spiel ist bei den Bayern.

Gelsenkirchen

von Norbert Neubaum und Matthias Heselmann

, 17.01.2020, 22:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Traumstart in die Rückrunde - Schalke schlägt Gladbach 2:0 und mischt jetzt oben mit

So sehen Sieger aus: Schalkes Fußballer feiern den 2:0-Sieg gegen Gladbach vor den Fans in der Nordkurve. © AFP

Atmosphärisch war alles angerichtet für das erwartete Spitzenspiel – die Fans beider Mannschaften machten sich lautstark bemerkbar, die S04-Anhänger hatten auf mögliche Anti-Nübel-Transparente noch verzichtet. Der zu den Bayern wechselnde Torhüter stand wegen seiner Rot-Sperre ohnehin nicht im S04-Kader. Genau wie Amine Harit – Schalkes torgefährlicher Mittelfeldspieler musste wegen einer Oberschenkelverletzung passen.

Sieg ohne verletzten Harit

So kam Alessandro Schöpf zu einem Startelf-Einsatz, gemeinsam mit seinem österreichischen Landsmann Michael Gregoritsch, der bei seinem Pflichtspiel-Debüt für Schalke neben Benito Raman stürmte.

Tatsächlich hielt das Spiel, was es vorher versprochen hatte. Schon in der ersten Hälfte war es alles, nur nicht langweilig. Beide Mannschaften erweckten nicht ansatzweise den Verdacht, sich noch im „Winterschlaf“ zu befinden.

Top-Einstand von Gregoritsch

Das Chancen-Plus lag auf Schalker Seite: Nach dem Gladbacher Auftakt durch Plea (5., Markus Schubert hielt), waren die Gastgeber am Zug: Gregoritsch und im Nachschuss Serdar scheiterten an Gladbachs Torhüter Yann Sommer (11.), ebenso Schöpf (16.) und Raman, der nach einem genialen Zuspiel von Gregoritsch ebenfalls in Sommer seinen Meister fand.

Dass Gregoritsch, ausgeliehen vom FC Augsburg, für Schalke noch ein ganz wertvoller Kicker werden kann, bewies er in der 38. Minute auch in ungewohnter Rolle, als er nach einem Kopfball der Gäste auf der Linie klärte. Selbst die Zuschauer kamen kaum zum Luftholen: Sogar in der einminütigen Nachspielzeit der ersten Halbzeit hatten beide Mannschaften durch Patrick Herrmann und Gregoritsch noch Chancen.

Serdars Tor als „Dosenöffner“

Wer geglaubt hatte, Schalke habe sein Pulver vor dem Seitenwechsel bereits verschossen, sah sich empfindlich getäuscht – denn jetzt kombinierte die Mannschaft von Trainer David Wagner ihren starken Auftritt auch mit Toren. Suat Serdar mit feinem Rechtsschuss (48.) und Gregoritsch nach einem optimal vorgetragenen Konter über Serdar, Raman und dem Neuzugang als letzter Station (58.) schossen einen Schalker 2:0-Vorsprung heraus.

Gladbachs Trainer Marco Rose sah sich nun zum Handeln gezwungen: Er nahm Herrmann aus dem Spiel und brachte Florian Neuhaus – beeindrucken konnte er die selbstbewussten Schalker damit nicht.

Auch Schubert hellwach

Auch Wagner reagierte auf das Kraft kostende Spiel seiner Mannschaft: Der extrem fleißige Raman wurde unter stehenden Ovationen des Publikums ausgewechselt (69.), für ihn kam Ahmed Kutucu, der der Offensive noch einmal frischen Schwung verleihen sollte.

Gladbach wirkte nun nicht mehr besonders optimistisch, auf Schalke noch was holen zu können, war aber auch nie abzuschreiben: Gut für Schalke, dass der stets aufmerksame Schubert auch einen Schuss von Marcus Thuram entschärfte (71.).

Das hätte für den Tabellenzweiten so etwas wie das Signal zur Aufholjagd sein können, aber irgendwie wirkten die Offensiv-Bemühungen der Gäste recht uninspiriert, bemüht zwar, aber ohne die klare Linie und vor allem ohne die Gier, unbedingt ein Tor erzielen zu wollen.

„Ein Ausrufezeichen“

In diesen Punkten hatte Schalke die Nase vorn – allen voran Suat Serdar, der bei seiner Auswechslung vom Publikum mit Sprechchören gefeiert wurde.

Schalke brachte das 2:0 recht souverän über die Runden – während die Gladbacher in den Startblöcken hängen geblieben sind, war es nicht nur für die Blau-Weißen ein perfekter Rückrunden-Start. Auch die Liga darf sich freuen. Denn die Spitzengruppe hat ein neues Mitglied: Schalke 04.

Ein großes Lob gab es auch vom ZDF-Experten und Bayern-Vorstand Oliver Kahn. „Ein Ausrufezeichen“ habe Schalke gesetzt. Die Königsblauen haben jetzt schon nach 18 Spieltagen genau so viele Punkte geholt wie in der gesamten Vorsaison (33). Nächster Schalker Gegner: Bayern München. Ab in den Süden!

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