Torhüterfrage auf Schalke ist bis auf Weiteres entschieden

Schalke 04

Vor dem Spiel am Freitag bei Hertha BSC war David Wagner anzumerken, wie sehr ihn die Torhüterdiskussion in den vergangenen Wochen genervt hat. Jetzt herrscht Klarheit – bis auf Weiteres.

Gelsenkirchen

, 30.01.2020, 17:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Torhüterfrage auf Schalke ist bis auf Weiteres entschieden

Kehrt am Freitag in Berlin in das Schalker Tor zurück: Alexander Nübel. © dpa

Alexander Nübel wird am Freitag in Berlin im Schalker Tor stehen. Sein bisheriger Stellvertreter Markus Schubert unterzog sich am Donnerstag einer MRT-Untersuchung. Seit dem Trainingslager Anfang Januar in Spanien leidet der U21-Nationaltorwart an einer Patellasehnenentzündung, die Schalke jedoch wegen der Sperre von Nübel geheim hielt.

„Es freut mich, dass über solch einen langen Zeitraum nichts herausgekommen ist“, sagte Wagner und ergänzte: „Ich wollte mit meiner medizinischen Abteilung darüber nicht diskutieren, weil klar war: Wenn Alex nicht spielen kann und Schubi wegen Patellasehnenproblemen ausfallen sollte, hätten wir Not auf dieser Position gehabt. Erst nach dem Spiel in München war ich gesprächsbereit“.


Ausfallzeit von Schubert ist offen


Wenn Schubert weiter trainieren würde, hätte die Gefahr einer chronischen Patellasehnenentzündung bestanden, die im schlimmsten Fall sogar seine Karriere gefährden könnte. Nach dem Bayern-Spiel wurde er gespritzt. Wie lange er ausfallen wird, ist offen.

Damit kehrt Alexander Nübel ins Schalker Tor zurück. Nübel hatte am 15. Dezember 2019 im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt nach einem üblen Foul an Mijad Gacinovic die Rote Karte gesehen und war für vier Bundesligaspiele gesperrt worden.



Wie reagieren Schalker Fans auf Nübel?



Nachdem Nübel seinen Wechsel ab der neuen Saison zum FC Bayern München verkündet hatte, ist er bei Teilen der Schalker Anhänger jedoch nicht mehr wohlgelitten. Deshalb darf man gespannt sein, wie der gebürtige Paderborner am Freitagabend im Berliner Olympiastadion von den Schalker Anhängern empfangen wird.


Wagner hatte bereits mehrfach an die eigenen Fans appelliert, Nübel weiterhin zu unterstützen. Das bekräftigte der 48-Jährige auf der Pressekonferenz am Donnerstag noch einmal. Wagner: „Ich gehe davon aus, dass unsere Fans Alex unterstützen, wie sie das mit allen Spielern in dieser Saison bisher vorbildlich gemacht haben. Es wäre Quatsch und totaler Irrsinn, von diesem Weg jetzt abzurücken. Es macht keinen Sinn, sich einen Spieler negativ herauszupicken. Mannschaft und Fans sind eine Gruppe“.


„Wo ist das Problem?“


Wagner respektiert zwar den öffentlichen Umgang in der Torhüterdiskussion, konnte damit selbst aber wenig anfangen. „Ich weiß nicht, ob ich 0,7 Prozent von meinem Gedankengut an die Torhüterdiskussion verschwendet habe. Mir wurden da irgendwelche Probleme suggeriert, so als ob ich zwischen einem Einäugigen und einem mit Glasauge im Tor zu entscheiden hätte. Wir haben einen Torhüter, der in der nächsten Saison bei Bayern München unter Vertrag steht und einen zweiten, der womöglich bei den Olympischen Spielen in Tokio für Deutschland spielt. Das heißt: Wir haben zwei richtig gute Torhüter, wo ist das Problem?“

Ob damit die Torhüter-Hierarchie bei den Königsblauen – Nübel als Nummer eins, Schubert als Nummer zwei – bis zum Saisonende in Stein gemeißelt ist, mochte Wagner nicht bestätigen. Der Zusatz „Bis auf Weiteres“ war ihm wichtig, denn natürlich muss Nübel gute Leistungen zeigen, um seinen Platz zu behaupten.


Kenny fällt aus


Dass Schalke in Berlin ein wichtiges Spiel vor der Brust hat, ging am Donnerstag wegen der T-Frage fast unter. „Bei Hertha geht es nicht um schönen, sondern um pragmatischen Fußball. Das haben sie bisher erreicht“, lobte Wagner den Gegner, dessen Trainer Jürgen Klinsmann so schnell wie möglich mit dem Hauptstadtklub in die Champions League will. Bereits in der Winterpause hat die Hertha bei den Transferausgaben geklotzt statt gekleckert. Rund 60 Millionen wurden investiert, zuletzt für den polnischen Nationalstürmer Krzysztof Piatek vom AC Mailand.

Schalke kann in Berlin wieder auf Benito Raman zurückgreifen, dafür fällt Jonjoe Kenny (Grippe) aus.

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