Passend zu dieser Derbywoche wird sich jeder Schalke-Fan gern an den 20. Oktober 1940 erinnern. Damals fand das einseitigste Derby der Geschichte statt. Schalke gewann 10:0 gegen den BVB.

Gelsenkirchen

, 20.10.2020, 07:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Noch war der Spielbetrieb im Zweiten Weltkrieg nicht zum Erliegen gekommen. 3000 Zuschauer sahen in der Glückauf-Kampfbahn den klaren Erfolg der Königsblauen. Herausragender Akteur war einmal mehr Schalke-Legende Ernst Kuzorra, der vier Treffer in dieser Begegnung der Gauliga Westfalen erzielte. Sportlich war dieser Sieg aber nur eine Etappe auf dem Weg zur fünften Deutschen Meisterschaft.

Kein weiteres Duell zwischen beiden Clubs endete zweistellig. Dafür ist es eines von insgesamt 15 Pflichtspielen in der Schalker Vereinsgeschichte, in dem die Königsblauen als Sieger hervorgehen und mindestens zehn Tore erzielten.

„Waffenschmiede der Nation“

Politisch war das Leben in fast allen Bereichen enorm militarisiert. Auch

Gelsenkirchen wurde zur „Waffenschmiede der Nation“. Hitler setzte die Aufrüstung mit großer Geschwindigkeit fort, wobei weite Kreise der Bevölkerung seinen Kurs begeistert zustimmten.

Was das Sportliche betraf, so wurden die „Königsblauen“ 1940 überlegen Gaumeister. In den Gruppenspielen setzten sich die Schalker gegen den Mülheimer SV 06, CSC 03 Kassel und Fortuna Düsseldorf durch.

Ernst Kalwitzki trifft

Im Halbfinale wurde Waldhof Mannheim mit 3:1 bezwungen, so dass das Finale eine Woche später gegen den Dresdener SC erreicht wurde. Das Spiel war verglichen mit den Torreigen früherer Jahre und dem 9:0-Kantersieg gegen Admira Wien 1939 recht unspektakulär. Kalwitzki gelang der 1:0-Siegtreffer schon früh in der Partie. Die Dresdener um den späteren Bundestrainer Helmut Schön beschränkten sich vor allem auf die Verteidigung ihres eigenen Torraumes. Die „Königsblauen“ wurden so zum fünften Mal Deutscher Fußballmeister.

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