Starke Schalker blasen in Paderborn zur Attacke

Schalke 04

Die Elf von David Wagner setzt mit dem 5:1-Sieg beim Aufsteiger ein Ausrufezeichen - und zeigte sich unbeeindruckt von frühem 0:1-Rückstand. Die Belohnung ist Tabellenplatz sechs.

Paderborn

, 15.09.2019, 21:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Starke Schalker blasen in Paderborn zur Attacke

Schalker Jubel: Omar Mascarell, Ahmed Kutucu, Jonjoe Kenny und Guido Burgstaller feiern das 4:1. © dpa

Nur ein Punkt weniger als die Bayern – darauf angesprochen schaltete Schalkes Trainer David Wagner nach dem 5:1 (1:1)-Sieg beim SC Paderborn die Ohren lieber schmunzelnd auf ‚Durchzug: „Wir ordnen das genau so ein, wie es ist: Wir haben sieben Punkte nach vier Spielen.“

Mit dem „Dreier“ beim Aufsteiger haben die „Königsblauen“ aber immerhin ein großes Ausrufezeichen gesetzt und sich mit dem Sprung auf den sechsten Tabellenplatz belohnt.

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Wagner hatte seine Start-Elf gegenüber dem 3:0-Sieg gegen Hertha BSC Berlin auf zwei Positionen geändert: Weston McKennie, unter der Woche geschwächt durch einen Magen-Darm-Infekt, saß zunächst nur auf der Bank, für ihn spielte Suat Serdar. Und für den angeschlagenen Benito Raman gehörte Mark Uth wieder zur Schalker Abteilung „Attacke“ – erstmals seit dem 3. April 2019, als er sich im Pokalspiel gegen Werder Bremen schwer verletzt hatte.



„Gierig auf den nächsten Sieg“ seien seine Spieler, hatte Wagner versprochen. In der Tat ging Schalke in der mit 15.000 Zuschauern restlos ausverkauften Benteler-Arena, dem kleinsten Erstliga-Stadion in Deutschland, recht aggressiv zu Werke.

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Aber ein „Nickerchen“ nach acht Minuten nutzten die Gastgeber zur Führung: Nach Daniel Caligiuris Ballverlust zahlte Jonjoe Kenny Lehrgeld in einem Zweikampf mit Sven Michel, dessen Flanke Cauly Oliveira Souza zum 1:0 einköpfen konnte, weil er von Salif Sané und Bastian Oczipka kaum gestört wurde. Ein eher unbeabsichtigtes Geschenk zu Souzas 24. Geburtstag...

Dumm gelaufen aus Schalker Sicht – schließlich war ein Rückstand in der vergangenen Saison fast immer gleichbedeutend mit einer Niederlage. Aber das Gegentor in Paderborn steckte Schalke relativ schnell weg – und drückte den Aufsteiger immer mehr in die unfreiwillige Defensive.

Paderborns Torhüter hilft ein wenig mit

Nachdem vor allem Guido Burgstaller und Mark Uth mehrere zum Teil glasklare Chancen ausgelassen hatten, nutzte Salif Sané seine Körpergröße und einen seltsamen Ausflug von Paderborns Torhüter Jannik Huth zum 1:1 – nach 34 Minuten war Schalke durch das Kopfballtor Sanés wieder im Spiel.

Das bis dahin äußerst muntere Treiben beruhigte sich nun ein wenig – Paderborn hatte in der 45. Minute noch die Chance zum 2:1, aber Michel verzog aus recht spitzem Winkel freistehend vor Nübel.

Amine Harit stellt seine gute Technik unter Beweis

Die zweite Spielhälfte gehörte dann komplett Schalke: Einen Schuss von Suat Serdar fälschte Uwe Hünemeier ab zur Schalker 2:1-Führung (49.), was den zwar kampfstarken, aber spielerisch doch recht limitierten Ostwestfalen das Leben nun ziemlich schwer machte.



Denn so viele Chancen, wie die Paderborner Defensive zuließ, konnte die Offensive gar nicht produzieren. Das Spiel hätte nach einigen guten Schalker Chancen schon längst entschieden sein können, als Amine Harit den Deckel in der 71. Minute dann tatsächlich draufmachte: Nach einem schönen Vorstoß von Jonjoe Kenny und dessen feinem Pass zeigte der Marokkaner, welch guter Techniker er ist: Ballannahme und Torabschluss zum Schalker 3:1 waren vom Feinsten.


Ahmed Kutucu macht sein Tor

Aufsteiger Paderborn war nun vor allem mental fix und fertig, während bei den in der Offensive oft so kompliziert wirkenden Schalkern plötzlich alles ganz leicht und einfach aussah: Der eingewechselte Ahmed Kutucu erhöhte für Schalke auf 4:1 (83.), der insgesamt bärenstarke Harit traf mit seinem zweiten Tor zum 5:1-Endstand (85.).

Fünf Auswärts-Tore hat Schalke in der Bundesliga zuletzt am 34. Spieltag der Saison 1998/99 beim 5:4-Sieg bei 1860 München erzielt. Zweifacher S04-Torschütze damals: Hami Mandirali.

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