3:0 gegen Hertha BSC Berlin: Schalke erarbeitet sich nicht nur eine gute Tabellen-Perspektive, sondern verwandelt auch die erste drohende Saison-Skepsis in Vorfreude auf die nächsten Spiele.

von Norbert Neubaum

Gelsenkirchen

, 01.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Und wieder wurde es einem nach dem Spiel warm ums Herz, als das Spiel in der Veltins-Arena abgepfiffen war: Im Gegensatz zum Bayern-Spiel war der Anlass für die fulminante Party-Stimmung diesmal allerdings die erfreulichere Alternative, einen 3:0-Sieg anstatt eine 0:3-Niederlage zu feiern...

Richtige Schlüsse gezogen

Aus dem richtigen und wichtigen Appell, sich nach den positiven Fan-Signalen im Anschluss an die Niederlage gegen den FC Bayern München nicht selbstzufrieden zurückzulehnen, hat Schalkes Mannschaft die richtigen Schlüsse gezogen. Der Sieg gegen Hertha BSC Berlin war nicht nur hochverdient, sondern auch Ausdruck enormer Willenskraft – eine Tugend, die die fast exakt gleiche Mannschaft in der Vorsaison zu oft hat vermissen lassen.

Vor allem war der Erfolg gegen Hertha BSC unheimlich wichtig. Natürlich ist es grotesk, schon vor einem dritten Saison-Spieltag die Parole „Ein Sieg ist Pflicht“ auszurufen. Aber natürlich war völlig klar, was passiert wäre, hätte es mit einem „Dreier“ nicht geklappt: Schalke hätte eine Diskussion mit negativem Zungenschlag gedroht, die sich gerade in einer Länderspiel-Pause kaum einfangen lässt und schon früh in der Saison zum ersten Herbst-Blues führen kann.

Genau deshalb war der Sieg, vor allem aber auch der insgesamt positive Gesamt-Auftritt gegen Berlin so wichtig – denn dem oben beschriebenen Szenario ist Schalke damit eindrucksvoll aus dem Weg gegangen und hat vor allem ein Gefühl geschürt, das fast schon abhanden gekommen schien: Vorfreude auf die kommenden Spiele.

Atmosphärische und sportliche Bedeutung

Denn abseits der atmosphärischen Bedeutung hat der erste Saison-Sieg natürlich auch ganz nüchterne sportliche Konsequenzen: Erstmals seit langer Zeit steht Schalke in der Tabelle perspektivisch ordentlich da – und ausgerechnet die in der Vorbereitung noch als Wackel-Abwehr kritisch beäugte Hintermannschaft, die in den Tests ein paar Tore zu viel kassierte, hat nun in zwei von drei Liga-Spielen bewiesen, dass sie auch „zu Null“ spielen kann.

Und, vielleicht am wichtigsten: Die Bundesliga registriert nun wieder, dass es auf Schalke schwer sein kann, zu gewinnen. In der vergangenen Saison war die Arena, mit Verlaub, so etwas wie ein Selbstbedienungsladen. Wer hier spielte, trat mit dem guten Gefühl an: Hier geht was. Und sah sich danach meistens bestätigt...

Hertha schwach? Schwaches Argument...

Wer jetzt mahnend anmerkt, für derlei Erkenntnisse sei Hertha BSC zu schwach gewesen, sollte auch folgendes berücksichtigen: Stärker waren manche Gegner in der letzten Saison auch nicht. Aber Schalke oft schwächer.

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