Schalkes Teamkoordinator Sascha Riether und der Blick nach unten

Schalke 04

Sascha Riether weiß aus eigener Erfahrung, dass man im Fußball keine Situation unterschätzen darf. In der Saison 2014/2015 fiel der Name des SC Freiburg lange nicht in der Abstiegsfrage.

Gelsenkirchen

, 03.06.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalkes Teamkoordinator Sascha Riether und der Blick nach unten

© picture alliance / dpa

Zu groß schien das Punktepolster der Breisgauer. „Doch dann gerieten wir in der Endphase der Saison in einen Negativlauf. Am letzten Spieltag gegen Hannover 96 brauchten wir einen Punkt für die Rettung. Doch wir verloren und stiegen ab“, erinnerte sich der Schalker Lizenzspielkoordinator an bittere Stunden seiner aktiven Fußballkarriere.


So weit soll es unter keinen Umständen mit dem FC Schalke 04 kommen. Deshalb machte der 37-Jährige in einer virtuellen Medienrunde am Mittwoch auch keinen Hehl daraus, wie ernst die Lage ist, obwohl die Königsblauen mit 37 Punkten noch weit entfernt von den Abstiegsplätzen sind.

Eckpfeiler weggebrochen


„Natürlich geht unser Blick auch nach unten. Wenn man die vergangenen elf Spiele nicht gewonnen hat, darf man nicht von Europa träumen. Unsere Aufgabe ist es, alle Eventualitäten im Kopf zu haben,“ betonte Riether. Warum Schalke in der Rückrunde so stark abgefallen ist, hat für den früheren Profi mehrere Gründe. Ganz wesentlich ist für Riether der längerfristige Ausfall von mehreren Eckpfeilern der Mannschaft wie Benjamin Stambouli, Salif Sané, Suat Serdar, Omar Mascarell oder Amine Harit. Riether: „Diese Ausfälle konnten wir nicht auffangen“.

Bei Stambouli gibt es indes die leise Hoffnung, dass der Franzose in dieser Saison noch zum Einsatz kommen könnte. Der Defensivstratege trainiert zumindest wieder mit der Mannschaft. Doch weil der 29-Jährige über ein halbes Jahr ausgefallen ist, darf man von ihm keine Wunderdinge erwarten. Trotzdem schloss Riether nicht aus, dass Stambouli am Wochenende die Fahrt zum nächsten Gegner Union Berlin mitmachen könnte, als moralische Stütze für seine verunsicherten Mannschaftskameraden.


Knallhart angesprochen


Riether nimmt das Schalker Team in die Pflicht. „Es ist nicht so, dass wir zur Mannschaft immer nur lieb sind. Hinter den Kulissen werden die Dinge knallhart angesprochen“, betonte der Teamkoordinator: „In der letzten Phase geht es für die Mannschaften ums Überleben. Da beißen und kratzen die alle.“

Dies verlangt Riether auch von Schalkes Spielern. „Sonst wird es ungemütlich, sonst werden andere Geschütze aufgefahren“, warnt er die eigenen Kicker. „Wenn wir am Sonntag gewinnen, dann haben wir die 40 Punkte und müssen uns auch nicht mehr nach unten orientieren“, sagte Riether. Sollten die Königsblauen jedoch auch beim abstiegsgefährdeten Aufsteiger nicht gewinnen, würden sie den Vereins-Negativrekord von 1993 einstellen.

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