Schalkes schwieriger Spagat zwischen Tradition und Bayer Leverkusen

Schalke 04

Am Mittwochabend wird es emotional in der Arena: Vor dem Anpfiff zelebriert Schalke noch einmal den Abschied vom Bergbau. Doch dann geht es um die Gegenwart - und die heißt Bayer Leverkusen.

Gelsenkirchen

, 18.12.2018, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalkes schwieriger Spagat zwischen Tradition und Bayer Leverkusen

Schalk-Coach Domenico Tedesco: „Wir müssen unsere Fans mit unserem Einsatz auf dem Rasen mitreißen!“ © imago

Es wird ein schwieriger Spagat: Rund 2000 Bergleute hat der Verein zum Spiel am Mittwoch (18.30 Uhr) eingeladen, um in einem würdigen und sicherlich auch emotionalen Rahmen den Abschied des Steinkohlebergbaus begehen.

Auch der Schalker Trainer war schon einmal unter Tage

Die Kumpel werden dann Zeuge, wie Schalke versucht, das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen unbedingt zu gewinnen, um nicht endgültig von einem Champions-League-Anwärter zu einem Abstiegskandidaten zu mutieren.

Zwar lebt Domenico Tedesco noch nicht lange im Ruhrgebiet, aber er hat in vielen Begegnungen längst erfahren, dass Schalke und der Bergbau seit Jahrzehnten intensiv verbunden sind. Wie es unter Tage aussieht, hat der Schalke-Trainer am eigenen Leib schon erlebt. Bei seiner Trainertätigkeit in Aue hat er eine Grubenfahrt mitgemacht. „Atemberaubend“, nannte der 33-Jährige diese Erfahrung.

Diesen Appell richtet Tedesco an seine Spieler

Am liebsten will Tedesco den zahlreichen Kumpel in der Veltins-Arena einen Sieg schenken. Dazu müsste seine Mannschaft aber viel mehr bieten, als zuletzt in Augsburg. Die Kritik der eigenen Anhänger an den Leistungen der Schalker Mannschaft hat in den vergangenen Wochen stark zugenommen. Kein Wunder, denn nicht nur der Tabellenplatz (13), sondern auch die spielerische Armut war erschreckend.

Tedesco will seine Spieler für diese 90 Minuten besonders sensibilisieren. Wie, verrät er nicht. Aber er richtete schon einmal einen Appell an Fährmann und Co.: „Wir müssen unsere Fans mit unserem Einsatz auf dem Rasen mitreißen!“

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Denn Kampf und Engagement sind das Mindeste, was die Zuschauer gegen Leverkusen über 90 Minuten erwarten. Dabei treffen die Königsblauen mit Bayer Leverkusen auf eine Mannschaft, die in der Bundesliga bisher ähnlich enttäuschte wie die Blau-Weißen. Doch während Tedesco noch fest im Sattel sitzt, hat in Leverkusen längst eine Trainerdiskussion um Heiko Herrlich eingesetzt. Namen wurden bereits gehandelt, was meistens kein gutes Zeichen, aber branchenüblich ist.

Tedesco hat dennoch großen Respekt vor dem angeschlagenen Kontrahenten. „Leverkusen hat in Bremen sechsmal getroffen, in Mönchengladbach fünf Tore erzielt. An einem guten Tag ist unser Gegner brandgefährlich“, warnt der Coach.

Schalkes schwieriger Spagat zwischen Tradition und Bayer Leverkusen

Angezählt: Leverkusens Trainer Heiko Herrlich ist nicht mehr unumstritten. © imago

Spannend wird zu beobachten sein, ob es Schalke gelingt, die schnellen Leverkusener Stürmer in den Griff zu bekommen. Der eigene Angriff bereitet Tedesco aufgrund der langen Verletztenliste ebenfalls großes Kopfzerbrechen. Von den jungen und unerfahrenen Stürmern scheint noch niemand in der Lage, für Guido Burgstaller, Mark Uth oder Breel Embolo in die Bresche springen zu können.

Deshalb wird wohl auch Geduld gefragt sein. Auch das wird ein schwieriger Spagat.

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